Zusammenhangloses Geschreibsel

Tjoa, was soll ich groß sagen... Da ich mit meinem Schatz chatte, hab ich keine Zeit zum bloggen, auch wenn ich mir nach ewigem Kampf einen Laptop ergattert habe... Zumal gings mir heute nicht besonders gut, obwohl wir ein hammergeiles Programm mal wieder hatten. Just in diesem Moment is mir auch wieder leicht übel und den Tag über wurde mir öfter mal schwindlig vor Augen. Als meine Dozentin meinte, ich sehe blass aus, hab ich dann auch mehr getrunken, aber so den gewünschten Erfolg hatte das nicht...

 

Aber kommen wir mal zu wichtigeren Sachen. Hoffe ihr lest alle unseren Uni-Blog. Der wird regelmäßig aktualisiert. Auch GB-Einträge dort sind gerne gesehen. Verbreitet auch ruhig den Link =)

 

Watching: Isa und Christopher, wie sie den Blogeintrag schreiben

Drinking: Calpis

Feeling: Bissi schwindelig

Thinking: Oh fuck, in wenigen Stunden wieder aufstehen...

Gestern Abend konnte ich die anderen überreden mit nach Shibuya zu kommen. Ich mag es dort. Zwar könnte ich es auf Dauer nie dort aushalten, aber so hin und wieder ists einfach sensationell! Ich sag euch, ein Highlight jagt das nächste! In Shibuya ist die berühmteste Kreuzung der Welt. Die, die am häufigsten gefilmt wird, weil da auf einen Schlag hunderte Menschen rüberströmen, sobald die Ampeln im 3-Minutentakt auf Grün schalten. Könnte ja bei YouTube mal suchen ,-)  Dort waren wir zur Rush Hour!! Und jeder hat ja schonmal was von den U-Bahn-Schubsern gehört. Es gibt sie wirklich. Zwar hatten wir eine Linie, in der nicht ganz so viel los war, aber 'Freee Hugs' gabs dann doch in der Bahn. Und in Shibuya war die Hölle los. Wie ein Kommilitone sagte: Er dachte im Fernsehen immer, das wäre alles übertrieben und überspitzt, aber in Wirklichkeit ist noch alles viel viel viel bunter, lauter, voller, anstrengender, wirrer, unübersichtlicher, chaotischer als er jemals angenommen hätte! Wahre Worte! Es erschlägt einen echt! So viele Menschen hab ich noch nie gesehen... Alles so laut... Wollte dort nach Klamotten gucken, aber als Lena und ich in den ersten Laden latschten, viel mir spontan wieder ein, warum ich in Japan keine Unterwäsche kaufen kann. Bei den BH-Größen fängt es bei einem Umfang (für die Männer: das ist übrigens die Zahl, die immer vor dem Buchstaben geht, z.B. Körbchengröße bzw. BH-Größe 80C) von 60 Zentimetern an und hört bei 75 auf. Is also nix mit 80, 85 usw.  Naja, wenigstens Geld gespart. Denn genau das bereitet mir etwas Sorgen. Is doch alles wesentlich teurer als erwartet, dank des ungünstigen Wechselkurses und der wahnwitzigen zusätzlichen Ausgaben. An einem Tag braucht man rund 10 Euro allein fürs U-Bahnfahren! Dann noch 10 Euro an Essen, wenn man denn was günstiges findet. Gefrühstückt wird sowieso nicht, vielleicht mal ein dreieckiges Reisbällchen für nen Euro... Das werden noch drei sehr sehr üble Wochen werden...

 

Aber mal was erfreulicheres. Es gibt da so einige Dinge, die ich unglaublich liebe. Unter anderem Purikura. Das sind diese irren kleinen Fotosticker, für die es hier hunderte Automaten gibt. Die Sticker kann man noch vor dem Ausdrucken bearbeitet und mit Sternchen, Blümchen usw. versehen. Tja, wie geschaffen also für verrückte kleine Antjes. Hab einen saugeilen Laden für Purikura gefunden, wo nur Frauen in die Automaten dürfen. Das hat den Grund, da man sich vorne kostenlos Kostüme ausleihen kann für die Bilder. Lena und ich haben welche machen lassen mit Schulmädchenuniformen^^ Muss die daheim unbedingt rumzeigen. Die Augen werden von der Maschine automatisch vergrößert und der Kontrast verstärkt, die Haut im Gegensatz dazu weichgemanscht ohne Ende. Ich seh auf den Bildern aus, als sei ich 8 Jahre alt! Tja, ich dummes Ding hab natürlich vergessen nur welche mit mir drauf zu machen, die ich dann auf die Postkarten kleben wollte. Doch zum einen hab ich in ganz Tokyo noch keine einzige Postkarte gefunden und zum anderen hatte ich gehofft, dass ich nochmal nach Akihabara zurückkomme. In Shibuya hab ich nen Laden gefunden, die auch Kostüme hatten, aber die hatten schon dicht. Schade, ich wollte unbedingt für Mu ein Bild im Maid-Kostüm auf die Postkarte kleben. Aber leider is noch nichts draus geworden. Sorry Hase!

 

Achja, ich wollte unbedingt noch von unserem Besuch bei Sony und im Ghibli Museum berichten, aber das mach ich ein ander mal, sollte echt schlafen. Morgen wird ein mörderischer Tag! Drückt mir die Daumen, dass es mir wieder besser geht und ich mal öfter Zeit finde, um all meine Eindrücke niederzuschreiben. Hab ne japanische Demo gesehen, ein Softeis mit Sesamgeschmack gegessen, welches eine graue Farbe hatte, dafür war der Frapuccino bei Starbucks grün. Die Polizisten passen auf, dass man richtig über den Zebrastreifen gelangt, die Rolltreppen sprechen mit einem, dafür findet man nie einen Mülleimer genausowenig wie Bänke oder andere Sitzgelegenheiten. Die Getränkedosen lächeln einen an, weil sie Smileygesichter haben, manch ein Japaner wechselt den Sitzplatz sobald man sich neben ihn setzt, andere wiederum scheinen regelrecht Angst vor einem zu haben. Man wechselt hier 20 mal am Tag die Schuhe, in den kleinen Supermärkten gibt es Mikrowellen, dafür bin ich aber zu blöd um nen Wasserkocher hier zu bedienen, denn die haben rund 10 verschiedene Knöpfe... Das Wetter macht mir zu schaffen und eigentlich entschuldige ich mich den ganzen Tag nur bei Japaner für... naja für alles eigentlich. Tja, dieses Land hat so seine Eigenheiten. Aber da ich selbst ja ein Mensch voller Macken bin, ist Japan einfach optimal für mich^^" Jedenfalls hau ich mich nun in die Kiste nachdem ich mich schweren Herzens aus dem Facebookchat gerissen habe. Gute Nacht und schönes Wochenende!

 

Watching: Geckos draußen (hab mich in den Flur gesetzt)

Feeling: Recht okay (Anjas Email und das Chatten mit Mu haben mich aufgebaut)

Eating: Nen Apfel, den ich durch die Quarantänestation am Flughafen geschmuggelt hab und wegen dem nun wahrscheinlich halb Japan aussterben wird *gg*

Drinking: Gratis-Tee^^

 

Oyasuminasai!

 

2010/09/18, 01:13

1 Kommentar 17.9.10 18:14, kommentieren

Die Stadt der Superlative

Feeling: Recht erschöpft mit schmerzenden Füßen

Drinking: Kalter grüner Tee aus dem Kombini

Thinking: <3

Eating: Hmm, so nen helles, süßes Brot ähnlich wie ein Milchbrötchen mit einer Füllung, die schmeckt wie eine Mischung aus Birne und Vanille, aber auf deren Verpackung Süßkartoffeln abgebildet sind...

Watching: Merkwürdige japanische Fernsehshows, die ich wohl nie nie nie verstehen werde xD

 

Tja, nun sind ein paar Tage vergangen und ich komm kaum hinterher mit meinem Bericht. Denn irgendwie ist einfach viel zu viel passiert, einfach viel zu viel erlebt, um alles noch wiedergeben zu können. Es ist erstaunlich. Erst gestern war ich mit einigen Freunden in Akihabara, doch es kommt mir bereits wie eine Ewigkeit vor. Und grad fällt mir nichtmal mehr ein, was wir eigentlich heute morgen überhaupt gemacht haben, weil seitdem schon eine gefühlte Woche vergangen ist. Naja, werde ich halt mal in unserem Programmheft spicken.

 

Übrigens sind unsere offiziellen Berichte auf cooljapan-frankfurt.de einsehbar

 

- ... und was essen eigentlich die dicken Sumo-Ringer? -

Montag waren wir im Sumô-Viertel der Stadt, Ryôgaku. Da musste ich ständig an meinen Vater denken. Nicht weil er die Statur eines Sumo-Ringers hat (denn die hat er echt nicht), sondern weil in seiner Vorstellung scheinbar ganz Japan einzig und allein aus Sumoringern besteht. Egal, welches Thema ich anspreche, irgendwie kommen wir immer auf Sumo zu sprechen und jedesmal versuche ich zu erklären, dass nur ein schwindend geringer Prozentsatz der Japaner wirklich dick ist. Aber nunja, jedenfalls kamen wir in dem Viertel an und im gleichen Augenblick trottete auch ein im leichten Männeryukata bekleidet einer dieser Kolosse an uns vorbei. Bei unserer Tour durch das Viertel haben wir auch ein Wohnheim für Sumoringer gesehen und einen Stall, in dem die lebe... äh kämpfen und trainieren^^ Ziemlich ausgehungert folgte dann eines der tollsten Restaurants, in denen ich je gewesen bin. Nicht ganz billig zwar, aber sein Geld echt wert. Dieses Restaurant war nämlich früher mal ein Sumoring und man selbst sitzt um diesen Ring drumrum und kann noch die verschiedenen farbigen Tische in jeder Ecke sehen usw. Jedenfalls war das Essen hervorragend, auch wenn das Sitzen auf dem Boden nach einer Weile echt anstrengend ist. Denn wirklich viel Platz hatte man bei diesen Mini-Tischen nun echt nicht. Und grade sehe ich richtig vor meinem geistigen Auge, wie mein Vater nun gefragt hätte, wie sich denn dann wohl die Sumoringer da hinsetzen würden ,-)

 

Weiteres Highlight war ein Verlagsbesuch bei Shonen Jump. Okay das dürften sicher die wenigsten kennen, aber in Japan ganz oben an der Spitze der Herausgeber für wöchentliche Manga-Magazine. Nur zur Info: In den Produktionen dieses Verlages erschienen namhafte Serien wie One Piece oder auch Naruto. Der Kerl, der geduldig all unsere Fragen beantwortete, war echt witzig. Er wurde gefragt, was passiert, wenn die Anime-Umsetzung eines im Heft erschienen Manga so schnell geht, dass sie den Manga als Originalvorlage eingeholt hat. Er meinte, dann würden solche Lückenfüller-Episoden produziert oder man mache es wie bei Dragonball, wo es 30 Minuten lang einfach nur "whaaaa" geht. Das sah so genial aus, wie er dann dort stand und so tat, als würde er Energie für eine Superattacke sammeln, nur halt keine 30 Minuten lang^^

 

- Wenn Erwachsene zu Kindern werden -

Gestern waren wir bei Namco Bandai, dem drittgrößten Vertreiber für Videospiele Japans.  Von den vier ausschließlich auf japanisch gehaltenen Vorträgen hab ich verstanden... äh... nicht wirklich so viel. Bei der Präsentation über Arcade Automaten wurde ich so müde, dass ich ständig kurz weggenickt bin. Als Referentin würde ich persönlich es als übelste Beleidigung auffassen, wenn da plötzlich einige meiner Hörer einschlummern, aber Japanern scheint dies völlig egal zu sein. Dort ist es fast schon normal mitten in Meetings, Vorträgen, Vorlesungen usw. einfach zu schlafen. Powernapping auch Inemuri genannt. Aber eigentlich schläft ja wirklich niemand von denen! Die konzentrieren sich nur alle sehr stark *zwinker zwinker* Ach irgendwie sind se schon knuffig, diese kleinen Japaner mit ihren Macken. Aber ich kann einfach nicht genug davon bekommen^^ Nach den Vorträgen dort gingen wir in die Lobby und durften zahlreiche wahnwitzige Arcadegames ausprobieren! Was war das geil!!! Alles mögliche an Ballergames mit Waffen, ein Spiel bei dem man selbst auf einem Fahrrad sitzt und je mehr man strampelt, umso schneller fliegt das Objekt auf dem Bildschirm. Man muss steuern, indem man dich zur Seite legt. Da ich zur Fotografin ernannt wurde und seit zwei Tagen mit Michas digitaler Spiegelrelex *yeehaaa* durch die Gegend laufe, hab ich so gut wie nichts ausprobiert, dafür aber hunderte von Bildern gemacht. Ein Spiel durfte ich aber auch testen, was wohl erst seit letztem Jahr auf dem Markt ist. Ein Vierspielerarcade, in dem man sich mit Panzern beschießen muss. Es wird ein Bild von einem gemacht und man sieht sich selbst und die anderen als Gegner auf dem Monitor fahren. Außerdem ruckelt der Sitz mit jedem Schuss, den man abfeuert. Boah, was hat das Spaß gemacht. Vor allem, da ich die Runde gewonnen hatte *hehe* Hab sogar gegen unseren Konsolengeek gewonnen *yosh* Die Japaner waren wohl nicht ganz auf die Horde emotionsfreudiger Ausländer vorbereitet. Scheinbar waren wir beim Amüsieren so laut, dass da echt Leute aus ihren Büros kamen, um zu gucken, was da los sei. Aber es war eine Freude zu sehen wie sehr es die Entwickler amüsiert hat, uns zuzuschauen. Auch als die Entwickler selbst ihre eigenen Spiele vorgeführt haben, hat man ihnen angesehen, dass das Kind im Manne in diesen Augenblicken einfach siegt. Schade, dass wir dann irgendwann gehen mussten. Glaube, die Leute hätten uns noch ne Stunde beim Spielen zugucken können und über unsere überschäumende Freude =)

 

- kawaiiiiiii~~ -

Gut, darunter kann sich natürlich keine Sau was vorstellen. Also^^ In Tokyo gibt es ein Viertel names Akihabara, ein wahres Mekka für alle Otakus, Mangafans, Nerds, Animefreaks, Videospielverrückte und Konsorten. Dort gibt es alles, was das Herz eines jeden Fans begehrt. Wirklich ALLES!! Mauspads mit Polstern in Form von gut gebauten weiblichen Brüsten, PC-Mäuse mit dem Aussehen von Ostereiern, Schlüsselanhänger in nichtmehr zu erfassenden Mengen (es gibt sogar von den einzelnen U-Bahnen Tokyos Schlüsselanhänger), Sammelfiguren in sämtlichen - ja sämtlichen! - Größen und Preisklassen, Plüschis von Zeldas Link, Plüschis von Kirby im Linkkostüm, von Fans produzierte Mangas zu ihren Lieblingsserien, ... Dort gibt es einen Laden, der einzig und allein der Serie Evangelion gewidmet ist, DAS Café der Cafés, nämnlich das Gundam Café!! Leider muss man rund ne Stunde anstehen, um dort einen Kaffee trinken zu können, aber was macht man nicht alles für seine Lieblingsserie? Und Gundam ist neben Evangelion die beliebteste Mecha-Serie Japans und seit Jahrzehnten ein Verkaufsrenner für peinliches Merchandise. Desweiteren gibt es in Akihabara Maid Cafés. Dort stehen dutzend süßer Mädels in noch süßeren Kostümchen auf der Straße und versuchen Besucher zu locken, die dann in ihre Läden kommen und unbedingt für 13 Euro zwei Kugeln Eis kaufen möchten. Übrigens funktioniert das ziemlich gut. Tja, auch wir waren in einem solchen Maid Café und es war ein Erlebnis! Wir hatten eine Führung gebucht. Normalerweise muss man fast 2 Monate warten, aber per Zufall war heute noch ein Termin frei und wir konnten an einer Führung mitmachen. So kam es, dass wir 120 Minuten lang hinter zwei herrlichen kitschig knuffigen Japanerinnen im Kellnerninnenoutfit durch ein dutzend irrer Geschäfte geführt wurden. Okay, die beiden waren echt nett und süß, aber dieses ständige Gelaber mit den hohen Fiepsstimmchen (scheint wohl süß zu sein...) und die künstlichen Wimpern und und und... naja alles sehr strange einfach. Mit den beiden waren wir in einem Maid Café. Dort ist Fotografieren strengstens verboten und Anfassen der Bunnys sowieso. In dem Laden liefen alle in kurzen Petticoats durch die Gegend und hatten solche Schlappöhrchen-Mützen auf. Okay, die waren schon süß... Aber dieses gekünstelte Fürsorgliche ist echt nicht mein Ding. Ständig winken die einem zu und wir hatten die große ehre, ihnen beim Singen zuzuhören! Für die ganz guten (zahlenden) Kunden, rühren die einem sogar das 8 Euro teure Glas Cola um! Tja, da wir was kaufen mussten, entschied ich mich ebenso für 0,3 Liter Melonensoda, die mich auch nette 8 Euro umgerechnet kostete... Aber dafür hat mir die eine Maid mit ihrem Öhrchen gewunken! Wenn das das Geld mal nicht absolut wert war... *seufz* Aber süß sind sie doch irgendwie auf eine sehr befremdliche Art... Teilweise so süß, dass man sie stundenlang einfach knuddeln könnte, bis ihnen die Luft wegbleibt. Ähnlich wie Agnes aus dem neuen Kinofilm mit ihrem "It's so fluffy" und sie ihr Unicorn fast zerdrückt. Bei dem Gedanken muss ich grad an Mu denken =) Einer der wenigen Gründe, weshalb ich mich freue, wenn ich wieder heim komme ,-) Übrigens heißt 'kawai' soviel wie 'niedlich'.

 

- Oyasuminasai -

Nungut, eigentlich hätte ich noch viel viel viel mehr, aber vielleicht bekomm ich den Laptop ja bald mal wieder. Währenddessen versuche ich hier weiterhin das Beste aus allem rauszuholen. Manche Japaner versteh ich übrigens sehr gut, mit einigen kann ich mich wirklich unterhalten. Aber manch andere ... ach ja... Ich brauch unbedingt mehr Sprachpraxis... Aber mit den zwei Stunden pro Woche an der Uni ist das ja unmöglich. Aber bevor der Gedanke mich zu sehr deprimiert und ich bemerke, wie schlecht es ist, dass die letzten drei Sätze alle mit dem gleichen Wort anfingen, werd ich dann mal ins Bett gehen. Ist ja schon halb 1 in der Nacht, in Deutschland halb 6 abends. Ich leg mich hin, so langsam gehen mir hier einige Studenten auf den Wecker, nach gerade mal 3 Tagen. Aber vielleicht bin ich da etwas eigen. Bissi Ruhe wäre ganz nett. Also besser gesagt Ruhe von den anderen, mal alleine weggehen. Denn arg.. nunja... Mir geht so ziemlich jeder nach ein paar Tagen voll auf den Wecker egal wie gut man befreundet ist.... Tja, sorry für das Offtopic, aber ist ja egal. Gute Nacht zusammen! ^^

 

Listening: Schnaufen der Zimmernachbarn...

Watching: Merkwürdige Show im TV über Essen

Thinking: Na toll, jetzt hab ich Hunger

Eating: None.... T_T

 

2010/09/16, 00:34

1 Kommentar 15.9.10 17:39, kommentieren

Feels like coming home!

Feeling: Good

Doing: Blog-Entry with Isa und Lena

Listening: Notebooks

 

JAPAN, I'm at home =)  Tja, was soll ich sagen, ich bin wohlbehalten in Japan angekommen. Hatte einen recht guten Flug, saßen im Flieger ganz hinten und haben alle Schwankungen des Flugzeuges abbekommen. Aber unser Pilot, Herr Horii, hat uns sicher im Narita Airport abgesetzt. Einer unserer Kommilitonen wurde bereits wenige Minuten nach Ankunft am Flughafen von der japanischen Polizei abgegriffen. Dabei stand er nur allein mit all unseren Koffern rum, während wir uns über die Automaten hermachten. Es handelte sich aber nur um eine Routinekontrolle. Wir sind ja Ausländer, da weiß man ja nie ,-) Als Ausländer schien er wohl etwas verdächtig mit der Vielzahl an Koffern.

 

Jedenfalls haben wir ein hammergeiles Hotel oder besser gesagt ein Ryokan. Das sind diese japanischen traditionellen Hotels, wo man auf Futons auf dem Fußboden schläft. Wobei Futons ja etwas matratzenähnliches sind und nicht diese mehr oder minder peinlichen Jugendbetten von Ikea. Bin mittlerweile auch ziemlich müde, die Fahrt vom Flughafen nach Tokyo in die Innenstadt war sehr anstrengend und auf dem Flug hab ich auch kaum geschlafen. Müssen aber noch einen Blogeintrag von der Uni schreiben. Schaut dort ruhig auch alle mal vorbei.  Jedenfalls wollten wir mit allen 16 LEuten noch was essen gehen und landeten - warum auch immer - in einem koreanischen Restaurant. Dann folgte etwas, was nie jemand für möglich gehalten hätte. Das in einem Land, in dem Reis so fest mit der Tradition verwurzelt ist wie bei uns.... hmm... eigentlich gar nichts... Die Bedienung, die sichtlich überfordert von der lauten Horde an riesigen Menschen war, erzählte uns, sie hätten keinen Reis mehr! KEIN REIS??? IN JAPAN?? Hmpf, das gibt zu denken. Sind dann auf Suppe umgestiegen, muss aber sagen, dass mir die japanische Küche dann doch lieber ist. 

 

Nachdem wir uns auf dem Rückweg zum Hotel mit unserer Dreiergruppe dann doch leicht verlaufen haben, konnten wir uns dann doch ohne Hilfe zurechtfinden. Naja, selbst wenn wir jemanden gefragt hätten, hätten wir deren Antwort eh nicht verstanden. Hab vorhin auch bereits mit den Mädels gemeinsam gebadet. Oh wie ich das Baden hier liebe =) Zuhause bade ich ja gar nicht gerne, aber hier schon. Es ist so toll! Ich liebe es hier einfach so sehr!! Okay, auf dem Hinflug musste ich schon sehr sehr oft an Mu denken. Und ja Schatz, ich vermiss dich! Muss aber auch ehrlich zugeben, dass ich mich hier einfach so unendlich wohl fühle und es schon mein Traum wäre, mal für einen längeren Zeitraum hier zu leben. Muss ja nicht gleich ein ganzes Jahr sein, aber es würde so viel helfen. Für die Sprache, für alles einfach... Ich bin sogar von den Pflanzen, die einfach in Tokyo mitten in den kleinen Gassen stehen, begeistert. Und hier im Ryokan laufen überall Geckos rum! Die kleben draußen einfach so an den Wänden, auf den Dächern und den Fenstern! Und unser Garten erst! Ein Traum! Ein winziger Traum zwar, aber mit großen Bäumen und einem Teich. Hey, wir sind MITTEN in Tokyo! Der größten Stadt der Welt!! Das ist so unglaublich, ich fass das alles noch nicht. Und von der ersten Minute an hab ich mich einfach daheim gefühlt. Alles so vertraut und doch so fremd, aber ich fühle mich wohl...

 

So, nun müssen wir unseren Uni-Blog noch beenden. Werde mich auch ins Bett begeben und in Deutschland fangen die Simpsons gleich an. Wünsch euch allen eine gute Nacht! Oyasuminasai!

 

2010/09/13, 00:59

1 Kommentar 12.9.10 18:00, kommentieren

Es geht wieder los!

Feeling: Die Aufregung hält sich noch in Grenzen

Listening: Fernseher und das laute Atmen von Mu

Thinking: I'm coming home!!

 

Fast genau ein Jahr ist es her, dass ich in Japan war. Morgen vor einem Jahr ging damals mein Rückflug von Takamatsu nach Tokyo. Und mir fällt auf, dass ich danach ja gar nichts mehr geschrieben habe. Naja, wie wohl jeder mitbekommen hat, bin ich letztes Jahr wohlbehalten wieder in Deutschland angekommen und habe noch wochen- und monatelang von diesem tollen Land geschwärmt. Jedenfalls ist es nun wieder soweit! Ich habe die Chance bekommen, noch einmal in dieses Land zu fliegen, welches ich so sehr liebe =) Da ich seit meinem ersten oder zweiten Semester Mitglied in einer AG meines Studiengangs bin und eben diese AG nun eine Exkursion nach Japan macht, bekam ich die Möglichkeit mitzufliegen. Der Flug geht heute Abend, mal wieder mit JAL. Der gleiche Flug, mit dem ich auch letztes Jahr übergesetzt habe. Also kanns ja nur gut werden, obwohl heute der 11. September ist ,-)  Irgendwie hab ich das alles noch nicht so richtig realisiert. In elf Stunden sitz ich im Flugzeug, aber ich bin nicht aufgeregt, weil ich ständig das Gefühl habe, dass alles noch so weit und so lange entfernt ist. Die vergangenen Tage bin ich fast verrückt geworden bei dem Gedanken wieder nach Takamatsu zu können, wieder Harajuku zu sehen, wieder dieses fantastische Essen genießen zu dürfen, wieder das dauerhafte Zirpen der Grillen um die Ohren zu haben, wieder die Ruhe der Tempel und Schreine genießen zu dürfen, wieder in das hektische Metropolenleben einzutauchen, ... Okay, nun bin ich doch aufgeregt!!

 

Mit der Uni sind wir zwei Wochen unterwegs. Da werden wir finanziell von diversen Vereinen und der Uni selbst gefördert, insofern werden die ersten drei Wochen nicht teuer. Denn wir bekommen den Flug bezahlt, sowie die Unterkünfte in einem alten traditionellen japanischen Hotel. Ja, so eines mitten in Tokyo, wo man noch auf dem Boden schläft und die Wände nach Belieben verschieben kann *hihi* Tja und wenn ich schonmal in Japan bin, hab ich meinen Rückflug doch glatt zwei Wochen später gebucht. In diesen zwei Wochen reise ich mit Lena und Sascha durch Japan. Haben uns für umgerechnet 272,- sehr schmerzhafte Euro einen Railpass geholt, mit dem wir durch ganz Japan fahren können. Der Euro steht grad ziemlich miserabel, so dass ich nun für einen identischen Yen-Betrag wie letztes Jahr fast 100 Euro mehr zahlen muss. Das tut echt weh! Aber dennoch freu ich mich so sehr! Wir fahren sogar mit dem Nozomi, das ist der schnellste aller Shinkansen, der so schnell fährt, dass man wohl angeblich seekrank davon werden kann. Mal schauen, ob das stimmt. Musste mir schon für 8,50 Euro (!) Reiseübelkeitskaugummis kaufen. Oh, das werden vier verdammt teure Wochen... Aber wie gesagt, ich freu mich einfach so sehr. Auch auf die Tokyo Game Show, auf der man dieses Jahr erstmalig auch Spiele vor Ort erwerben kann. Haben ohnehin ein hammergeiles Programm und grad überleg ich, ob ich den Laptop nicht doch mitnehmen soll. Aber andererseits wollte ich dieses Schleppen diesmal vermeiden. Also ich hoffe sehr, dass Sascha seinen Laptop dabei hat und ich ihn mal zum bloggen nutzen kann. Versteht aber, wenn ich mich nicht so oft melden kann, wie ich möchte. Haben echt volles Programm.

 

Und da meine Sachen alle noch nicht im Koffer verstaut sind und ich in sechs Stunden los muss, werd ich dann so langsam mal versuchen, eben jene Klamotten und Gastgeschenke im Koffer zu verstauen. Drückt mir die Daumen ,-)

 

2010/09/11, 10:10

2 Kommentare 11.9.10 10:13, kommentieren

Sayonara Takamatsu :,(

Fast hätte ich drei Blogeinträge an einem Tag geschafft! Soeben ist hier in der Bonsai- und Udon-Hauptstadt die Geisterstunde angebrochen und der Countdown läuft. In 11 Stunden und 45 Minuten geht der Flieger nach Tokyo. In 8 Stunden schon wieder aufstehen und versuchen den ganzen kleinen Krimskrams in den Koffer zu quetschen. Ich bin so gespannt, wieviel dieser nun wiegt. Hoffe so sehr, dass ich kein Übergepäck habe *bibber* Ein paar Schuhe habe ich schon aussortiert, die haben das Kappa-Walking im Dojo nicht überlebt, dann wird das große Badetuch auch in der Unterkunft gelassen, merkt daheim eh keiner, weils nicht benutzt wird. Shampoo, Conditioner, Bodylotion usw. hat alles Yumi bekommen, die sich voll drüber gefreut hat. Fand das so knuffig, als sie einmal ein paar meiner Haarsträhnen in die Hand nahm und meinte, sie würden nach Deutschland riechen^^ Ach, die is so putzig, ich werde sie vermissen.

 

Vorhin waren wir noch bei Osaka-san. Dieser hatte ein geschäftliches Essen in seinem Haus arrangiert, welches grade so zu Ende ging, als wir dort eintrafen. In seinem Wohnzimmer saßen hochkarätige Gechäftsmänner und wir wurden brav an den verschiedenen Tischen platziert. Irgendwie hatte es ein klein wenig was von einem Hostess Service. Ein paar hübsche junge Damen, die ältere Herren unterhielten. Ich fands sehr anstrengend, weil ich viel japanisch reden musste, viele viele Komplimente ertragen musste (soll nicht heißen, dass man mir keine machen darf, ich kann nur echt nicht gut mit Komplimenten umgehen - vor allem, wenn diese von ganz bestimmten Menschen sind...) und vor allem viel viel viel getrunken habe. Der Manager neben mir hat mir das Glas (hab Bier getrunken) immer wieder aufgefüllt, wo es nie wirklich leer wurde. Dabei bin ich gar nicht so die Biertrinkerin, aber die Japaner lieben Bier! Hab beim sechsten Glas aufgehört zu zählen... Und ich habe schön brav meine Visitenkärtchen verteilt^^ Somit auch von jedem geschäftliche Visitenkarten bekommen und was soll ich sagen? Die Leute um mich rum waren alles wirklich wirklich wichtige Personen! Hochkarätige Top-Manager, Firmen-Bosse, alles ganz ganz hohe Tiere aus ganz Japan! Die lockere Atmosphäre war zwar ganz witzig, dennoch bin ich froh, dass es so schlagartig aufhörte. Scheint in Japan aber üblich zu sein. Einer bedankte sich, alle standen auf, jeder klatschte und keine Sekunde später konnte man eben jene leicht betüdelte Big Bosse dabei beobachten, wie jeder schön brav sein Tellerchen in die Küche bringt und sich binnen weniger Minuten friedlich bedankt und das Haus verlässt. Nach fünf Minuten war alles Geschirr weg, alle Stühle richtig gerückt und jeder der rund 20 Gäste war verschwunden. Sowas würde es in Deutschland nicht geben... Gerade weil einige von denen schon recht betüdelt waren... Die vertragen ja nix *gg*

 

Ich sollte nun Schluß machen. Denn wie gesagt, nachher gehts nach Tokyo zurück und ich lege mich hin, bevor ich wieder anfange drüber nachzudenken, dass dies meine vielleicht letzten Stunden hier auf Shikoku sein werden =( Ahja, nach der Landung in Tokyo hab ich auch direkt schon wieder volles Programm. Osaka-san lädt in seine Wohnung in Tokyo ein und hat mich und Fatma auserkoren, ihm zu helfen, was ich natürlich direkt angenommen habe. Also werden wir mittags schon mit Party- und Dinnervorbereitungen beschäftigt sein. Witzig, dass er ausgerechnet mich mit ausgesucht hat. Okay, er hat mich nicht gezwungen, aber er und seine Frau haben gezielt mich und Fatma angesprochen, weil sie meinten, wir seien die Fleißigsten und die Schnellsten *hihi* Jedenfalls werde ich den morgigen Tag beschäftigt sein und kann danach leider mal wieder nicht sagen, ob ich nochmal Zugang zum Internet habe.

 

Mein Rückflug geht am Montag in Narita Airport um 13 Uhr. Werde rund 12 Stunden unterwegs sein und komme in Frankfurt um 18 Uhr an. Wer mag mich besuchen?^^ Oder abholen? Oh, sollte nochmal daheim anrufen, dass mich jemand in Herborn holt... Bin ja mal gespannt, wenn mein Handy wieder funktioniert. Ob ich SMS bekommen habe in den 5 Wochen von denen, die nicht wissen, dass ich weg bin (Hallo Blacky!!!) oder denen, die es verrafft haben *g* Also falls ich nicht mehr online kommen kann: Wünscht mir einen bzw. zwei gute Rückflüge, nen schönes Wochenende in Tokyo, ne gute Heimreise und vor allem, dass die mich beim Zoll nicht erwischen oder dass die über die paar Kilo Mehr-Gewicht hinweg sehen!

 

Listening: Street Fighter TV Serie Opening, Fushigi Yuugi Opening, Evangelion Opening, ...

Drinking: Bier

Feeling: Schwer zu sagen... schwankend...

Thinking: Ging alles viel zu schnell rum... viel viel zu schnell

 

2009/09/12, 00:27

3 Kommentare 11.9.09 17:37, kommentieren

Wie Antje mit dem buddhistischen Alltag kämpfte...

Singing: Why are you running away from this? - You should be true to your feelings - I say I don't want to fall No way - But is it already too late? (Ohrwurm - Kiss Kiss xxx von MiChi)

Drinking: Calpis Water

Feeling: Müde, bin erst sehr spät eingeschlafen

Thinking: An die Tage und an die Zeit im Dojo

Reading: Meinen Blogeintrag vom ersten Tag im Dojo

Watching: Website bzw. Blog vom Dojo

 

Tja, man merkt, dass ich sehr oft dran denke, was? ,-) Aber allein der zweite Sohn des Meisters ist seitdem DAS Gesprächsthema. Auch Noriko hat mir heute Nacht eine Email geschrieben und den Blogeintrag übersetzt, den ich nicht so ganz entschlüsseln konnte und meinte, dass sie gerne zurückmöchte. Ich schließe mich an... Es folgt nun der langersehnte zweite Tag bei den Mönchen:

 

- Nächtliches Aufstehen -

Recht kaputt vom Lemongras in Ordnung bringen und aufgeregt von der völlig neuen Situation, saßen wir mit unserer Mädelstruppe noch lange in den Massagestühlen des extra für Gäste des Dojo eingerichteten Hotels mit wunderschönen japanischen Zimmern. Da niemand so richtig wusste, wie der nächste Tag ablaufen würde, waren alle recht nervös. Ich hab auch nicht so gut geschlafen, es wer eine Umstellung auf dem Boden auf Futons zu liegen und einem Kissen so hart, dass ich auch gleich nen Stein hätte nehmen können. Um kurz nach fünf Uhr in der Nacht, wurde dieh Tür des Zimmers aufgeschoben und ein lautes "Wake Up!" riss uns aus dem Schlaf. Es war die weibliche Mönchen, die uns auf englisch erklärte, dass wir nun 10 Minuten Zeit hätten, um uns fertig zu machen und am Eingang zu versammeln, damit wir zur Meditation gehen können. Und wir kämen den Tag nicht mehr zurück ins Hotel. Also war die Hektik groß und ganz ehrlich: Das waren nie im Leben 10 Minuten! 5 maximal! Noch fast im Tiefschlaf wartete die Mönchen unten auf die 8 gähnenden Deutschen, um mit uns durch den Wald zum Dojo zu laufen. Die komplette Anlage des Dojo liegen hoch oben auf einem Berg, von wo aus man die See sehen kann und ich muss sagen, dass dieser Sonnenaufgang das frühe Aufstehe durchaus wert war!

 

- Ommmmmmm -

Um halb 6 waren wir vor dem Meditations-Raum. Wie wir es am Abend zuvor kurz erklärt bekommen hatten, betraten wir den Raum, wo alle anderen Mitglieder bereits seit einer Viertelstunde meditierten. Für uns hieß es: Schuhe aus, vor dem kleinen Altar verbeugen, den eigentlich Raum betreten, Verbeugung, dann mit der linken Hand, die von der rechten Hand fest umschlossen wird und etwas unter Brusthöhe an den Körper gedrückt wird, langsam durch den Raum, wieder stehen bleiben, Hände zusammenfalten, verbeugen, mit links weitergehen zu einer freien Tatami-Matte, das kleine Kissen um 180° nach rechts drehen, verbeugen, sich nach rechts umdrehen, verbeugen, rückwärts auf das Kissen setzen, Beine zum Lotossitz falten, sich 20 cm auf der Tatami zurückschieben, um 180° im Sitzen - rechtsrum - drehen, linke Handfläche in die rechte Handfläche, die Daumen gegeneinanderlegen, Hände auf die Beine, aber über die Füße, Augen auf, der Blick ca. einen Meter nach unten geneigt und so dann eine halbe Stunde schweigend ausharren. Yepp, schweigend und die Augen sind auch geöffnet. Also kein so klischeehaftes "Ommmmmmmm". Bein Erklingen des Gong fingen die Mönche an zu singen, mehrere Male ihre fünf Weisheiten oder Regeln. Man merkte uns allen an, dass niemand genau wusste, wie er bzw. sie sich zu verhalten hatte. Aber diese Art Gesang hat sich mal echt geil angehört ,-) Dann das gleiche Prozedere in umgedrehter Reihenfolge. Dutzend Mal drehen, Kissen in Ordnung bringen, immer wieder verbeugen usw.

Im Anschluss ging es in äh... wie nennt man das eigentlich? Also in das Tempelinnerste mit einem Altar, Opfergaben usw. Die Mönche waren alle übrigens recht nett gekleidet mit langen Roben, von denen ich zu gerne ein Bild gehabt hätte. Im Tempel hatten wir die Ehre ihrer buddhistischen Morgenzeremonie zuschauen zu dürfen. Ich hab wirklich gar nichts gerafft, was da nun grade so abging, aber ich fands interessant! Erst wurden immer immer immer wieder einzelne Silben gesummt. So ein langgezogenes "Shiiiiiiiii" und "Meeeeeeeee" und so weiter. Hatte fast was kanonmäßiges, da keiner gleichmäßig sang, aber mit den verschiedenen Tonlagen, hörte es sich echt gut an. Blöd nur, dass es 40 Minuten (!) dauerte und ich es um alles in der Welt nicht so lange in dieser Sitzposition aushalte. Das japanische Sitzen direkt auf den Füßen, wo man sich sowieso nach ner Minute schon das Blut abklemmt xD Im Anschluss wurde gesungen, mehrmals auf diverse Glocken und Trommeln geschlagen und wieder irgendwas aufgesagt. Ich bin mir sicher, dass ich Namen wie Shakamuni und hanya param ita rausgehört habe. Also der Begründer des Buddhismus, oder besser gesagt Buddha! Und das Herzsutra! War voll stolz auf mich, dass ich es wiedererkannt habe oder halt diese Wörter rausgehört habe und noch was damit anfangen konnte, da der Unterricht in dem wir das behandelten auch schon ne Weile zurückliegt. Es war wirklich wirklich sehr interessant zuzuschauen. Die Große Natur (hach, wie lange wird es dauern, bis der Wortwitz mal ausgelutscht ist?) saß in der Mitte und durfte immer nach vorne zum Altar usw. War schon etwas merkwürdig, den jungen Kerl (wir vermuten, dass er so in meinem Alter ist), der sich am Tag zuvor beim Lemongras jäten mit einem Handtuch um die Glatze gewickelt noch einen zurechtgegrinst hat, zu sehen, wie er in diesem Gewand und eine dreiviertel Stunde in einer Sitzposition ausharrend und irgendein Relikt (so ein Stöckchen^^) haltend, diese religiöse Hauptaufgabe übernahm. Die anderen Mönche blieben nämlich sitzen, nur er lief immer wieder vorwärts und rückwärts zum Altar und kniete nieder, die Hände hochgestreckt. Das waren schon sehr viele Eindrücke auf einmal... Nach dieser Zeremonie mussten die Deutschen und die 4 Schüler, die sich zu dem Zeitpunkt im Dojo befanden, noch mit der Großen Natur im Tempel bleiben. Aber nur, um gemeinschaftlich den Tag zu begrüßen. Dazu genügte ein "Ohayou gozaimasu" und ein paar weitere Sätze, wie "möge der Tag uns wasweißich bescheren" oder was in der Art.

 

- first the others -

Die nächste Herausforderung nahte! Das Frühstück! Ein paar schwarze lange Tische standen u-förmig im Speiseraum. Selbstverständlich wurde wieder auf dem Boden gesessen. Etwas sehr unbeholfen - da einfach keiner ne Ahnung hatte, was zu tun ist - dauerte es ne Weile, bis jeder einen Platz einnahm. Vor mir auf dem Tischlein stand ein kleines braunes Bündel. Erst wurde aber mal wieder kurz gebetet oder was aufgesagt oder beides, ich weiß es nicht. Dann meinte übersetzte Noriko kurz die Sätze Daizens, dass wir am besten alles den Japanern nachmachen. Gesagt, getan! Mir gegenüber saß Kabayashi, ein 72jähriger alter Mann, der aber so lustig und irgendwie total puztig ist. Beim Barbeque am Vorabend stand er schon als bei mir und fragte mich auf japanisch aus. Und er hatte viele - zugegeben recht blödsinnige, aber amüsante - Fragen. Bei jeder neuen Zutat, die auf die Platte gelegt wurde, fragte er mich, wie das auf Deutsch heißt und ob wir das in Deutschland kennen.

Aber zurück zum Frühstück. Er grinste mich an und machte mir und den anderen gaaanz langsam vor, wie wir dieses besagte Bündel falten müssen. Das ist nämlich gar nicht so einfach!  Zuerst muss der Knoten gelöst werden, dass das weißte Tuch samt der Stäbchen direkt vor sich nah an die Tischkante gelegt werden, parallel zur Tischkante verlaufend. Dann wird das Bündel geöffnet und ich merkte, dass sich Ess-Schälchen darin befanden. Dieses Bündel (oh, das musste vorher im gebundenen Zustand noch in die Luft gestreckt werden) bestand aus den schwarzen Schälchen und einem braunen Tuch, dieses Tuch war um die Schälchen gewickelt. Jedenfalls wurde der Knoten des Tuchs gelöst und jede Ecke flach auf den Tisch gelegt und dann einmal rumgeknickt, so dass das Tuch ein Viereck bildete. Die große Schale muss dann nach links unten gestellt werden, in dieser großen Schale befinden sich vier weitere, immer etwas kleiner. Die kleinste wird aus der größten genommen und in die Mitte des Tuchs gestellt, dann die restlichen immer größer werdenden Schälchen in jede Ecke des Tuchs positioniert. Das war aber noch nicht alles, denn noch hatte niemand was zu essen! Es gingen weitere Schalen und Töpfe rum mit den Zutaten. Jeder musste den anderen etwas geben. First the others! Erst wenn man jedem etwas gegeben hatte (natürlich jede Zutat in ein bestimmtes Schälchen und in einer bestimmten Menge), durfte man sich selbst nehmen. Aber was das für Zutaten waren! OMG!

In die große Schüssel kam Reis, jedoch in Form von Brei bzw. Grütze. Also sehr wässrig, sehr sehr wässrig. Und der Brei wohlbemerkt mit Wasser gemacht. Die zweitgrößte blieb leer, in die mittelgroße Schale kam ein klein wenig Gemüse, kalt und leicht säuerlich eingelegt, das lieben Japaner scheinbar echt. Die nächstkleinere bekam ein kleines Löffelchen Pulver ab. Ich vermute es handelte sich um schwarzen Sesam. In die kleinste Schale kamen eine Umeboshi (eine Pflaume, aber so derbst sauer, dass selbst ich die eklig finde), ein paar kleine Scheibchen Gurke sowie zwei Fische. Wie nennt man die? Sardine, Sardelle, ... Ich weiß es nicht. War nur leicht geschockt, als mir zwei wenige Zentimeter große getrocknete Fischlein ins Schälchen gelegt wurden. Sobald jeder alle Sachen in der richtigen Schale hatte, wurde nochmal gebetet und für das Essen gedankt.

 

Eating: Teuren Joghurt von der Milchfarm

Thinking: Das ist nun wirklich Zufall, dass ich mir grade was zu Essen geholt habe, wo ich doch übers buddhistische Frühstück schreibe

 

- Wie wichtig eine Gurke doch sein kann -


Das Pulver, die Pflaume und die Fische wurden in die Reisgrütze getunkt. Die Fische zu essen war wirklich eine Herausforderung. Denn die Köpfe samt Augen usw. waren ja noch dran! Hab lange mit mir gerungen, doch dann am Stück in den Mund gesteckt, gekaut und einfach runtergeschluckt. Ich war überrascht, denn die waren sogar recht lecker. Wenn man denn die Tatsache ausblendet, dass man soeben einen Fisch-Schädel zerkaut hat xD Ineke neben mir wollte die Gurken aufessen, als ihr gesagt wurde, dass sie bitte eine übrig lassen sollte. Dummerweise fanden wir auch bald raus, wieso... Das Ende des Essens verläuft nämlich wie folgt. Alles wurde aufgegessen, bis auf das Stückchen Gurke. Dann ging ein Topf mit warmem Wasser rum, von dem sich jeder etwas in die eigene große Schale kippte, in der zuvor noch die Fischlein im Reiswasser schwammen. Mit den Stäbchen nahm man die verbliebene Gurke, tunkte sie ins Wasser der großen Schale und began mit eben dieser Gurke die Schale selbst zu säubern! Die Reisreste damit abwischen. Dieses Wasser samt Gurke wurde in die noch saubere Schale gekippt. Die kleineren Schälchen mussten mit Hilfe der Gurke und der Stäbchen gesäubert werden. Jedes Schälchen nach und nach leicht ins Wasser getunkt und ordentlich sauber gemacht - mit der Gurke! Wie man sich denken kann, schwammen nun jegliche Essensrestchen und die Gurke in einer Schüssel. Nun - man mag es bereits ahnen - wurde das Wasser getrunken und die letzte Gurke gegessen, so dass alles sauber wurde. Mit dem weißen Tuch wurde alles getrocknet, ineinandergestapelt und auf eine ganz bestimmte und komplizierte Art das braune Tuch wieder drumgebunden und geknotet. Sobald das jeder hatte, wurde sich wieder gemeinschaftlich für das Essen bedankt. Welch ein Akt! Und das alles noch im recht müden Zustand. Ich kam mir zudem zusätzlich recht blöd vor, weil die Große Natur direkt hinter mir saß. Okay, warum sollte so ein Kerl mich beobachten? Aber allein die Tatsache beobachtet zu werden, kann ich schon nicht ausstehen. Und dann auch noch ausgerechnet vom zweiten Sohn des Meisters... xD

 

- ichi ni san shi –

Nach einer kurzen Pause für uns, die die Mönchlein zum umziehen nutzten, durften wir die Zeit nutzen, um an der Straße Unkraut zu zupfen. Kein Problem, denn schließlich waren ja alle von dem reichlichen Frühstück *hüstel räusper* gestärkt. Die Ruhe (es war erstaunlich still beim Unkraut Entfernen) wurde schließlich durch die Große Natur gestört, der uns was von wegen Joggen erzählte! Ach du Scheiße! Darauf war natürlich keine Sau vorbereitet, was sich auch im Schuhwerk bemerkbar machte. Den Damen, die schön mit feinen Ballerinas (wie kann man für sowas eigentlich Geld ausgeben?) bestückt waren, wurden Turnschuhe organisiert. Will gar nicht wissen, welchen Schülern die weggenommen wurden. Nun, da jeder mit festem Schuhwerk versehen war, versammelten wir uns im Hof und schauten noch der hübschen Großen Natur auf den nicht vorhandenen Ar… ich meine natürlich ihm dabei zu, wie der halb auf dem Geländer kletternd eine Lautsprecherbox gerade rückte, die an der Außenseite eines Gebäudes hing. Was dann passierte, bringt mich immer noch zum schmunzeln. Wir nahmen an japanischer Morgengymnastik teil! Wie ich später von Yumi erfahren habe, werden an allen Schulen von Klein auf alle Japaner drauf getrimmt, sich zu einem bestimmten Lied in einer bestimmten Stretchingreihenfolge zu bewegen. An und für sich kein Problem, finde es sogar witzig, wenn überall in Japan dieses Gymnastikprogramm bekannt ist. Wenn das Lied nur nicht so peinlich wäre! Eine dermaßen alberne Musik mit einem Kerl, der völlig enthusiastisch immer von 1 bis 4 zählt. Ich verlink das später mal, die Japanerinnen haben mir den Namen davon aufgeschrieben. Verzweifelt, da mal wieder völlig ahnungslos, versuchten wir, die Bewegungen nachzumachen. Aber lies uns dieses peinliche Liedchen jedesmal in schallendes Gelächter ausbrechen, was das Nachmachen doch nur geringfügig erschwerte. Hinzu kam, dass wir mitten beim Stretching waren und die olle Natur mit nem Fotoapparat ankam und Bilder machte! Wie kann er es wagen? Dieser Dreckskerl hat uns beim Blamieren fotografiert. Ein Haufen Deutsche mit hochrotem Kopf, die zu nem Kinderlied auf und ab hüpfen… Wenn die japanischen Frauen nicht alle gesagt hätten, dass man dieses Lied in Japan kennt und dass es völlig normal sei, ich hätte schwören können, die hätten den Song nur gespielt im Dojo um sich über uns lustig zu machen. Aber sowas würden Zen-Buddhisten natürlich nieeee tun ô.O

 

- Walking –

Immer noch kichernd machten wir uns im Trupp mit allen Ausländern, den vier Schülern und den Mönchen auf den Weg durch den Wald. Dainen (die Große Natur) schritt voran und wir hinkten mit den restlichen Insassen des Dojo etwas hinterher, denn wir joggten nicht, sondern kletterten einen steilen Berg hinab. Mitten durch den Wald, einen kleinen Pfad entlang über wackelnde Steine, verwachsene noch ansatzweise erkennbare Treppenstufen und durch kleine Bächlein hindurch. Wie ein Wanderweg, nur etwas gefährlicher, da es wirklich steil bergab ging und wir zickzack dem schmalen Pfad folgend langsam hinabstiegen. Aber wohin gingen wir? Immer tiefer ins Tal hinein, wo doch tiefster Wald war. Endlich unten angekommen, fanden wir uns an einem kleinen Wasserfall wieder, in dessen verschiedene buddhistische Figuren gestellt bzw. eingearbeitet waren. Es brannten bereits Räucherkerzen und verbreiteten einen angenehmen Duft und ein paar frisch gepflückte Blümlein lagen neben den brennenden Kerzen. Ich war fasziniert von dem Anblick, der Abstieg hatte sich gelohnt, denn die mit Moos bewachsenen Steine und das Plätschern des Wassers bewirkten eine sehr eigenartige Atmosphäre, die ich gar nicht näher in Worte fassen kann. Nach den obligatorischen Gruppenfotos, wurden wieder Gebete gesungen. In dem Felsen und dem Wasser wohnt angeblich ein Drachen. Ein heiliger Ort. Nach diesem Prozedere musste der ganze Weg natürlich wieder hinaufgeklettert werden. Das war so übelst anstrengend, aber ich hab nur eine einzige Pause gemacht. Dass sogar die ganzen alten Leute so fit sind, war beeindruckend! Und Daizen hätte ich auch gerne erschlagen, denn auf dem Weg nach unten, meinte er als, dass wir dann im Tal joggen würden. Aber mit „Wir gehen laufen!“ war halt dieser Gewaltmarsch gemeint. Hat der Mistkerl uns schon wieder verarscht. Die haben sich eh köstlich über uns amüsiert wie es mir schien. Und dennoch hab ich echt nen Narren an denen gefressen 8D


- Lemongras –

Am Vortag befreiten wir bereits die Lemongrasbeete vom Unkraut. Nun hieß es ernten! Einer packte sich ein ganzes Büschel der Gräser, der andere schnitt es unten ab. Nicht wirklich schwierig, aber dennoch schienen einige echt Probleme zu haben. Ja, auch ich gehörte einmal dazu, aber das hatte andere Gründe *möp* Denn ausgerechnet die Große Natur hatte so ein Mega-Büschel und meinte, ich solle das schneiden. Nun stand der Jung aber so ungünstig, dass ich ihm entweder die kleine Handsense gegen das Bein gehauen hätte, da der Winkel um Absägen nunmal sehr ungünstig war, oder – und so geschah es – ich bekam das blöde Gras nicht durch! Ich säbelte vor mich hin, da kam Armin ganz gelegen, dem ich mit hochrotem Kopf das Messer in die Hand drückte und woanders hinging. Mensch, wie peinlich! Am nächsten Büschel stand auch schon Daizen, der übrigens auch mal nen verdammt Hübscher ist =))) Bei ihm hab ich das Gras mit einem Cut komplett weggeschnitten. Er war sehr überrascht, freute sich und sagte mir noch, dass ich begabt sei und ne gute Technik hätte. Tjaja… Nach dem Umnieten, musste aussortiert werden. Dainen versuchte in seinem grottigen Englisch zu erläutern (naja, eher anhand von Beispielen zu zeigen), welche wir aussortieren sollten. „Good“ und „bad“ waren um genau zu sein, die einzigen Worte, die er verwendete, wobei der „bad“ so geil ausspricht, dass es immer noch ein Running Gag bei uns ist. Tjoa, so verbrachten wir dann die nächsten Stunden bis zum Mittag mit „good“ und „bad“ Halmen Lemongras. Übrigens muss jeder einzelne Halm extra geprüft werden! Danach werden die übrigens gewaschen und getrocknet und man macht Tee draus. Die dufteten auch schon so schön nach Zitrus. Das viele Stehen war zwar ätzend, aber mir macht so Arbeit Spaß. Ich hab kein Problem damit stundenlang einzelne Grashalme anzugucken. Da kriegt man nämlich den Kopf frei, weil man irgendwann einfach an gar nichts mehr denkt. Diesen Flow genannten Zustand mag ich einfach. Drum hätte ich am Vortag auch noch locker ein zwei Stunden mit Unkraut jäten verbringen können, obwohls anstrengend war.

Drinking: Blendy – kalter schwarzer Kaffee aus dem Kühlschrank
Thinking: … der letzte Abend bricht an…
Feeling: *seufz*
Reading: Die Nachricht von Osaka-san, sollen gleich zum Geschäftsessen kommen

Okay, ich schaffs grad nicht mehr, den Eintrag zu vervollständigen. Habe heute morgen damit angefangen und während des Saubermachens, Packens und Putzens immer mal wieder nen Abschnitt getippt. Aber gleich müssen wir zum Essen. Find ich gut, da ich Hunger habe. Nur wird die Zeit mal wieder knapp, waren noch mit Yumi Udon-Nudeln essen und grad eben noch in der Shopping Mal und paar Tausend Yen für Geschenke bzw. Mitbringsel (ja, Kitsch!) ausgegeben. Und innerlich die Stadt hier verabschiedet *seufz* Nun zieh ich mich mal um und hoffe, dass ich zumindest die Dojo-Einträge mal vervollständigen kann.

2009/09/11, 18:26

1 Kommentar 11.9.09 11:24, kommentieren

Grüße aus der Zukunft

Chatting: Mit Dennis (dem ich auch die Überschrift zu verdanken habe, denn bei mir ist ja bereits der nächste Tag angebrochen, ergo befinde ich mich in der Zukunft *grins*)

Listening: MiChi - Kiss Kiss xxx (das schöne Lied, was ich auf dem Hinflug gehört habe)

Drinking: Blendy (wie man am Namen erahnen kann, handelt es sich um Kaffee - kalten schwarzen Kaffee, aber mit ner Menge Milch und Zucker kann sich was mixen, was durchaus an den Geschmack der Müller- und Ehrmann-Kaffeegetränke aus dem Kühlregal erinnert)

Feeling: Müde und ich merke, wie sich schon wieder so ne Emo-Phase nähert, allein wenn ich dran denke, dass der letzte Tag hier in Takamatsu vorhin angebrochen hat, werd ich traurig und sentimental

Thinking: I have to go to bed

 

Vorhin waren wir mit Yumi und Masako im Izakaya. Zuvor haben wir noch Emiko getroffen. Izakaya ist .. äh... naja, ne Art Pub. Jedoch sitzt man in Separees, zieht selbstverständlich die Schuhe am Eingang aus und sitzt nicht auf Stühlen sondern auf dem Boden, in leicht gedämmter Atmosphäre. Super schön eigentlich, man ist unter sich und es gibt Essen und Getränke. Wir haben uns jeder mehrere kleine Tellerchen und Cocktails bestellt, die alle so nach und nach an den Tisch gebracht wurden, wo sich jeder mit seinen Stäbchen bedienen konnte. Da die beide Japanerinnen gut Deutsch und Englisch sprechen, ist die Kommunikation mit ihnen nie ein Problem gewesen. Im Gegenteil, wir sind nur am Schnattern und am Lachen. Ich habe so viel Spaß mit denen =) Woher wir die Japanerinnen alle kennen? Also hier in der Stadt gibt es - wie in Deutschland auch - eine Art japanisch-deutsche Gesellschaft, zu der von Osaka-san netterweise der Kontakt aufgebaut wurde. Fast jeden Abend, bis auf wenige Ausnahmen, hatten wir immer Besuch von einigen der weiblichen Mitglieder. Sind halt fast nur Frauen in der Gesellschaft und einige von ihnen waren fast jeden Tag bei uns. Ich hab die alle so sehr ins Herz geschlossen! Die sind so verdammt nett zu uns! Ich bin es wirklich nicht gewohnt, dass man sich wegen mir so viel Umstände macht und mir so große Freundlichkeit entgegengebracht wird! Ich wollte gerne nen Yukata (Sommerkimono) haben und Masako ist extra in ihrer schon nicht allzu langen Mittagspause in die Läden in der Nähe ihrer Arbeitsstelle gefahren, um für mich nach Yukata zu schauen. Sie hat mir dann direkt von der Arbeit aus eine Email geschrieben. Allein so kleine Gesten finde ich so lieb und zuvorkommend, dass ich sie alle schon jetzt so sehr vermisse =(

 

Listening: Melanie wie sie hustet... und hustet... und hustet...

Feeling: Grade doch leicht genervt von der Husterei, aber bei dem Kind is ja echt immer was...

 

Finds schon komisch, wie schnell man sich an alles gewöhnt. Wo es doch heißt, dass Krebse (Sternzeichen) eher so heimatverbunden bzw. heimelich sind und vorsichtig, wenig risikofreudig. Aber ich hab mich sehr schnell eingelebt und auch sofort total wohlgefühlt. Die anderen meinen, dass sie sich auf zuhause freuen, nur ich nicht. Ich könnte noch länger bleiben. Obwohl das vielleicht etwas optimistisch klingt. Denn im Grunde genommen gibts in der Stadt, in der ich mich aufhalte, nicht so viel zu sehen. Die bekannten Orte haben wir schon abgeklappert und wenn wir abends nicht immer Besuch bekämen oder ich in ner WG (je nachdem wie man es definiert, ist das hier eine Art WG) wohnen würde, wo ich täglich mit anderen Charakteren konfrontiert wäre, würde ich mich sicher recht schnell langweilen. Ne Discoszene scheint es nicht zu geben, wobei ich darauf nicht unbedingt ausbin. Das ist mir ja selbst in Deutschland relativ egal geworden. Viele Touristen gibt es auch nicht und selbst wenn, dann eher aus Japan selbst. Ausländer trifft man keine. Hab drüber nachgedacht, wie es wohl wäre ein Auslandssemester einzulegen. Die anderen meinen, dass ich sogar Chancen hätte, eine Uni hier zu besuchen. Wenn ich drüber nachdenke, haben sie eigentlich recht. Die bekannten Unis wie die Todai zu Beispiel (das sind so die ganz bekannten, in amerikanischen Filmen wäre sicher immer von Harvard oder Yale die Rede) kann ich vergessen, denn da wollen sie alle hin und das Bewerbungsverfahren wird hart und ohne Stipendium läuft eh nichts. Aber in so "kleineren" Städten wie Takamatsu (420.000 Einwohner) sind die Chancen vielleicht ganz gut, weil ja keiner der Ausländer auf die Idee kommt, sich in so ner kleinen Präfektur zu bewerben. Und wie der Bürgermeister höchstersönlich meinte, sind die Einwohner froh oder stolz, wenn sich Deutsche in die Präfektur "verirren". Morgen Mittag treffen wir Yumi ein letztes Mal und wollen Udon essen gehen. Diese Nudelart ist eine Spezialität in dieser Gegend und scheinbar ziemlich berühmt. Vielleicht schaffe ich es vorher nochmal in das Exchange Center zu gehen, wo sich die "Ausländer" tummeln, in der Hoffnung ein paar Infos zu der Uni und einem Stipendium zu bekommen. Und wenn alles nicht klappt, rasiere ich mir die Haare vom Kopf, schmeiße mein Studium und lebe fortan autark zusammen mit den hübschen Buddhisten vom Dojo =))))

 

2009/09/10, 02:02

3 Kommentare 10.9.09 19:13, kommentieren