Wieso sich Antje so aus der Bahn werfen lässt...

Feeling: Aufgeregt! Übelst aufgedreht!

Drinking: Calpis

Eating: Ein Stückchen Meiji Schokolade

Thinking: WTF??? Warum bin ich auf der Homepage vom Dojo??

Listening: Das übliche Klimaanlagengebrumme

 

Ich habe heute eines der genialsten Fundstücke ever im Internet entdeckt! Okay, für alle Nicht-Teilnehmer ists total uninteressant wahrscheinlich, aber ich bin seit nem halben Tag einfach nur noch aufgedreht! Seit wir im Kappa Dojo waren, gibt es bei uns wirklich kein anderes Gesprächsthema mehr! Glaub, selten hat mich etwas so geprägt bzw. beeindruckt wie die paar Tage dort. Was in meinem Fall jedoch wahrscheinlich an den dort anwesenden Person liegen dürfte ,-) Dabei hab ich nichtmal alles vom Dojo erzählt! Hachja^^ Ich krieg mich echt kaum ein. Hab grade so nen richtigen Rückfall ins Teeny-Alter, als man so dolle von etwas oder jemandem geschwärmt hat, dass jegliches logisches Denkvermögen total aussetzt xD

Und grade fällt es mir voll schwer was zu schreiben, weil das Kopfkino Überhand nimmt. Versinke so schön in den Erinnerungen und Tagträumen und so weiter^^"

Wurde soeben zur Weiberdiskussion gerufen. Natürlich ging es mal wieder nur um das eine: Männer! Oder besser gesagt bei jeder der Damen hier um einen anderen gewissen bestimmten Mann. Mel hat sich wohl in Tokyo in einen Japaner verguckt, der aber dort ne andere abgeschleppt hat und nun aber eingesehen hat, dass es nen Fehler war. Nun wird munter diskutiert, was sie ihm im Chat antworten soll. Ich halte mich daraus. Es gab zwar die ein oder andere deutsch-japanische Pärchenbildung, jedoch bin ich in der Hinsicht glücklicherweise etwas realistischer geblieben. Ich weiß, dass es sich um ne Ausnahmesituation handelt. Genau wie bei den vielen Urlaubsflirts, da ist man einfach ganz anders drauf, als im Alltag. Ist bei mir ja grade nicht anders. Ich schwärme ja auch zutiefst von den Mönchen, so richtig pubertierend. Aber wenigstens bereitet es mir ne echt gute Laune. Kennt das jemand, dass man innerlich total augewühlt ist und einfach Kreischen könnte, wenn man zum Beispiel nen neues Foto des eigenen Schwarms entdeckt? Dieses Herzklopfen und der Zustand des aufgeregt seins? So hab ich mich heute auch gefühlt, als ich die Homepage gefunden habe und die Blogeinträge übersetzte. Kurz vorm Ausflippen^^ Ist in dem Fall nur blöd, wo ich genau weiß, dass wir uns sicher nie wiedersehen. Und nein, selbstverständlich rechnet sich niemand unserer Mädels dort auch nur ansatzweise realistische Chancen aus. Glaub, das würde auch keine von uns wirklich wollen. Aber es ist einfach spaßig und irgendwie gut zu wissen, dass die große Natur bei allen Weibern so begehrt ist und wir uns stundenlang über ihn und die Zeit im Dojo unterhalten. Aber ganz ehrlich: Wir waren jetzt zwei Wochen lang 24 Stunden am Tag nur mit Weibern (und einem sehr sehr schweigsamen Kerl) unterwegs, hingen den ganzen Tag regelrecht aufeinander. Und dann werden auf so nen Trupp regelrecht ausgehungerter lechzender Weiber ein paar gutaussehende gleichaltrige Mönche losgelassen? Das ist echt richtig richtig unfair ,-) War klar, dass sich plötzlich alle Mädels wie im Kindergarten benehmen und versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen, was natürlich viel zu oft in peinlichen Sitautionen ausartet. Wer erinnert sich nicht, dass wenn man versucht jemandem zu imponieren, alles irgendwie "leicht" ins lächerliche abdriftet. Aber ich will mich nicht beschweren. Gehöre ja schließlich auch zu den besagten lechzenden Weibern, die die hübschen Mönche nicht aus den Augen lassen konnten *grins* Mit dem einen hab ich aus lauter Angst nichtmal ein Wort geredet! Hätte ihn so gerne irgendwie beeindruckt, aber aus Angst mich lächerlich zu machen, hab ich dann lieber gar nichts geredet... Zumindest mit ihm nicht... Bevor hier irgendjemand auf falsche Gedanken kommt: Nein, ich bin nicht verliebt! Ich hab mich nicht in einen der glatzköpfigen Schnuckis verknallt. Ich schwärme jedoch regelrecht von ihnen und naja... von dieser ganzen Ausnahmesituation, die ich im Dojo erlebte. Mag das auch nicht näher beschreiben, denn nach dem stundenlangen Gekreische und Gequietsche von Fatma und mir, merk ich grade wie müde ich doch bin. Drum ziehe ich mich dann mal mit meinen Tagträumereien und dem nicht enden wollenden Kopfkino zufrieden ins Bettchen =)

Musste auch grad an die Email von Noriko denken. Das ist grade so, als wenn man sich bissi verguckt hat und ne Nachricht bekommt, dass derjenige welche einen auch mag. Dieses verflixte (aber auch schöne) innere Unruhe. Und ich komm aus dem Grinsen einfach nicht mehr raus =)))

2009/09/10, 00:38

1 Kommentar 9.9.09 17:42, kommentieren

Unterwegs auf der Hauptinsel

Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Antje in Japan"! Heute mit folgenden Themen:

 

Wie jetzte? - Busfahrwirrwarr in Kyoto

Pretty Woman - Dorfkinder im Luxushotel

Osaka - Was gibts denn hier eigentlich tolles?

 

Das und noch vieles mehr erleben Sie jetzt!

 

Drinking: Milk Tea - jaja, das Land hier möchte umweltbewusst sein und dennoch werden Millionen PET-Flaschen aus den Automaten gezogen

Eating: Sandwich - zumindest was hier so als Sandwich bezeichnet wird xD Richtiges Brot gibbet nüscht sondern man findet fast nur süßes Brot in allen Varianten oder Weißbrot bzw. Toastbrot

Feeling: Zufrieden, bissi mit Tagträumereien beschäftigt, trotz der Rückenschmerzen und dem Kratzen im Hals

Chatting: Mit Daniel - Jung, in Deutschland isses 3 Uhr nachts, ab ins Bett ,-)

Listening: Meine Playlist bestehend aus Alice Cooper, Aestethic Perfection, Jesus on Extasy, Deine Lakaien, Blind Guardian, Amorphis, SAM, AC/DC, Psychic Force, WASP, ...

Thinking: Hungeeeeer

 

- Lost in Kyoto -

Wie bereits erwähnt, verschlug es mich die letzten beiden Tage auf die Hauptinsel in zwei der größten und bekanntesten Städte Japans Kyoto und Osaka. Unser vier Weiber starker Trupp hatte das Glück ein Sonderangebot der JR (Japan Railway) zu ergattern und für 20 Euro ca. pro Person an einem Tag alle JR-Verbindungen nutzen zu können. Will gar nicht wissen, wieviel die Strecke sonst gekostet hätte, wo wir allein für die einstündige Fahrt zum Kompira-Schrein schon rund 60 Euro (für EINE Fahrt) bezahlt hätten, wenn die Kosten denn nicht Osaka-san übernommen hätte! Sonntag um halb 6 in der Früh stapften wir zum Bahnhof, in der Hoffnung dort was zum Futtern kaufen zu können, aber leider hatten noch alle Läden zu. So fuhren wir dann mit der Bahn nach Okayama, direkt über die große Brücke, die die beiden Inseln Shikoku und Honshu miteinander verbindet. Ewig lang mit dem Zug über die Inlandsee, das war schon schwer beeindruckend! In Okayama hatten wir drei Minuten Zeit zum Umsteigen, also wieder nichts mit Frühstück und nach zwei Stunden endlich in Himeji angekommen ganze acht Minuten Zeit für den nächsten Zug. Dennoch reichte es, um sich mal eben mit paar Reisbällchen und Brot (dem süßen Zeugs da) einzudecken. Die Hinfahrt nach Kyoto verlief also recht problemlos, wir schafftes es sogar im riesigen Bahnhof relativ schnell Ineke zu treffen, mit der wir verabredet waren und die schon einen Tag vorher in die Stadt gereist ist.

Nächstes Problem: Busfahren! Gut, ich weiß, wie man in einen Bus einsteigt usw. Dumm war nur, dass wir drei verschiedene Pläne an, die alle nicht so richtig miteinander harmonierten. Aber scheinbar ist das in Kyoto Gang und Gebe, denn wir standen keine Minute mit unseren Plänen und Ausdrucken vor dem Busbahnhof als auch schon ein kleiner Mann mittleren Alters vor uns stand und fragte, ob er uns helfen könne. Er riet uns vehement davon ab, einen Blick auf die Fahrtzeiten und die Busfahrpläne an den Stationen zu werfen, denn die wären angeblich so kompliziert, dass sie selbst die Japaner aus Kyoto selbst nicht richtig raffen würden xD Vereint schafften wir es, uns ein Tagesticket für 500 Yen zu kaufen und zumindest in den richtigen Bus zum Kaiserpalast einzusteigen. Wie der Palast nun war, kann ich nicht sagen, denn der ist wohl nur an wenigen Tagen im Jahr überhaupt der Öffentlichkeit zugänglich. Okay, beeindruckend wars schon, vor allem die gigantischen Ausmaße der Bauten, aber so angetan war ich nun nicht. Zum Chillen, wenn man denn Zeit hat, mag es ja ganz nett sein, aber die hatten wir nunmal nicht. Also beschlossen wir, uns DEM Touristenziel Nummer 1 zu widmen: Der Goldene Pavillon! Die Fahrt (mit dem Bus natürlich) war gar nicht so kompliziert, die Anzeigetafel im Bus war sehr zu meiner großen Verwunderung sogar mal auf Romaji (also in unseren Buchstaben^^" ) .Wahrscheinlich, weil der Goldene Pavillon echt eine der großen Touristenattraktionen ist. Übrigens war er schon sehr beeindruckend, aber die Menschenmassen sind mir schon etwas auf die Nerven gegangen. Bin nicht so der Fan touristischer Aktivitäten, aber ein wenig Sightseeing muss schon sein. Das sind für mich so Sachen, die man echt anschauen muss, wenn man denn mal in Japan ist. Was ich besonders genial fande: Wir saßen vor dem Eingang des Parks am Goldpavillon, als ich auf der anderen Straßenseite zwei Teilnehmer des Youth Summits entdeckte! Ich mein, wie geil ist das denn? Mitten in Kyoto!! Und auf einmal steht Jens vor mir! Den Namen des anderen weiß ich nicht, ist aber nicht so tragisch, denn den mag ich nicht so besonders. Aber mit Jens hab ich mich prima verstanden, da werd ich den Kontakt auch sicher halten, zumal er aus Mühlheim (Offenbach) kommt *grins* Von dort kenn ich zufällig noch jemand anderen ,-) Wir waren dann noch Takoyaki essen, das sind Tintenfischbällchen. Für wirklich nen Appel und nen Ei, wie man so schön sagt. Auf der Nippon Connection blecht man für 4 Stück rund 5 Euro und hier haben wir 6 Takoyaki für 2,60 gefuttert. Saulecker die Dinger^^ Im Anschluss schauten wir uns noch den... ähm... den... ... Wir schauten uns noch einen Tempel an, der scheinbar im zen-buddistischen Stil gehalten ist, bevor wir uns von Ineke verabschiedeten, die in einem anderen Hotel untergebracht war. Nun standen wir vor der nächsten Herausforderung: Finde das Hotel!

Die Broschüre des 5-Sterne-Hotels ist komplett japanisch. An und für sich kein Problem, wenn denn wenigstens die Haltestellen übereingestimmt hätten! In der japanischen Broschüre konnte ich zumindest die Wegbeschreibung etwas lesen *stolz* Also welche Station und wie weit man zu Fuß noch gehen muss und so. Dummerweise gab es diese Stationen auf unseren Busfahrplänen nicht. Auf der groben und sehr stilisierten Karte der Broschüre war das Hotel nichtmal eingezeichnet. Herr Osaka hat lediglich eingekringelt, wo es denn ungefährt liegt... Ergo: Wir waren nur leicht aufgeschmissen... Es war auch schon 18 Uhr, die Dämmerung brach bereits ein, als wir mit einem der Busse (dem Namen nach wohl eine, die im Norden der Stadt im Kreis fährt, Norden 8) zur Haltestelle fuhren, von wo aus wir uns erhofften, in den Bus Nummer 5 einzusteigen. Laut Plan waren die Haltestellen identisch, doch gab es dort keinen fünfer Bus.. Ahso, in diesem geilen Nord-Bus galten auch scheinbar unsere All-City-Tickets nicht, was den Namen der Tickets wiederum lächerlich erscheinen lässt... Drum dort nochmal 160 Yen (Kindertarif, warum auch immer xD) nachblechen. Jedenfalls fanden wir die Haltestelle des einen Busses nicht, mit dem wir weiter nördlich fahren wollten, also marschierten wir grob in die Richtung, die wir für richtig hielten. Bis wir dann die Schnauze voll hatten und ein Taxi anhielten. Zumal es auch schon abends war...

Lost in Kyoto passt übrigens auch deshalb recht gut, weil Meike ihre Kamera irgendwo hat liegen lassen und sich - als wir im Goldenen Pavillon waren - nochmal alleine auf den Weg zum Kaiserpalast begeben hat, um die Orte nochmal abzuklappern, wo wir waren, in der Hoffnung die Cam zu finden. Leider vergebens. Und wir warteten ewig vor dem Pavillon, weil Meike sich verfahren (mit dem Bus übrigens) hat. Sehr ärgerlich, ich war echt sauer, weil ich gerne noch mehr von Kyoto gesehen hätte und ich es echt nicht abhaben kann, lange auf jemanden zu warten! Zeitverschwendung! Sowas mag ich gar nicht. Dennoch war ich froh, dass Meike wieder da war, denn ohne sie hätten wir das Hotel nicht gefunden. Denn ausgerechnet die, die sich ohne denkbar gute Japanischkenntnisse alleine auf den Weg in die Stadt gemacht hat, hatte die Hotelbroschüre einstecken. Und wir saßen beim Takoyaki-Futtern und überlegten, wie wir ins Hotel kommen sollten, wo wir nichtmal den Namen wussten!! Sondern nur mehr als grob den selbst gezeichneten Kreis mit der ungefähren Lage im Stadtplan... Gut, dass Meike wieder aufgetaucht, zwar ohne die nagelneue Kamera ihrer Eltern, aber materielle Dinge sind in solchen Fällen nicht ganz so wichtig, wie ich finde.

 

- Genießt es, so eine Chance bekommt ihr nie wieder -

Wie gesagt, wir stiegen ins Taxi ein und hielten dem Fahrer die Broschüre des Hotels vor die Nase, der doch sichtlich verwundert zweimal nachfragte, ob wir dorthin wollen. Gut, dass wir das Taxi genommen hatten, denn unsere Unterkunft lag sehr sehr weit außerhalb (das hätten wir alleine nie gefunden!) einen Berg hoch, wo es sonst ausschließlich Ferienresorts gab. Also nix mit Wohngegend sondern ein Luxushotel neben dem anderen. Der Taxifahrer bog in die Hoteleinfahrt ab mit vier staunenden Weibern im Auto. Vorne am Eingang warteten drei Pagen mit Gepäckwagen, ein paar andere trugen grade Gepäck eines anderen Taxis davon. Ich bezahlte den Fahrer, als mir auch schon von einem der Bediensteten die Tür geöffnet wurde. Die müssen sicher blöd geguckt haben, als da vier Tussis mit ihren Rucksäcken ausstiegen ,-) Der Page ging voraus, vorbei an Springbrunnen, beleuchtetem Wasser bis wir endlich mal in der gigantischen Lobby angelangt waren. Überall buckelten sich die Angestellten, grüßten und wollten unsere miefenden Rucksäcke abnehmen... An der Rezeption angelangt, mussten wir nichmal ein Wort sagen, da nahm die Frau schon ein Telefon in die Hand und sagte, dass Herr Osaka mit uns sprechen möchte. Vielleicht sollte ich erstmal erzählen, wie es dazu kam, dass wir in diesem Bonzen-Ding gelandet sind. Wir wollten eigentlich in einem Hostel übernachten. Herr Osaka (dieser reiche Kerl, dessen Ferienwohnung wir nutzen dürfen und der alles aus eigener Tasche bezahlt) interessierte sich, wo wir denn in unserer freien Woche hinfahren und bot uns an, einen Freund anzurufen, dass wir die Nacht in Kyoto in einem der Tempel übernachten dürfen. Daraus wurde aber leider nichts, drum organisierte Osaka-san uns diese mega Hotel-Suite, in dem sonst hin und wieder Geschäftskunden von ihm absteigen. Ein Page führte die staunenden Mädels mehrere nicht enden wollende mit Musik beschallten Gänge des Hotels hinab zum Zimmer. Ich sags euch, ich habe noch nie in einem solchen Luxus gelebt! 4 Fernseher, Kamin im Wohnzimmer, eigene Pyjamas für jeden Hotelgast, eigene Slipper, Whirlpool mit integiertem Fernseher in der Wand in einem der beiden Badezimmer, eine Minibar so groß wie mein Schreibtisch daheim, Kronleuchter, der schwarze Marmorboden so glänzend geputzt, dass ich mir selbst beim Gehen unter den Rock gucken konnte, drei Türen, die ins Badezimmer führen, und und und... Wahnsinn! Da es bereits spät war und uns der Huner quälte, beschlossen wir noch einen "kleinen" Rundgang durch das Anwesen zu machen. Ha, und ich fand es schon dekadent beim Botschafter zu flanieren! Aber DAS hat es echt nochmal getoppt! Aus Spaß schauten wir uns die Speisekarte der Lounge an und gingen an den insgesamt 5 im Hotel integrierten Restaurants vorbei. Wohlbemerkt, wir gingen nur vorbei! Wir hatten zwar richtig Hunger, aber das günstigste Menü in dem japanischen Restaurant sollte grad mal schlappe 150 Euro (!!!) kosten!! In einer der Cocktailbars bekam man die günstigsten Drinks schon für angenehme 15 Euro! "Ach, tut einfach so als würdet ihr jeden Tag drei Scheiben Toastbrot für 14 Euro essen!" (Antje beim Blick auf die Angebotskarte der Lounge). Aus lauter Verzweiflung verließen wir das Resort-Areal, jedoch fanden wir nur einen einzigen Getränkeautomaten, an dem wir uns mit Abendessen in Form von Wasser, Cola, Calpis, ... naja Getränken halt, eindeckten. Und im Souvenirshop holte sich noch jeder eine 2 Euro Chips im Miniformat. Das zusammen mit den 4 Schokoladenstückchen, die in unserer Suite auf den Kopfkissen lagen, mussten als Abendessen ausreichen T_T  Während wir völlig unbeholfen und sichtlich fehl am Platze durch die endlosen Gänge des Hotels wanderten, kam ich mir schon ein klein wenig wie in Pretty Woman vor. Wo sie dann unten in der Lobby in ihrer "Arbeitskleidung" aufwartet und die Gepäckboten komisch gucken und so weiter. So in etwa muss man sich das bei uns vorstellen, nur dass wir nicht ganz sooo nuttig gekleidet waren ^.~ Im Zimmer zurück wurde einer der vier Fernseher eingeschaltet - der größte von allen *höhö* - und es lief Pretty Woman! Wie das mal wieder passte, wo ich es 10 Minuten vorher gesagt hatte xD Manchmal finde ich solche Zufälle schon etwas unheimlich...

Die restlichen drei Weiber verblieben vor der Glotze mit den Chips und ich machte mich auf den Weg zum Spa =))) Bin ja mittlerweile total der Bade-Fan geworden und der Spa war halt so ne Mischung aus japanischer Badetradition (Gemeinschaftsbad) mit dem deutschen Verständnis für Thermalbäder^^ Ich kam zum Eingang des Spa-Bereiches, als mir direkt zwei Handtücher verabreicht wurden. In dem Umkleideraum wurde sich schnell der Straßenklamotten entledigt und ab zum Duschen/Waschen. Ziemlich dekadenter Waschbereich mit schwarzen Fliesen und nicht einfache Plastikschüsseln (man füllt Schüsseln mit Wasser und kippt sich das dann über den Körper) sondern alles fein aus schickem Holz. Eine Vielzahl von Seifen, Shampoos, Conditioner, Gesichtswaschzeugs, ach so alles, mit dem man sich reinigen kann, stand bereit. Natürlich musste alles ausprobiert werden^^ Glaub so feine Poren im Gesicht hatte ich in meinem ganzen Leben noch net *möp* Dann - nachdem jeder Schaumrest auch gründlich abgespült wurde, mit dem Bottich *hihi* - gings in das riesige Badebecken, alles in piekfeinem Schwarz gehalten. Irgendwann bemerkte ich auch, dass es draußen noch weiterging. Staunend betrat ich die Außenanlage. Es gab nämlich noch weitere Becken, Whirpools, Massagebecken und alle draußen! Überdacht zwar, dennoch draußen, wo man sich von unten die Wasserfälle des Hotels, die hübsch beleuchteten Fächerahorne und die Landschaft angucken konnte. Wunderschön! Weiß gar nicht, wie lange ich dort drin gesessen habe, aber es muss schon locker ne Stunde gewesen sein. Dann gings noch zweimal in die Sauna, ins kalte Becken, wiedermal duschen, Hautreinigungsgels ausprobieren *hihi* und wieder zur Massage usw. Also richtig Wellness im Spa-Bereich. Es war wirklich toll! Ich hab es total genossen! Okay, ich wurde schon begutachtet, weil ich schon recht auffiel. Aber als Ausländer in Japan wird man eigentlich immer angegafft, aber das ist ein anderes Thema. Mit einer Frau kam ich sogar ins Gespräch, sie erklärte mir, wie man den Massagestrahl reguliert. Mir hats im Wellness-Bereich einfach riesen Spaß gemacht, vielleicht lass ich mich in Deutschland auch wieder mal in den Thermen blicken. Mag jemand mit? ,-)

Feeling: Gut =)

Drinking: Calpis Water

Eating: Schokoladentäfelchen

Listening: Eines der Mädels duscht scheinbar grade

Watching: Anleitung zum Yukata-Gürtel binden

Thinking: OMG! Das bekomme ich nie alleine hin

Hatte nen kurzen (okay, nen langen) Break. Hab heut morgen mit dem Verfassen angefangen und nu isses gleich schon Mitternacht. Nein, ich hab nicht so lange geschrieben, sondern war heute in der Stadt unterwegs und dann gabs ja auch noch Besuch ,-)

Nach über zwei Stunden, völlig kaputt, aber happy und mit nem halben Dutzend Bodylotions, Feuchtigkeitscremes, Gels usw. (alles gratis^^) eingeschmiert, kam ich aufs Zimmer und genoss den wohlverdienten Schlaf.  Ahja, als wir am Vorabend noch draußen rumliefen, wollten wir den Haupteingang wieder benutzen, wo wir mit dem Taxi einfuhren, um ins Hotal zu gelangen. Erstmal wurden wir komisch angeschaut, da wir zu Fuß angelatscht kamen, dann wollten uns die Bediensteten nicht reinlassen, sicher haben sie uns für Personal gehalten. Auch als wir sagten, wir hätten schon eingecheckt, waren sie skeptisch. Erst als ich aus Meikes Tasche unseren Zimerschlüssel hervorkramte, machten sie große Augen und entschuldigten sich hundertmal und geleiteten uns noch bis zur Lobby. Wie in diesen "Plötzlich Prinzessin" Filmen und Konsorten ,-)  Auch geil war das Auschecken am nächsten Morgen. Wir bekamen die Rechnung vorgelegt auf Japanisch, also erklärte uns die Dame, wie sich die Rechnung zusammensetzte. Die eigentlich Rechnung für die Miete des Zimmers bekamen wir nicht zu Gesicht, denn die ging direkt an Herrn Osaka. Will gar nicht wissen, wieviel dieses Suite gekostet hat. Jedenfalls zeigte sie uns die Sonderrechnung für alle zusätzlich entstandenen Kosten. Einmal Nutzung des Telefons für 3 Euro, okay, hatten Ineke ja angerufen, passte also. Dann der nächste Punkt: Frühstück. Kosten 8400 Yen. Irgendwas zwischen 60 und 70 Euro! Sichtlich geschockt, griff jede von uns automatisch zum Gedbeutel. Verzweifelte Blicke und "wievel Geld hast du noch dabei?" Getuschel kamen auf. Dann versuchte ich der Frau zu erklären, dass wir noch gar kein Frühstück hatten. Also telefonierte sie ein paarmal und entschuldigte sich bei uns und cancellte das Frühstück. Glück gehabt! Für 2100 Yen pro Person Frühstücken! Das sind 16 Euro oder so. Dafür kann man schon einiges erwarten, aber wenn ich mir das Hotel so angucke, wirds wohl auch nur nen Schüsselchen Reis und nen Croissant dafür gegeben haben. Tja, werden wir wohl nie erfahren ,-) Aber wenn das Frühstück allein soviel kostet, kommen mir die Tränen wenn ich dran denke, was Herr Osaka einfach mal eben für das Zimmer ausgegeben haben muss! Warum macht ein Mensch sowas? Denn im Grunde genommen sind wir ja einfach nicht anderes als wildfremde Menschen! Warum ist jemand so nett zu fremden Menschen? Das kostet den Mann ein Vermögen! Wir wohnen gratis, wir verbrauchen seinen Strom, fahren auf seine Kosten mit Taxis und und und... Ich weiß nicht, wie ich das jemals gutmachen kann! Ferner weiß ich nicht, ob ich jemals in meinem Leben nochmal in einem solchen Luxus schwelgen kann. Wobei wir uns schon recht unwohl fühlten in dem riesen Ding, weil wir einfach so fehl am Platze waren. Aber ein einmaliges Erlebnis war es schon und der Gedanke vielleicht doch einen Millionär zu heiraten, wird mir auch etwas sympathischer *gg*

 

- Wakarimasen (Ich verstehe nicht) -

In Kyoto selbst besuchten wir noch den Silberen Pavillon, der zwar grade renoviert wird, aber der tolle Garten hats doch wieder entschädigt. Eigentlich wollten wir noch nach Gion, aber da wir bereits wieder für die Fahrt mit der Bahn und dem Bus latzen mussten, weil es außerhalb des All-City-Tarifs ist, wurde uns das zu teuer. Kleinvieh macht auch Mist. Es summiert sich alles total, wenn man mal hier hundert Yen, mal dort 150 Yen usw. ausgiebt. Aber immerhin hab ich nun nen schönes Mitbringsel für den Kanzler gefunden^^ Danach hab ich voll lange gesucht, weil ich das schön finde. Also ich hoffe, du freust dich drüber, auch wenns nur ne kleine Kleinigkeit ist. Ahja und nen Yukata hab ich mir gekauft^^ Den hatte ich sogar eben an, hatten Besuch von zwei Japanerinnen, die eine hat mir den Gürtel gebunden =) Naja, ich wäre gerne noch länger in "Anjas Stadt" geblieben, aber schließlich wollten wir ja noch Osaka sehen. Ein Tag für Kyoto ist viel zu wenig, aber das wusste ich ja bereits vorher. Hab eh eingeplant irgendwann mal wiederzukommen. Hey Anja, wieviel Platz für Couch-Surfing-Gäste hast du noch gleich? *grins*

Mit JR pilgerten wir nach Osaka. Ziemlich ziellos um genau zu sein, da wir uns planungstechnisch gesehen, voll auf Kyoto eingeschossen hatten und plötzlich in Osaka standen und gar nicht so wirklich wussten, was es in der Stadt denn zu sehen gibt xDD Peinlich, gerade für ne Japanologin *seufz* So fuhren wir zum Fluß (Namen vergessen) und latschten über ein paar der bekanntesten Brücken. Osaka hat sehr sehr viele Brücken. 808 Stück um genau zu sein! 4 Stück davon haben wir zu Fuß überquert, bis wir die Shoppingmeile entdeckten *hehe* Da niemand mehr Lust auf Kultur hatte und ich die berühmten Brücken gar nicht mal so spannend fand (hätte sie mir viel größer und spektakulärer vorgestellt), schlenderten wir durch die Shoppingpassagen. Mäcces gibts übrigens ziemlich viele. Dort bekommt man ne tolle Version des McFlurrys mit Oreo-Stückchen (ich liebe Oreos) und Minze. Klingt bissi merkwürdig, aber es schmeckt ganz gut und hat zumal ne richtig chemisch giftige Farbe^^ Und da ich ja Softeis toll finde, kommt es mir sehr gelegen, dass man an jeder Straßenecke Softeis kaufen kann *hehe* Osaka ist auch wieder so ne Touristenhochburg. Das besondere an der Stadt ist, dass sie den sogenannten Osaka-ben (Osaka-Dialekt) sprechen, den niemand von uns auch nur ansatzweise verstanden hat. Als wir Crepe kaufen wollten (die Crepes hier sind so göttlich!) hatten wir total die Verständigungprobleme, wo wir teilweise nichtmal genau wussten, welche Sprache der Typ da grade mit uns redet! Lustig war es jedoch, dass uns zwei Japanerinnen zu Hilfe kamen, die zum Glück gutes Englisch sprachen. Mit ihnen saßen wir noch ne ganze Weile rum und redeten über Host Clubs. Die beiden hatten nämlich Werbefächer (ist wohl üblich, dass man Werbung auf Fächer aufklebt) von nem Host Club. Das ist nen Club, in dem man sich für 1000 Yen eine Stunde lang nen Typen mieten kann, der dann eben diese Zeit über bei einem sitzt, einem die Getränke eingießt und einem ständig sagt (aus vollster Überzeugung versteht sich *gg*) wie toll er dich findet! Normalerweise kosten die Männer mehr, aber diese - deren Bilder auf dem Fächer aufgedruckt waren - waren im Sonderangebot *whoohoo* Ahja, man muss seinem Typen natürlich die Getränke usw. kaufen, was einen dann auch recht schnell recht viel Geld kostet. Und das Mieten beinhaltet übrigens keinerlei körperliche Angelegenheiten. Es gibt sogar ne Art Charts in den jeweiligen Clubs, wo dann die beliebtesten Männer auch begehrter sind und auch mehr kosten. Schon bissi irre, aber immerhin sitze ich grade in einem Land, in dem sogar Ampeln (!) mit einem Reden!

Ansonsten fällt mir zu Osaka nicht mehr viel ein. Ich war nicht so angetan, aber die schönen Seiten hab ich auch nicht gesehen. Denke schon, dass mein Sensei in der Uni zu Recht so begeistert von der Stadt ist. Nur hab ich leider keine Zeit gehabt, mich näher umzuschauen. Nach der grade mal vierstündigen Heimfahrt *hüstel* mit dem Zug (bzw. den Zügen), gings endlich ins Bett. Heute konnten mer so richtig schön ausschlafen^^ Hab auch gepennt bis 10 Uhr oder so. Das war echt mal nötig =) Morgen wollen wir auf die Teufelsinsel, Dämoneninsel - so ne richtige Übersetzung gibts da nicht. Angeblich soll der Teufel dort ein Mädchen gefangen gehalten haben, dessen Schreie man am Berg hin und wieder hören kann. Wir fahren mit der Fähre hin, die kostet grade mal lächerliche 100 Yen (80 Cent), also störts mich nichtmal, wenns unspektakulär wird.

Ach übrigens Danke Benni für die Informationen zur derzeitigen deutschen Wahlkampagne. Ich wähle dann mal Homer Simpson^^

Auch Dank an Micha für den Antrag auf den 26-Stunden-Tag. Schade, dass es nicht klappt, aber ich hab mir überlegt, einfach nach ner Möglichkeit zu suchen, wie man dauerhaft mit 5 Stunden Schlaf die Nacht auskommt! Ohne, dass es zu körperlichen Schäden führt. Oder aber ich brauch nen Gerät, welches Gedankengänge direkt Wort für Wort digitalisiert bzw. zu Papier bringt, egal wo ich bin. So dass ich das was ich schreibe nicht mehr schreiben muss, sondern nur noch denken muss... Ach^^ Hab grad wieder so wirre Gedankengänge *hihi*

Und Anja, ich mag Kyoto^^ Bis auf die Busse! Da hätteste mich echt mal drauf hinweisen können *loool* Wann kann ich dich in Kyoto besuchen kommen? Ich will die Berge brennen sehen^^

 

2009/09/08, 23:57

1 Kommentar 8.9.09 03:46, kommentieren

Oh nein, oh nein!

Mist, ich bin eben erst aus dem Dojo zurückgekehrt. Hatten die Ehre an einem buddhistischen Fest und einer Teezeremonie in Freien teilzunehmen. Und - sehr! zu meiner großen Freude - konnte ich noch allen Mönchen auf Wiedersehen sagen und viele Fotos machen. Und mal wieder die Mönche zum Lachen gebracht *gg* Das kann ich bzw. können die Weiber mittlerweile echt gut!

Dabei hab ich noch nichtmal einen Bruchteil dessen geschrieben, was ich im Dojo so toll fand! Und in 5 Stunden steh ich schon wieder auf - nein, sind doch 6 Stunden - und fahre für zwei oder drei Tage nach Kyoto und Osaka! Dann hab ich wieder keine Zeit und sicher traurigerweise wieder die vielen Highlights und die vielen kleinen lustigen Momente vergessen =( Sowas dummes! Okay, ich werde allein mit Osaka und Kyoto schon seitenweise Reiseberichte verfassen können, aber das wird eher so ne Reisegruppen-Touristen-Nummer werden ab morgen und die Zeit im buddhistischen Tempel war einfach faszinierend auf eine andere Art und Weise. Einen besseren Einblick in diese Welt hätte ich nie nie nie im Leben erhalten können und sowas macht man als einfacher Tourist einfach nicht! Dafür hab ich dieses Programm echt lieben gelernt! Soviel Dankbarkeit kann ich gar nicht zeigen! Allein die vielen vielen Menschen, die ich so sehr ins Herz geschlossen habe, die alle so unendlich nett und hilfsbereit sind! Und das für ein paar wildfremde deutsche Weiber. Grade bin ich tiefst traurig, dass ich die Kappa-Jungs (de Mönche und Mitarbeiter des Dojo) nicht mehr wiedersehen werde. Ringe grade mit ein paar Tränen. Okay, morgen nach Kyoto und dann Osaka, aber hachja...

Also, ein paar Tage gibts nun erstmal keine News, da der Laptop in der Unterkunft in Takamatsu bleibt. Baibai =)

 

Feeling: Traurig

Thinking: Ich will am liebsten JETZT schon zurück ins Dojo!

 

Oder aber hier im Blog schriftlich die letzten Tage etwas verarbeiten, indem ich weiterblogge, aber das geht ja net, weil keine Zeit da ist. Mensch, dieses Land bietet einfach viel zu viel! Ich brauch mehr Zeit zum Schreiben! Schenkt mir Tage mit 26 Stunden!!

 

2009/09/05, 22:59

3 Kommentare 5.9.09 15:52, kommentieren

Wie Antje in ein buddhistisches Kloster gelangte...

Feeling: Müde

Watching: Pictures

Feeling: *höhöhöhö*

Drinking: Gemüsesaft in dem aber auch Beeren mit geschreddert sind - jedenfalls ist die Verpackung pink!

Eating: Schokolaaade und übelst teure Kekse

Thinking: Ach könnte ich doch nur schneller tippen

Listening: Die restlichen Weiber (+ Armin *g*)

 

Schon nach Mitternacht, die Sayonara-Party hat doch länger gedauert und Yumi sitzt auch noch in der Küche mit den anderen Weibern (+ Armin^^). Luisa und Johanna stehen in 4 bis 5 Stunden wieder auf, weil sie das Land leider verlassen. Find ich echt schade, mir wäre es in einer anderen Kombination doch lieber gewesen... Bin auch total müde, war ein anstrengender Tag. Hatten mal wieder recht volles Programm, aber schön wars! Nur leider müssen wir immer so viel spontan ausfallen lassen, weil wir sonst mit der Zeit nicht hinkommen. Sehr ärgerlich, wäre gerne ins Aquarium gegangen, aber das war mit 12 Euro umgerechnet doch zu teuer für ne halbe Stunde...

 

Thinking: Ob ich mich grade noch zum wachbleiben zwingen kann, damit ich vom Kappa-Dojo schreiben kann?

Watching: Pictures - Special Pictures - Very Special Pictures

Feeling: ^__________^ 

Thinking: Is ja witzig - ich bekomm auf der Seite hier japanische Werbung im Banner oben und rechts eingeblendet

 

- Der zweite Sohn des Meisters -

Naja, ich fang mal an vom Dojo zu erzählen. Auf der Welcome-Party war ja bereits der besagte zweite Sohn seines Vaters anwesend und hat uns kurz berichtet, was uns im Dojo erwartet. Von wegen der Tag im Dojo beginnt um 5 Uhr morgens, er kümmert sich um den Kräutergarten und so weiter. Wir waren alle unheimlich gespannt, weil die Japanerinnen uns so Angst gemacht haben, da es anstrengend wird und wir auf die Schultern gehauen werden (was laut Gesa entspannend wirken soll *ja klar*) und so weiter. Ich hatte fast schon Angst davor. Oh und grade höre ich, wie die anderen in der Küche vom Dojo erzählen *hihi* Naja, jedenfalls warteten wir auf den Bus, der uns zum Dojo bringt und waren etwas überrascht als der junge Kerl von der Feier im Bus am Steuer saß. Ich hab die ganze Fahrt über nicht aufhören können zu grinsen, weil in der ersten Sekunde schon (da hat der Bruchteil einer Sekunde gelangt) in seinem Gesicht dieses leicht gehässige Grinsen zu erkennen war. Er war auf der Welcome-Feier kein Freund großer Worte, er hat ja nichtmal seinen Namen genannt! Wir kannten ihn alle nur unter "der zweite Sohn seines Vaters"... xD Jedenfalls ein doch recht knuffiges Kerlchen, wenn mans mal genau nimmt *g* Ich hab auf der Welcome-Party kein Wort mit ihm gewechselt, sondern nur ab und zu mal in die Runde geschaut und gesehen, wie er uns musterte und dann dieses gewisse Grinsen im Gesicht hatte. Natürlich ohne was dazu zu sagen, aber ich fand seine Blicke recht offensichtlich, da er für einen Japaner wirklich sehr stark gebräunt ist von der Sonne und Glatze hat und somit die weißen Augen (nein, nicht die Pupillen) doch recht verräterisch sind. Also man merkt schon, dass er beobachtete...

Nunja, ich würde ja jetzt schreiben, dass ich schon genug über ihn geschrieben habe, aber so gesehen, war er fast ständig DAS Gesprächsthema Nummer 1, also müsst ihr das Geschwätz über ihn noch eine ganze Weile ertragen^^

 

- Ankunft im Dojo -

Wir kamen in einem wunderschönen Hotel an, hoch oben auf einem Berg von wo aus man einen atemberaubenden Blick auf die Inlandssee hatte. Ich war kurz vorm Ausflippen, als ich die Zimmer gesehen habe! Traditionelle alte japanische Zimmer! Tatami-Zimmer!! Diese Zimmer mit den Strohmatten, wo man auf dem Boden schläft und die zig Schiebetüren überall. Allein von diesem Zimmer war ich so begeistert! Ja, ich habe selbstverständlich Fotos gemacht =) Diese Freude hielt leider nicht so lange, wir legten nur kurz unser Gepäck ab und liefen dann bereits mit dem zweiten Sohn des Meisters zum Dojo selbst, welcher nur wenige Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt liegt. Der Dojo entpuppte sich nicht als Kampfsport-Epizentrum, sondern es war die andere Art Dojo gemeint. Denn dieser Name steht nicht nur wie man es aus Karate Kid oder Ranma kennt für eine Art Halle in der man übt, sondern bezeichnet auch eine Art Gemeinschaft. Einen Ort des gemeinsamen Lebens, Arbeitens usw. für eine Gruppe von Menschen. In diesem Fall erwies sich der Dojo als zen-buddhistischer Tempel ô.O Also nix Kampfsport sondern Glaubensgemeinschaft! Gemeinsam mit dem großen Meister saßen wir in einer Runde und bekamen etwas zum Tempel und der Anlage bzw. dem Grundstück selbst erklärt. So der typische Tagesablauf usw. Noch bevor man fertig war mit Fragen, wurden wir auch schon raus aufs Feld gerufen in einen der Kräutergärten.

 

- Der erste Arbeitseinsatz und die Große Natur -

In glühender Nachmittagshitze kletterten wir ein Stück den Berg hinauf zu einigen Feldern, auf denen Lemongras angepflanzt wurde. Die nächsten Stunden verbrachten wir damit Etappenweise jegliche Lemongras-Beete von Unkraut zu befreien. Der zweite Sohn des Meisters half uns, aber ich tat mein Bestes immer irgendwie am anderen Ende des Beetes zu arbeiten. Naja, einmal hab ich ihm nen Büschel Unkraut versehentlich voll vor die Füße geworfen und als er dann lachte, hab ich mich schnell aus dem Staub gemacht. Ich hab eigentlich kein einziges Wort mit ihm geredet. Gut, er spricht kein Deutsch und fast kein Englisch, aber mit meinen sporadischen Japanischkenntnissen bin ich bislang ganz gut zurechtgekommen. Doch bei ihm hab ich mich echt nicht getraut oder vielleicht auch kein Wort rausbekommen, ich kanns nicht genau sagen.. Nachdem wir eifrig alles außer dem Lemongras aus dem knochenharten weil trockenen Boden gezupft bzw. gehackt hatte, wurden wir zur Pause gerufen. Zu unserer großen Freude gabs auch Eis =) Naja, Eis ist gut gesagt, das besteht hier nämlich aus ner Menge an Eiswürfeln, die klein geschreddert oder gehobelt werden, dass man lauter Spähne (schreibt man das so?) hat, worauf man anschließend nach Belieben diverse Sirup-Sorten in vielen kinderfreundlichen knalligen Farben und Geschmäckern dazuschütten kann. Auch die Mönche erfreuten sich an dem Eis. So kam es spontan zu einer kurzen Vorstellungsrunde, in der jeder Deutsche kurz was zu sich sagte (ich war die Einzige, die das auf Japanisch gemacht hat) und alle Mitarbeiter des Dojo in einem Satz kurz was zu sich sagten. Bis auf den zweiten Sohn des Meisters. Die Vorstellung war längst beendet, aber der Junge hatte noch kein Wort sonst gesagt, also nervten wir (also die Weiber^^ Wir haben uns nämlich schon seit der Welcome-Party Gedanken um den Namen des hübschen Kerls gemacht) unsere Dolmetscherin so lange, bis diese zu ihm hinging und ihn aufforderte, er solle seinen Namen auch mal nennen. Und diese kleine Hexe musste dem Jungen natürlich erzählen, dass die deutschen Weiber alle unbedingt den Namen erfahren wollten. Schließlich antwortete er etwas überrascht, dass er Dai-Nen hieße (der Name wurde ihm im Tempel gegeben), was übersetzt soviel wie die "Große Natur" hieß. Und somit hatte er seinen Spitznamen weg! Er war irritiert, als die Mädels spontan in Gelächter ausbrachen, denn dieser Name eignet sich natürlich hervorragend für Wortverunstaltungen, Wortspielchen und Verballhornungen. Nun wird auch der geneigte Leser, der den Eintrag hiervor verfolgt hat bzw. das nochmal nachholt *g*, merken, was genau ich mit "ich fühle mich: naturverbunden" meinte =P

 

- BBQ -

Abends hatten die Mönche ein Barbeque vorbereitet, um uns eine Freude zu bereiten. Wenn die wüssten, dass wir schon zweimal BBQ hatten und eines direkt am Vorabend... Aber es war trotzdem schön. Fatma und ich sind eh die selbsternannten Grillmeisterinnen, da wir auf der Spargelfarm fast alles im Alleingang gebrutzelt haben. Also gingen wir zur heißen Platte über der Feuerstelle, schnappten uns unaufgefordert ein paar Wekrzeuge und begannen aufmerksam beobachtet die Zutaten zu brutzeln. Einer der Mönche, der mir so sympathisch war, den ich sehr ins Herz geschlossen habe, stand auch noch dabei und fragte mich (ich versteh besser Japanisch als Fatma) zu allen Zutaten aus. Wie Süßkartoffeln in Deutschland heißen, ob wir auch Kürbis in Deutschland haben, ob wir Barbeque mögen, ... Der alte Mann (Kobayashi - der Kleine Wald) ist bereits 72 Jahre als, aber so putzig^^ Ich war eine der letzten, die sich Essen holte, weil ich noch mit von uns liebevoll Koba-chan genannten Opa plauderte und mich warum auch immer dazu zuständig fühlte (vielleicht weil ich die Grillzange in der Hand hielt *möp*) den anderen Mega-Portionen in ihre Schüsselchen zu scheppen. Und Koba-chan hat bei jeder Kelle immer "San Kyuuu" (= Thank you, aber in nem einfach niedlichen Tonfall) gesagt, dass ich ihm am liebsten pausenlos was neues auf den Teller gelegt hätte *hehe* Das

 

- Erster Tag geschafft -

Grillen hat mir viel Spaß gemacht und zog sich auch bis 8 Uhr abends. Im Dunkeln liefen wir von der Großen Natur *harhar* begleitet zurück ins Hotel, wo wir mit drei Weibern im Flur die Massagestühle entdeckten. Kostenlos *ding ding ding*! Die mussten selbstverständlich getestet werden! Übrigens war in jedem Zimmer für jeden ein eigener Yukata (so ne Art leichter Sommer-Kimono, auch wenn diese wohl eher die männliche Ausführung waren - trägt man aber auch wie bei uns nen Bademantel) hinterlegt, der natürlich auch getragen werden wollte. Somit lagen wir vergnügt in den Massagestühlen (die Teile habens echt in sich - das ist mit den deutschen Stühlchen nicht !!!! zu vergleichen), kicherten über dieses und jenes (besonders über die Große Natur), als einer der Mönche (mein zweiter Liebling) die Treppe hochkam und sich scheinbar köstlich über uns amüsierte. Tjaja, so sind se halt, die ausländischen Weiber. Laut, aufgedreht, anstrengend... Nachdem der Schnuffi verschwand, setzte ich mich mit den Mädels in die schöne große gemeinschaftliche Badewanne (ich mag die japanischen Bäder^^) und stellte fest, dass scheinbar alle (ja, alle) von uns Damen die Große Natur unglaublich knuffig, attraktiv, niedlich, interessant, putzig, (Liste beliebig erweiterbar) finden!! Und klar, dass ich auch dazugehöre! Somit war schonmal klar, dass die folgenden zwei Tage im Dojo echt interessant sein würden... Warum auch immer, ich war furchtbar müde an dem Abend, obwohl es grade mal 21 Uhr war. Aber da wir ja um 5 Uhr morgens aufstehen würden, ich von dem heißen Bad viel zu entspannt war, legte ich mich ins Bett...

 

2009/09/05, 01:41

1 Kommentar 4.9.09 18:47, kommentieren

I'm Alive

Feeling: Recht amüsiert, relativ gut gelaunt, "naturverbunden" (*rofl rofl rofl*) und hungrig

Thinking: Ich hasse es, dass ich gar nicht alles aufschreiben kann, was ich alles gemacht, gedacht, erlebt habe!

Eating: Noch nichts, denn gleich gibts erst Frühstück, mit leckerer frischen Milch von der Farm, Salat, Obst, Brot, Reis, warmen Gemüse, ...

Drinking: Auch noch nichts, aber ich mach mir gleich nen Kakao und frage mich, wo die den hier aufetrieben haben ,-)

Listening: Straßenverkehr und Klimaanlage

 

Das wichtigste zuerst: Es geht mir gut =) Dummerweise hatte ich gestern Abend/Nacht keine Zeit mehr, zu berichten, denn nach drei Tagen Abstinenz wollten sehr viele "nur mal schnell" ihre Emails checken, dann hatten wir auch noch Besuch von Yumi, die auch fast täglich hier ist. Glaub sie scheint uns echt zu mögen =) Sogar Sanae-chan und Sari-Chan (von der Sportjugenn) haben mir gemailt. Das freut mich grade wirklich sehr. Enttäuscht war ich nur, dass sich von den Weber-Leuten nie jemand meldet, aber so weiß ich wenigstens woran ich bin... Aber da sollte ich mir grade echt keinen Kopf machen, denn heute wartet sicher wieder ein echt schöner Tag auf mich! Ich bereite gleich Frühstück vor, dann gehts mit nem Boot auf eine der Inseln in ein Aquarium und dann wäre da noch die Sayonara-Party, weil uns morgen bereits vier Leute verlassen =( Und ich muss die letzte Woche ohne unsere Dolmetscherin und gute Seele ausharren. Ferner bin ich echt traurig, dass Luisa abhaut, aber die hat nen wichtigen Termin in der Berliner Gegend. Bei Johanna find ichs natürlich auch schade, aber die muss an ihrer Diplomarbeit feilschen *Daumen drück* Ineke treff ich mit den Verbleibenden in Kyoto und auch in Tokyo wieder. Ich glaub, wenn ich Takamatsu verlasse, kommen mir die Tränen. Ich ahne es! Man gewöhnt sich doch verdammt schnell an die Leute. Im Yoyogi (wo wir in Tokyo untergebracht waren) hätte ich es nicht so lange ausgehalten, aber hier find ichs total schade, wenn der Abschiedstag da ist =( Aber ich weiß genau, dass ich nächstes Jahr unbedingt wiederkommen will und tue mein möglichstes, um bis dato genug Geld zusammen zu bekommen! Wer mich also unterstützen möchte... *hint hint hint* Wink mit dem Zaunpfahl ;o))

Ich freue mich zwar auf die Sayonara-Party bei Osakas, aber möchte auch insgeheim, dass es nicht ganz so lange dauert, weil ich noch so unheimlich viel zu schreiben habe! Hier ist ALLES einfach wert, festgehalten zu werden! So Sachen wie:

 

Warum ich gesalzenes Speiseeis gegessen habe

Wie man junge Erwachsene mit 100 Yen bzw. 1 Euro zum Ausflippen bringen kann

Warum plötzlich alle Weiber hier einen großen Hang zur Natur haben

Wieso ich schon recht oft bei McDonalds war

Wie es dazu kam, dass ich japanisches Essen eklig finde

Warum ich jetzt und auf der Stelle einen Yukata haben will

Weshalb wir im Dojo keinen Kampfsport ausgeübt haben

Wieso ich mich auf die Teezeremonie freue

 

2009/09/04, 07:56

2 Kommentare 4.9.09 00:59, kommentieren

... (bitte hier sinnvolle Überschrift einsetzen)

Feeling: Etwas genervt

Drinking: Afternoon Tea

Eating: Mochi (ein Bällchen aus mega klebrigem Reismehl gefüllt mit Bohnenpaste)

Laughing: Mochi sind so witzig, weil die sich anfühlen wie Hoden^^"

Singing: Mochi Mochi Mochi Mochi ...

Listening: Viele Leute, viele Stimmen, viele Diskussionen

 

Die Grundstimmung ist etwas angespannt. Nicht, weil ich Heimweh habe (denn das hab ich keineswegs - auch wenn ich manche Personen hin und wieder gerne an meiner Seite hätte und ich hier paar Leute vermisse, die mich einfach mal spontan lieb in den Arm nehmen) oder weil ichs hier furchtbar finde (denn das tue ich nicht - mir gefällts nachwievor gut) oder weil ich das Essen, das Land o.ä. satt habe (denn das ist auf keinen Fall der Fall - ich könnte es viel länger hier aushalten), sondern einfach weil mir die Weiber hier doch langsam aber sicher auf die Nerven gehen.

Ich wage es einfach mal zu behaupten, dass ich ein relativ einfacher Mensch bin. So zumindest habe ich es schon oft zu hören bekommen. Jemand, der anderen keine großen Umstände bereiten möchte, der sich mit kleinen Dingen zufrieden gibt und vor allem jemand, der schnell für etwas zu begeistern ist, den man leicht erfreuen kann. Und genau aus diesem Grund habe ich doch öfter am Tag das Verhalten einiger Teilnehmer hier satt. Wir wohnen hier mit 9 Personen in einem Haus. Drei Mädels im obersten Stock, dann unsere ältere Japanerin sowie unser einziger männlicher Teilnehmer im 4. Stock (bei uns wäre es Stockwerk 3, weil die Japaner bereits dort, wo bei uns das Erdgeschoss ist mit dem Zählen anfangen - Ergeschoss = 1. Stock, 1. Etage = 2. Stock, usw.) und schießlich vier Weiber inklusive meiner Wenigkeit in Etage 3. Klar kommt es da zu Reibereien, wenn man den ganzen Tag aufeinanderhängt. Soll nicht heißen, dass ich die Leute hier hasse oder jemanden schlecht machen will. Nur gehen mir manche Sachen echt auf die Nerven. Hier prallen teils sehr unterschiedliche, aber auch teils sehr ähnliche Charaktereigenschaften aufeinander. Und da kann auch ich durchaus mal zickig werden, denn in manchen Situationen kann ich nunmal meine Schnauze nicht halten. Für verdammt viele wirke ich total besserwisserisch, aber wenn ich mich nunmal mit vielen der Themen bereits auseinandergesetzt habe, teilweise schon Klausuren und Prüfungen dazu bestanden habe, dann ist das ein gutes Zeichen dafür, dass ich es in der Tat beherrsche! Ich hab hier eine dabei, die mal zwei Jahre glaub ich japanisch gelernt hat, aber scheinbar alles bis auf "Hallo" und "Danke" vergessen hat. Wenn man doch seit drei Wochen in Japan ist, dann sollte man doch wirklich so langsam wieder gerafft haben, wie das mit der Ausprache noch gleich war... Und wenn ich die Aussprachunterschiede, die von Deutschen gerne falsch gemacht werden (z wird stimmhaft ausgesprochen wie in dem Wort Rose und s wird stimmlos ausgesprochen, eher gezischt, wie in dem Wort Ross), nochmal erläutere, gelte ich direkt wieder als besserwisserisch. Dann haben wir eine dabei, die zieht den ganzen Tag eine Fresse!! Die ist von allem hier angenervt, grüßt die Leute selten und hört Musik, wenn wir unterwegs sind. Sowas finde ich einfach total unhöflich! Das muss echt nicht sein. Verdammt, wir sind in Japan! Wir sind Gäste hier! Also haben wir auch etwas mehr Respekt und Dankbarkeit zu zeigen! Vor allem, da wir gnadenlos mit Geschenken überhäuft werden!

 

Naja, lohnt sich nicht, sich über die blöden Weiber hier aufzuregen. Ich sollte mich lieber raushalten, aber bei vielen Entscheidungen prasselt die dominante Seite in mir raus und möchte mal Klartext reden, aber die prallt dann eben auf zwei weitere dominante Charaktere. Manchmal trete ich dann freiwillig zurück, um dann später - wenn es denn doch nicht so geklappt hat - zufrieden sagen zu können "Ich habs doch gleich gewusst". Ja, in der Hinsicht bin echt ein Arsch, aber ich steh dazu! Wie geht dieser tolle Spruch:

Ich bin nicht besserwisserisch! Ich hab wirklich Recht!

 

Die letzten Tage waren ansonsten einfach toll! Ich gerate nachwievor ins Schwärmen, wenn ich daran denke. Was hier für uns getan wird, ist unglaublich. Der Unternehmer, der das Programm für uns ausgearbeitet und organisiert hat, hat sich wirklich ins Zeug gelegt. Vor allem finde ich es toll, dass wir so viel unternehmen, was gerade nicht mit dem üblichen Touristenprogramm zu tun hat. Für ne Touri-Tour hätte ich auch ins Reisebüro gehen können. Dieser Unternehmer hat viele Geschäftsfreunde oder geschäftliche Beziehungen, die er scheinbar hat spielen lassen. Denn wir besuchen fast jeden Tag Freunde von ihm, die uns ihr jeweiliges Unternehmen vorstellen und rumführen. Das waren so tolle Sachen wie Bonsai-Schule, ein Besuch in einer Druckerei, im Medical-Collage, wir haben uns einen milchwirtschaftlichen Betrieb angeschaut, heute waren wir Spargelstechen, in einer Indigo-Blau-Färberei, in einer Sojasoßen-Fabrik, in einer Second Hand Buchhandlung, hatten ein Treffen mit der Sportjugend ... Klingt ziemlich anstrengend und nach vollem Programm. Und viele haben sich drüber lustig gemacht, dass wir auch Bauern besuchen und selbst Spargel stechen zum Beispiel. Grade auf letzteres hatte ich heute auch nicht so viel Lust, aber es entpuppte sich mal wieder als ein Highlight und unvergessliches Erlebniss. Die Menschen sind so unglaublich nett zu uns. Heute kam auch eine der Verantwortlichen für das Praktikumprogramm vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Sie erzählte mir, dass sie diese überwätligende Gastfreundschaft damals auch erlebt hat und dass sie deshalb beschlossen hat, sich für Japan zu engagieren und vielen jungen Menschen das Land zugänglich zu machen. Diese Aussage hat mich doch sehr überzeugt. Würde mich auch gerne wieder etwas mehr engagieren. Einfach mehr Chancen nutzen! Drum:

Besser bereuen etwas getan zu haben, als bereuen etwas nicht getan zu haben!

 

Ab morgen kann ich erstmal ein paar Tage nicht schreiben. Denn mein Weg führt mich für drei Tage in einen Dojo. Dojo (die Japanologen verzeihen mir das konsequente Auslassen/Ignorieren der Längungsstriche über den O's) ist eine nunja Kampfsportschule, ein Ort, an dem meist buddhistisch beeinflusst, gelebt, meditiert, gearbeitet wird usw. Kanns grad schlecht in Worte fassen. Einen (verdammt, ich weiß nicht mal, ob das nun ne Art Mönch war oder Priester oder whatever) Arbeiter dort haben wir schon grob kennengelernt. Ein junger Mann, vielleicht sogar jünger als ich, der uns über die Arbeit im Dojo erzählt hat. Wir werden um 5 Uhr morgens aufstehen, eine Stunde in diesem grausamen Schneidersitz (diese Sitzposition, wo man auf den Füßen hockt und sich nach ner Minuten schon das Blut aus den Zehen gequetscht hat) meditieren, putzen (so richtig wie in den Martial Art Eastern Kampfsportfilmen, in denen da einer mit dem Wischmop vorweg die Terasse langrennt), uns um den Kräutergarten kümmern und so weiter. Ich habe mir anfangs nie wirklich Sorgen gemacht, bis dass ALLE (ja, alle) Japanerinnen, die ich gefragt habe, mir unabhängig voneinander erzählten, dass man dort mit einem Bambusstock auf die Schultern gehauen wird. Vorhin hab ich die Organisatorin der DJJG mal drauf angesprochen. Erzählte ihr, dass die Japanerinnen sagten, man würde gehauen und sie antwortete ganz trocken: Jaja! Die schlagen euch mit nem Bambusrohr auf die Schultern! Angeblich (vielleicht sollte ich besser hoffentlich schreiben) treffen die ganz bestimmte Stellen am Körper, so dass die leichten Schläge dann entspannend (!) wirken... xDD Wenn ich an den Dojo denke, hab ich grad wieder solche Karate Kid Szenen im Kopf. Oder aber die Passage aus Kill Bill, in der sie beim Meister trainiert hat. Bissi Angst hab ich ja, andererseits hoffe ich, dass die uns ein paar Sportarten zeigen. Will doch unbedingt mal Kendo kennenlernen. Dieser japanische Schwertkampf. Oder Kyudo, das traditionelle Bogenschießen. Das würde mich wirklich interessieren. Problematisch finde ich nur grade, dass es mir sicher schwer fallen wird, das ganze ernst zu nehmen, wenn denn dort der gleiche Kerl für uns zuständig ist, der uns das bereits erklärt hat. Mir fiel nämlich beim ersten aufeinandertreffen eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem gewissen Arbeitskollegen auf! Ohne Witz jetzt, dieser Typ sieht dem Alex F. (nein, das ist zu offensichtlich - sagen wir lieber A. Franz) dermaßen ähnlich! Das ist erschreckend! Okay, der Japaner hat die Haare abrasiert, aber dadurch erkennt man die Gesichtszüge noch besser. Ich befürchte, das könnte kritisch werden, wenn ich da ständig glaube, es würde ein Arbeitskollege vor mir stehen in einem Mönchsgewand und mir zeigen, wie ich die Kräuter zu gießen habe ô.O Und das ist um Himmels Willen alles andere als böse gemeint! Nicht, dass jemand auf die falschen Gedanken kommt. Glaub nur, diese Ähnlichkeit bzw. die Assoziationen, die dann manchmal in mir aufkommen, könnten zu spontanen Kicheranfällen führen *gg*

Was ich eigentlich noch schreiben wollte *g* Sollte ich nach ner Woche immer noch kein Lebenszeichen von mir gegeben haben (mein Handy funktioniert in Japan übrigens nicht, falls es jemand immer noch net mitbekommen hat), bin ich entweder im Dojo qualvoll verendet oder aber die haben mich dort behalten, um... oh ich glaub, das könnte zu anstrengend für die werden *lol* Apropos melden: Ihr dürft mir gerne schreiben! Also Emails, im wkw, hier kommentieren oder whatever. Ich freu mich drüber =) Und danke für alle Reaktionen, die ich bislang erhalten habe *freu*

 

Drinking: Stinknormalen O-Saft

Enjoying: Musik! Endlich mal etwas Zeit für meine Mukke

Eating: Pringles Party irgendwas... Schmecken aber gut^^

Feeling: Aufgeregt wegen morgen und etwas beunruhigt, weil mir eine gewisse Person nicht antwortet

 

Chatte grade mit meiner Cousine^^ Der erzähl ich grade, wie witzig ich hier viele Dinge finde! Dass man in den Firmen angesehene Geschäftsmänner und hohe Tiere in Pantoffeln oder Socken durch die Gegend laufen sieht. Dass ich ne Kuh gemolken habe und die Milch direkt trinken konnte - sie war ganz warm^^ Dass ich mich für so etwas Tussihaftes wie Nail Design begeistern kann. Dass wir in manchen Restaurants barfuß auf dem Boden gesessen haben, auf solchen Sitzkissen an Mini-Tischen. Dass die Japaner erschrocken waren, wie sehr wir uns über Hello Kitty Plüschtierchen gefreut haben und und und. Lauter solche Kleinigkeiten, die alles so liebenswert machen. Heute im Park zum Beispiel hab ich in nem Souvenirshop ne Süßigkeit entdeckt, die ich furchtbar gerne mag. Also bin ich auf diese Leckereien zugestürmt und musste natürlich - so bin ich nunmal - den Namen der Süßigkeit nochmal laut aussprechen. Dango! Und stürzte erfreut auf das Regal zu. Ein älterer Japaner hat das mitbekommen und fing an zu lachen, scheinbar war er überrascht dass ich das Wort kannte und äußerst erfreut, dass ich ihm auf japanisch noch geantwortet habe, dass ich Dango sehr lecker finde. Vergnügt zog er weiter und Klein-Antje schaffte es mal wieder innere Kind zu erfreuen =) Seit ich hier in Japan bin, merke ich wieder, wie leicht es ist, mich zu erfreuen. Ich bin ne Stunde lang in einem Spielzeuggeschäft gewesen und hätte dort locker noch ne Stunde verbringen können und hätte immer noch nicht alles angeschaut. Solche Kleinigkeiten eben... Ihr kennt das, wenn man den DVD-Player angeschaltet hat und dann nach ner Weile ne Eingabeaufforderung kommt? Meist so ein Satz wie "Drücken Sie xyz um fortzufahren", so Sätze kennt man ja. Aber nein, nicht so in diesem Land. Denn als wir vorhin Filme der Videokamera anschalten wollten, kam zwar schon eine solche Eingabeaufforderung (man soll bitte den blauen Knopf drücken), aber nicht einfach nur in Textform. Nein, denn das wäre ja voll unjapanisch. Es muss ja unbedingt noch ein kleines süßes Häschen auf dem Bildschirm eingeblendet werden, welches uns in einer niedlichen Animation zeigt, wo sich der blaue Knopf noch gleich auf der Fernbedienung befindet. Hier springen einem überall Maskottchen entgegen *g* Völlig unsinnig zwar und überflüssig, aber dennoch so "typisch". Und mit diesen Worten wünsche ich allen einen schönen restlichen Tag in god old Germany und mir selbst eine gute Nacht und hoffentlich drei schmerzfreie Tage im Dojo =)

 

2009/08/31, 23:45

1 Kommentar 31.8.09 17:00, kommentieren

Kurzes Lebenszeichen

Laut der Uhr meines Laptops ist es in Deutschland halb 4 in der Nacht *g* Finde es sehr witzig, wenn ich morgens aufstehe, dass von euch dann viele erst ins Bett gehen ,-)

 

Feeling: Okay, bis auf das Ju cken der Mega-Moskito-Stiche

Eating: Wahres Luxusgut in Japan - OBST! 2,- Euro für einen Apfel...

Drinking: Miruku Cha = Milk Cha = Milch Tee - hab mich nie richtig rangetraut an dieses Gesöff, ein Fehler, wie ich nun finde, denn das Zeug schmeckt geil!

Thinking: Wie soll ich das Zeug nur alles in den Koffer kriegen?

Listening: Die anderen Weiber, wie sie drüben den Abwasch machen - ich bin in meinem Zimmer, aber ist okay, denn schließlich hab ich das Frühstück fast allein gemacht

 

Heute ist kein Programm vorgesehen, freier Tag also. Unsere Dolmetscherin, Betreuerin, Unterhalterin und unersetzliche Begleiterin Nuriko (eine alte längst pensionierte winzige Japanerin, die aber über 30 Jahre in Deutschland gelebt hat) wird heute in unserer Unterkunft bleiben. Drei Leute sind in aller Frühe nach Hiroshima gefahren, was mir aber zu teuer war. Ich jedoch - so interessant das Thema nun auch sein mag - habe mich entschieden lieber mit dem Rest ins Kunstmuseum zu gehen und durch die Shoppingmeile zu ziehen. Die komplett überdachte Ladenstraße ist übrigens die längste in ganz Japan! Vielleicht mieten wir uns auch für 80 Cent pro Tag ein Fahrrad^^ Mal schauen, wir werden sicher schon was finden *gg*

Die letzten Tage waren echt toll, nur hab ich mal wieder keine Zeit, alles aufzuschreiben. Da jeder von uns am Tag ein Protokoll anfertigt, werd ich die einfach mal hochladen. Mal gucken^^ Mata!

 

2009/08/27, 10:56

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