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I'm Alive

Feeling: Recht amüsiert, relativ gut gelaunt, "naturverbunden" (*rofl rofl rofl*) und hungrig

Thinking: Ich hasse es, dass ich gar nicht alles aufschreiben kann, was ich alles gemacht, gedacht, erlebt habe!

Eating: Noch nichts, denn gleich gibts erst Frühstück, mit leckerer frischen Milch von der Farm, Salat, Obst, Brot, Reis, warmen Gemüse, ...

Drinking: Auch noch nichts, aber ich mach mir gleich nen Kakao und frage mich, wo die den hier aufetrieben haben ,-)

Listening: Straßenverkehr und Klimaanlage

 

Das wichtigste zuerst: Es geht mir gut =) Dummerweise hatte ich gestern Abend/Nacht keine Zeit mehr, zu berichten, denn nach drei Tagen Abstinenz wollten sehr viele "nur mal schnell" ihre Emails checken, dann hatten wir auch noch Besuch von Yumi, die auch fast täglich hier ist. Glaub sie scheint uns echt zu mögen =) Sogar Sanae-chan und Sari-Chan (von der Sportjugenn) haben mir gemailt. Das freut mich grade wirklich sehr. Enttäuscht war ich nur, dass sich von den Weber-Leuten nie jemand meldet, aber so weiß ich wenigstens woran ich bin... Aber da sollte ich mir grade echt keinen Kopf machen, denn heute wartet sicher wieder ein echt schöner Tag auf mich! Ich bereite gleich Frühstück vor, dann gehts mit nem Boot auf eine der Inseln in ein Aquarium und dann wäre da noch die Sayonara-Party, weil uns morgen bereits vier Leute verlassen =( Und ich muss die letzte Woche ohne unsere Dolmetscherin und gute Seele ausharren. Ferner bin ich echt traurig, dass Luisa abhaut, aber die hat nen wichtigen Termin in der Berliner Gegend. Bei Johanna find ichs natürlich auch schade, aber die muss an ihrer Diplomarbeit feilschen *Daumen drück* Ineke treff ich mit den Verbleibenden in Kyoto und auch in Tokyo wieder. Ich glaub, wenn ich Takamatsu verlasse, kommen mir die Tränen. Ich ahne es! Man gewöhnt sich doch verdammt schnell an die Leute. Im Yoyogi (wo wir in Tokyo untergebracht waren) hätte ich es nicht so lange ausgehalten, aber hier find ichs total schade, wenn der Abschiedstag da ist =( Aber ich weiß genau, dass ich nächstes Jahr unbedingt wiederkommen will und tue mein möglichstes, um bis dato genug Geld zusammen zu bekommen! Wer mich also unterstützen möchte... *hint hint hint* Wink mit dem Zaunpfahl ;o))

Ich freue mich zwar auf die Sayonara-Party bei Osakas, aber möchte auch insgeheim, dass es nicht ganz so lange dauert, weil ich noch so unheimlich viel zu schreiben habe! Hier ist ALLES einfach wert, festgehalten zu werden! So Sachen wie:

 

Warum ich gesalzenes Speiseeis gegessen habe

Wie man junge Erwachsene mit 100 Yen bzw. 1 Euro zum Ausflippen bringen kann

Warum plötzlich alle Weiber hier einen großen Hang zur Natur haben

Wieso ich schon recht oft bei McDonalds war

Wie es dazu kam, dass ich japanisches Essen eklig finde

Warum ich jetzt und auf der Stelle einen Yukata haben will

Weshalb wir im Dojo keinen Kampfsport ausgeübt haben

Wieso ich mich auf die Teezeremonie freue

 

2009/09/04, 07:56

2 Kommentare 4.9.09 00:59, kommentieren

Wie Antje in ein buddhistisches Kloster gelangte...

Feeling: Müde

Watching: Pictures

Feeling: *höhöhöhö*

Drinking: Gemüsesaft in dem aber auch Beeren mit geschreddert sind - jedenfalls ist die Verpackung pink!

Eating: Schokolaaade und übelst teure Kekse

Thinking: Ach könnte ich doch nur schneller tippen

Listening: Die restlichen Weiber (+ Armin *g*)

 

Schon nach Mitternacht, die Sayonara-Party hat doch länger gedauert und Yumi sitzt auch noch in der Küche mit den anderen Weibern (+ Armin^^). Luisa und Johanna stehen in 4 bis 5 Stunden wieder auf, weil sie das Land leider verlassen. Find ich echt schade, mir wäre es in einer anderen Kombination doch lieber gewesen... Bin auch total müde, war ein anstrengender Tag. Hatten mal wieder recht volles Programm, aber schön wars! Nur leider müssen wir immer so viel spontan ausfallen lassen, weil wir sonst mit der Zeit nicht hinkommen. Sehr ärgerlich, wäre gerne ins Aquarium gegangen, aber das war mit 12 Euro umgerechnet doch zu teuer für ne halbe Stunde...

 

Thinking: Ob ich mich grade noch zum wachbleiben zwingen kann, damit ich vom Kappa-Dojo schreiben kann?

Watching: Pictures - Special Pictures - Very Special Pictures

Feeling: ^__________^ 

Thinking: Is ja witzig - ich bekomm auf der Seite hier japanische Werbung im Banner oben und rechts eingeblendet

 

- Der zweite Sohn des Meisters -

Naja, ich fang mal an vom Dojo zu erzählen. Auf der Welcome-Party war ja bereits der besagte zweite Sohn seines Vaters anwesend und hat uns kurz berichtet, was uns im Dojo erwartet. Von wegen der Tag im Dojo beginnt um 5 Uhr morgens, er kümmert sich um den Kräutergarten und so weiter. Wir waren alle unheimlich gespannt, weil die Japanerinnen uns so Angst gemacht haben, da es anstrengend wird und wir auf die Schultern gehauen werden (was laut Gesa entspannend wirken soll *ja klar*) und so weiter. Ich hatte fast schon Angst davor. Oh und grade höre ich, wie die anderen in der Küche vom Dojo erzählen *hihi* Naja, jedenfalls warteten wir auf den Bus, der uns zum Dojo bringt und waren etwas überrascht als der junge Kerl von der Feier im Bus am Steuer saß. Ich hab die ganze Fahrt über nicht aufhören können zu grinsen, weil in der ersten Sekunde schon (da hat der Bruchteil einer Sekunde gelangt) in seinem Gesicht dieses leicht gehässige Grinsen zu erkennen war. Er war auf der Welcome-Feier kein Freund großer Worte, er hat ja nichtmal seinen Namen genannt! Wir kannten ihn alle nur unter "der zweite Sohn seines Vaters"... xD Jedenfalls ein doch recht knuffiges Kerlchen, wenn mans mal genau nimmt *g* Ich hab auf der Welcome-Party kein Wort mit ihm gewechselt, sondern nur ab und zu mal in die Runde geschaut und gesehen, wie er uns musterte und dann dieses gewisse Grinsen im Gesicht hatte. Natürlich ohne was dazu zu sagen, aber ich fand seine Blicke recht offensichtlich, da er für einen Japaner wirklich sehr stark gebräunt ist von der Sonne und Glatze hat und somit die weißen Augen (nein, nicht die Pupillen) doch recht verräterisch sind. Also man merkt schon, dass er beobachtete...

Nunja, ich würde ja jetzt schreiben, dass ich schon genug über ihn geschrieben habe, aber so gesehen, war er fast ständig DAS Gesprächsthema Nummer 1, also müsst ihr das Geschwätz über ihn noch eine ganze Weile ertragen^^

 

- Ankunft im Dojo -

Wir kamen in einem wunderschönen Hotel an, hoch oben auf einem Berg von wo aus man einen atemberaubenden Blick auf die Inlandssee hatte. Ich war kurz vorm Ausflippen, als ich die Zimmer gesehen habe! Traditionelle alte japanische Zimmer! Tatami-Zimmer!! Diese Zimmer mit den Strohmatten, wo man auf dem Boden schläft und die zig Schiebetüren überall. Allein von diesem Zimmer war ich so begeistert! Ja, ich habe selbstverständlich Fotos gemacht =) Diese Freude hielt leider nicht so lange, wir legten nur kurz unser Gepäck ab und liefen dann bereits mit dem zweiten Sohn des Meisters zum Dojo selbst, welcher nur wenige Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt liegt. Der Dojo entpuppte sich nicht als Kampfsport-Epizentrum, sondern es war die andere Art Dojo gemeint. Denn dieser Name steht nicht nur wie man es aus Karate Kid oder Ranma kennt für eine Art Halle in der man übt, sondern bezeichnet auch eine Art Gemeinschaft. Einen Ort des gemeinsamen Lebens, Arbeitens usw. für eine Gruppe von Menschen. In diesem Fall erwies sich der Dojo als zen-buddhistischer Tempel ô.O Also nix Kampfsport sondern Glaubensgemeinschaft! Gemeinsam mit dem großen Meister saßen wir in einer Runde und bekamen etwas zum Tempel und der Anlage bzw. dem Grundstück selbst erklärt. So der typische Tagesablauf usw. Noch bevor man fertig war mit Fragen, wurden wir auch schon raus aufs Feld gerufen in einen der Kräutergärten.

 

- Der erste Arbeitseinsatz und die Große Natur -

In glühender Nachmittagshitze kletterten wir ein Stück den Berg hinauf zu einigen Feldern, auf denen Lemongras angepflanzt wurde. Die nächsten Stunden verbrachten wir damit Etappenweise jegliche Lemongras-Beete von Unkraut zu befreien. Der zweite Sohn des Meisters half uns, aber ich tat mein Bestes immer irgendwie am anderen Ende des Beetes zu arbeiten. Naja, einmal hab ich ihm nen Büschel Unkraut versehentlich voll vor die Füße geworfen und als er dann lachte, hab ich mich schnell aus dem Staub gemacht. Ich hab eigentlich kein einziges Wort mit ihm geredet. Gut, er spricht kein Deutsch und fast kein Englisch, aber mit meinen sporadischen Japanischkenntnissen bin ich bislang ganz gut zurechtgekommen. Doch bei ihm hab ich mich echt nicht getraut oder vielleicht auch kein Wort rausbekommen, ich kanns nicht genau sagen.. Nachdem wir eifrig alles außer dem Lemongras aus dem knochenharten weil trockenen Boden gezupft bzw. gehackt hatte, wurden wir zur Pause gerufen. Zu unserer großen Freude gabs auch Eis =) Naja, Eis ist gut gesagt, das besteht hier nämlich aus ner Menge an Eiswürfeln, die klein geschreddert oder gehobelt werden, dass man lauter Spähne (schreibt man das so?) hat, worauf man anschließend nach Belieben diverse Sirup-Sorten in vielen kinderfreundlichen knalligen Farben und Geschmäckern dazuschütten kann. Auch die Mönche erfreuten sich an dem Eis. So kam es spontan zu einer kurzen Vorstellungsrunde, in der jeder Deutsche kurz was zu sich sagte (ich war die Einzige, die das auf Japanisch gemacht hat) und alle Mitarbeiter des Dojo in einem Satz kurz was zu sich sagten. Bis auf den zweiten Sohn des Meisters. Die Vorstellung war längst beendet, aber der Junge hatte noch kein Wort sonst gesagt, also nervten wir (also die Weiber^^ Wir haben uns nämlich schon seit der Welcome-Party Gedanken um den Namen des hübschen Kerls gemacht) unsere Dolmetscherin so lange, bis diese zu ihm hinging und ihn aufforderte, er solle seinen Namen auch mal nennen. Und diese kleine Hexe musste dem Jungen natürlich erzählen, dass die deutschen Weiber alle unbedingt den Namen erfahren wollten. Schließlich antwortete er etwas überrascht, dass er Dai-Nen hieße (der Name wurde ihm im Tempel gegeben), was übersetzt soviel wie die "Große Natur" hieß. Und somit hatte er seinen Spitznamen weg! Er war irritiert, als die Mädels spontan in Gelächter ausbrachen, denn dieser Name eignet sich natürlich hervorragend für Wortverunstaltungen, Wortspielchen und Verballhornungen. Nun wird auch der geneigte Leser, der den Eintrag hiervor verfolgt hat bzw. das nochmal nachholt *g*, merken, was genau ich mit "ich fühle mich: naturverbunden" meinte =P

 

- BBQ -

Abends hatten die Mönche ein Barbeque vorbereitet, um uns eine Freude zu bereiten. Wenn die wüssten, dass wir schon zweimal BBQ hatten und eines direkt am Vorabend... Aber es war trotzdem schön. Fatma und ich sind eh die selbsternannten Grillmeisterinnen, da wir auf der Spargelfarm fast alles im Alleingang gebrutzelt haben. Also gingen wir zur heißen Platte über der Feuerstelle, schnappten uns unaufgefordert ein paar Wekrzeuge und begannen aufmerksam beobachtet die Zutaten zu brutzeln. Einer der Mönche, der mir so sympathisch war, den ich sehr ins Herz geschlossen habe, stand auch noch dabei und fragte mich (ich versteh besser Japanisch als Fatma) zu allen Zutaten aus. Wie Süßkartoffeln in Deutschland heißen, ob wir auch Kürbis in Deutschland haben, ob wir Barbeque mögen, ... Der alte Mann (Kobayashi - der Kleine Wald) ist bereits 72 Jahre als, aber so putzig^^ Ich war eine der letzten, die sich Essen holte, weil ich noch mit von uns liebevoll Koba-chan genannten Opa plauderte und mich warum auch immer dazu zuständig fühlte (vielleicht weil ich die Grillzange in der Hand hielt *möp*) den anderen Mega-Portionen in ihre Schüsselchen zu scheppen. Und Koba-chan hat bei jeder Kelle immer "San Kyuuu" (= Thank you, aber in nem einfach niedlichen Tonfall) gesagt, dass ich ihm am liebsten pausenlos was neues auf den Teller gelegt hätte *hehe* Das

 

- Erster Tag geschafft -

Grillen hat mir viel Spaß gemacht und zog sich auch bis 8 Uhr abends. Im Dunkeln liefen wir von der Großen Natur *harhar* begleitet zurück ins Hotel, wo wir mit drei Weibern im Flur die Massagestühle entdeckten. Kostenlos *ding ding ding*! Die mussten selbstverständlich getestet werden! Übrigens war in jedem Zimmer für jeden ein eigener Yukata (so ne Art leichter Sommer-Kimono, auch wenn diese wohl eher die männliche Ausführung waren - trägt man aber auch wie bei uns nen Bademantel) hinterlegt, der natürlich auch getragen werden wollte. Somit lagen wir vergnügt in den Massagestühlen (die Teile habens echt in sich - das ist mit den deutschen Stühlchen nicht !!!! zu vergleichen), kicherten über dieses und jenes (besonders über die Große Natur), als einer der Mönche (mein zweiter Liebling) die Treppe hochkam und sich scheinbar köstlich über uns amüsierte. Tjaja, so sind se halt, die ausländischen Weiber. Laut, aufgedreht, anstrengend... Nachdem der Schnuffi verschwand, setzte ich mich mit den Mädels in die schöne große gemeinschaftliche Badewanne (ich mag die japanischen Bäder^^) und stellte fest, dass scheinbar alle (ja, alle) von uns Damen die Große Natur unglaublich knuffig, attraktiv, niedlich, interessant, putzig, (Liste beliebig erweiterbar) finden!! Und klar, dass ich auch dazugehöre! Somit war schonmal klar, dass die folgenden zwei Tage im Dojo echt interessant sein würden... Warum auch immer, ich war furchtbar müde an dem Abend, obwohl es grade mal 21 Uhr war. Aber da wir ja um 5 Uhr morgens aufstehen würden, ich von dem heißen Bad viel zu entspannt war, legte ich mich ins Bett...

 

2009/09/05, 01:41

1 Kommentar 4.9.09 18:47, kommentieren

Oh nein, oh nein!

Mist, ich bin eben erst aus dem Dojo zurückgekehrt. Hatten die Ehre an einem buddhistischen Fest und einer Teezeremonie in Freien teilzunehmen. Und - sehr! zu meiner großen Freude - konnte ich noch allen Mönchen auf Wiedersehen sagen und viele Fotos machen. Und mal wieder die Mönche zum Lachen gebracht *gg* Das kann ich bzw. können die Weiber mittlerweile echt gut!

Dabei hab ich noch nichtmal einen Bruchteil dessen geschrieben, was ich im Dojo so toll fand! Und in 5 Stunden steh ich schon wieder auf - nein, sind doch 6 Stunden - und fahre für zwei oder drei Tage nach Kyoto und Osaka! Dann hab ich wieder keine Zeit und sicher traurigerweise wieder die vielen Highlights und die vielen kleinen lustigen Momente vergessen =( Sowas dummes! Okay, ich werde allein mit Osaka und Kyoto schon seitenweise Reiseberichte verfassen können, aber das wird eher so ne Reisegruppen-Touristen-Nummer werden ab morgen und die Zeit im buddhistischen Tempel war einfach faszinierend auf eine andere Art und Weise. Einen besseren Einblick in diese Welt hätte ich nie nie nie im Leben erhalten können und sowas macht man als einfacher Tourist einfach nicht! Dafür hab ich dieses Programm echt lieben gelernt! Soviel Dankbarkeit kann ich gar nicht zeigen! Allein die vielen vielen Menschen, die ich so sehr ins Herz geschlossen habe, die alle so unendlich nett und hilfsbereit sind! Und das für ein paar wildfremde deutsche Weiber. Grade bin ich tiefst traurig, dass ich die Kappa-Jungs (de Mönche und Mitarbeiter des Dojo) nicht mehr wiedersehen werde. Ringe grade mit ein paar Tränen. Okay, morgen nach Kyoto und dann Osaka, aber hachja...

Also, ein paar Tage gibts nun erstmal keine News, da der Laptop in der Unterkunft in Takamatsu bleibt. Baibai =)

 

Feeling: Traurig

Thinking: Ich will am liebsten JETZT schon zurück ins Dojo!

 

Oder aber hier im Blog schriftlich die letzten Tage etwas verarbeiten, indem ich weiterblogge, aber das geht ja net, weil keine Zeit da ist. Mensch, dieses Land bietet einfach viel zu viel! Ich brauch mehr Zeit zum Schreiben! Schenkt mir Tage mit 26 Stunden!!

 

2009/09/05, 22:59

3 Kommentare 5.9.09 15:52, kommentieren

Unterwegs auf der Hauptinsel

Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Antje in Japan"! Heute mit folgenden Themen:

 

Wie jetzte? - Busfahrwirrwarr in Kyoto

Pretty Woman - Dorfkinder im Luxushotel

Osaka - Was gibts denn hier eigentlich tolles?

 

Das und noch vieles mehr erleben Sie jetzt!

 

Drinking: Milk Tea - jaja, das Land hier möchte umweltbewusst sein und dennoch werden Millionen PET-Flaschen aus den Automaten gezogen

Eating: Sandwich - zumindest was hier so als Sandwich bezeichnet wird xD Richtiges Brot gibbet nüscht sondern man findet fast nur süßes Brot in allen Varianten oder Weißbrot bzw. Toastbrot

Feeling: Zufrieden, bissi mit Tagträumereien beschäftigt, trotz der Rückenschmerzen und dem Kratzen im Hals

Chatting: Mit Daniel - Jung, in Deutschland isses 3 Uhr nachts, ab ins Bett ,-)

Listening: Meine Playlist bestehend aus Alice Cooper, Aestethic Perfection, Jesus on Extasy, Deine Lakaien, Blind Guardian, Amorphis, SAM, AC/DC, Psychic Force, WASP, ...

Thinking: Hungeeeeer

 

- Lost in Kyoto -

Wie bereits erwähnt, verschlug es mich die letzten beiden Tage auf die Hauptinsel in zwei der größten und bekanntesten Städte Japans Kyoto und Osaka. Unser vier Weiber starker Trupp hatte das Glück ein Sonderangebot der JR (Japan Railway) zu ergattern und für 20 Euro ca. pro Person an einem Tag alle JR-Verbindungen nutzen zu können. Will gar nicht wissen, wieviel die Strecke sonst gekostet hätte, wo wir allein für die einstündige Fahrt zum Kompira-Schrein schon rund 60 Euro (für EINE Fahrt) bezahlt hätten, wenn die Kosten denn nicht Osaka-san übernommen hätte! Sonntag um halb 6 in der Früh stapften wir zum Bahnhof, in der Hoffnung dort was zum Futtern kaufen zu können, aber leider hatten noch alle Läden zu. So fuhren wir dann mit der Bahn nach Okayama, direkt über die große Brücke, die die beiden Inseln Shikoku und Honshu miteinander verbindet. Ewig lang mit dem Zug über die Inlandsee, das war schon schwer beeindruckend! In Okayama hatten wir drei Minuten Zeit zum Umsteigen, also wieder nichts mit Frühstück und nach zwei Stunden endlich in Himeji angekommen ganze acht Minuten Zeit für den nächsten Zug. Dennoch reichte es, um sich mal eben mit paar Reisbällchen und Brot (dem süßen Zeugs da) einzudecken. Die Hinfahrt nach Kyoto verlief also recht problemlos, wir schafftes es sogar im riesigen Bahnhof relativ schnell Ineke zu treffen, mit der wir verabredet waren und die schon einen Tag vorher in die Stadt gereist ist.

Nächstes Problem: Busfahren! Gut, ich weiß, wie man in einen Bus einsteigt usw. Dumm war nur, dass wir drei verschiedene Pläne an, die alle nicht so richtig miteinander harmonierten. Aber scheinbar ist das in Kyoto Gang und Gebe, denn wir standen keine Minute mit unseren Plänen und Ausdrucken vor dem Busbahnhof als auch schon ein kleiner Mann mittleren Alters vor uns stand und fragte, ob er uns helfen könne. Er riet uns vehement davon ab, einen Blick auf die Fahrtzeiten und die Busfahrpläne an den Stationen zu werfen, denn die wären angeblich so kompliziert, dass sie selbst die Japaner aus Kyoto selbst nicht richtig raffen würden xD Vereint schafften wir es, uns ein Tagesticket für 500 Yen zu kaufen und zumindest in den richtigen Bus zum Kaiserpalast einzusteigen. Wie der Palast nun war, kann ich nicht sagen, denn der ist wohl nur an wenigen Tagen im Jahr überhaupt der Öffentlichkeit zugänglich. Okay, beeindruckend wars schon, vor allem die gigantischen Ausmaße der Bauten, aber so angetan war ich nun nicht. Zum Chillen, wenn man denn Zeit hat, mag es ja ganz nett sein, aber die hatten wir nunmal nicht. Also beschlossen wir, uns DEM Touristenziel Nummer 1 zu widmen: Der Goldene Pavillon! Die Fahrt (mit dem Bus natürlich) war gar nicht so kompliziert, die Anzeigetafel im Bus war sehr zu meiner großen Verwunderung sogar mal auf Romaji (also in unseren Buchstaben^^" ) .Wahrscheinlich, weil der Goldene Pavillon echt eine der großen Touristenattraktionen ist. Übrigens war er schon sehr beeindruckend, aber die Menschenmassen sind mir schon etwas auf die Nerven gegangen. Bin nicht so der Fan touristischer Aktivitäten, aber ein wenig Sightseeing muss schon sein. Das sind für mich so Sachen, die man echt anschauen muss, wenn man denn mal in Japan ist. Was ich besonders genial fande: Wir saßen vor dem Eingang des Parks am Goldpavillon, als ich auf der anderen Straßenseite zwei Teilnehmer des Youth Summits entdeckte! Ich mein, wie geil ist das denn? Mitten in Kyoto!! Und auf einmal steht Jens vor mir! Den Namen des anderen weiß ich nicht, ist aber nicht so tragisch, denn den mag ich nicht so besonders. Aber mit Jens hab ich mich prima verstanden, da werd ich den Kontakt auch sicher halten, zumal er aus Mühlheim (Offenbach) kommt *grins* Von dort kenn ich zufällig noch jemand anderen ,-) Wir waren dann noch Takoyaki essen, das sind Tintenfischbällchen. Für wirklich nen Appel und nen Ei, wie man so schön sagt. Auf der Nippon Connection blecht man für 4 Stück rund 5 Euro und hier haben wir 6 Takoyaki für 2,60 gefuttert. Saulecker die Dinger^^ Im Anschluss schauten wir uns noch den... ähm... den... ... Wir schauten uns noch einen Tempel an, der scheinbar im zen-buddistischen Stil gehalten ist, bevor wir uns von Ineke verabschiedeten, die in einem anderen Hotel untergebracht war. Nun standen wir vor der nächsten Herausforderung: Finde das Hotel!

Die Broschüre des 5-Sterne-Hotels ist komplett japanisch. An und für sich kein Problem, wenn denn wenigstens die Haltestellen übereingestimmt hätten! In der japanischen Broschüre konnte ich zumindest die Wegbeschreibung etwas lesen *stolz* Also welche Station und wie weit man zu Fuß noch gehen muss und so. Dummerweise gab es diese Stationen auf unseren Busfahrplänen nicht. Auf der groben und sehr stilisierten Karte der Broschüre war das Hotel nichtmal eingezeichnet. Herr Osaka hat lediglich eingekringelt, wo es denn ungefährt liegt... Ergo: Wir waren nur leicht aufgeschmissen... Es war auch schon 18 Uhr, die Dämmerung brach bereits ein, als wir mit einem der Busse (dem Namen nach wohl eine, die im Norden der Stadt im Kreis fährt, Norden 8) zur Haltestelle fuhren, von wo aus wir uns erhofften, in den Bus Nummer 5 einzusteigen. Laut Plan waren die Haltestellen identisch, doch gab es dort keinen fünfer Bus.. Ahso, in diesem geilen Nord-Bus galten auch scheinbar unsere All-City-Tickets nicht, was den Namen der Tickets wiederum lächerlich erscheinen lässt... Drum dort nochmal 160 Yen (Kindertarif, warum auch immer xD) nachblechen. Jedenfalls fanden wir die Haltestelle des einen Busses nicht, mit dem wir weiter nördlich fahren wollten, also marschierten wir grob in die Richtung, die wir für richtig hielten. Bis wir dann die Schnauze voll hatten und ein Taxi anhielten. Zumal es auch schon abends war...

Lost in Kyoto passt übrigens auch deshalb recht gut, weil Meike ihre Kamera irgendwo hat liegen lassen und sich - als wir im Goldenen Pavillon waren - nochmal alleine auf den Weg zum Kaiserpalast begeben hat, um die Orte nochmal abzuklappern, wo wir waren, in der Hoffnung die Cam zu finden. Leider vergebens. Und wir warteten ewig vor dem Pavillon, weil Meike sich verfahren (mit dem Bus übrigens) hat. Sehr ärgerlich, ich war echt sauer, weil ich gerne noch mehr von Kyoto gesehen hätte und ich es echt nicht abhaben kann, lange auf jemanden zu warten! Zeitverschwendung! Sowas mag ich gar nicht. Dennoch war ich froh, dass Meike wieder da war, denn ohne sie hätten wir das Hotel nicht gefunden. Denn ausgerechnet die, die sich ohne denkbar gute Japanischkenntnisse alleine auf den Weg in die Stadt gemacht hat, hatte die Hotelbroschüre einstecken. Und wir saßen beim Takoyaki-Futtern und überlegten, wie wir ins Hotel kommen sollten, wo wir nichtmal den Namen wussten!! Sondern nur mehr als grob den selbst gezeichneten Kreis mit der ungefähren Lage im Stadtplan... Gut, dass Meike wieder aufgetaucht, zwar ohne die nagelneue Kamera ihrer Eltern, aber materielle Dinge sind in solchen Fällen nicht ganz so wichtig, wie ich finde.

 

- Genießt es, so eine Chance bekommt ihr nie wieder -

Wie gesagt, wir stiegen ins Taxi ein und hielten dem Fahrer die Broschüre des Hotels vor die Nase, der doch sichtlich verwundert zweimal nachfragte, ob wir dorthin wollen. Gut, dass wir das Taxi genommen hatten, denn unsere Unterkunft lag sehr sehr weit außerhalb (das hätten wir alleine nie gefunden!) einen Berg hoch, wo es sonst ausschließlich Ferienresorts gab. Also nix mit Wohngegend sondern ein Luxushotel neben dem anderen. Der Taxifahrer bog in die Hoteleinfahrt ab mit vier staunenden Weibern im Auto. Vorne am Eingang warteten drei Pagen mit Gepäckwagen, ein paar andere trugen grade Gepäck eines anderen Taxis davon. Ich bezahlte den Fahrer, als mir auch schon von einem der Bediensteten die Tür geöffnet wurde. Die müssen sicher blöd geguckt haben, als da vier Tussis mit ihren Rucksäcken ausstiegen ,-) Der Page ging voraus, vorbei an Springbrunnen, beleuchtetem Wasser bis wir endlich mal in der gigantischen Lobby angelangt waren. Überall buckelten sich die Angestellten, grüßten und wollten unsere miefenden Rucksäcke abnehmen... An der Rezeption angelangt, mussten wir nichmal ein Wort sagen, da nahm die Frau schon ein Telefon in die Hand und sagte, dass Herr Osaka mit uns sprechen möchte. Vielleicht sollte ich erstmal erzählen, wie es dazu kam, dass wir in diesem Bonzen-Ding gelandet sind. Wir wollten eigentlich in einem Hostel übernachten. Herr Osaka (dieser reiche Kerl, dessen Ferienwohnung wir nutzen dürfen und der alles aus eigener Tasche bezahlt) interessierte sich, wo wir denn in unserer freien Woche hinfahren und bot uns an, einen Freund anzurufen, dass wir die Nacht in Kyoto in einem der Tempel übernachten dürfen. Daraus wurde aber leider nichts, drum organisierte Osaka-san uns diese mega Hotel-Suite, in dem sonst hin und wieder Geschäftskunden von ihm absteigen. Ein Page führte die staunenden Mädels mehrere nicht enden wollende mit Musik beschallten Gänge des Hotels hinab zum Zimmer. Ich sags euch, ich habe noch nie in einem solchen Luxus gelebt! 4 Fernseher, Kamin im Wohnzimmer, eigene Pyjamas für jeden Hotelgast, eigene Slipper, Whirlpool mit integiertem Fernseher in der Wand in einem der beiden Badezimmer, eine Minibar so groß wie mein Schreibtisch daheim, Kronleuchter, der schwarze Marmorboden so glänzend geputzt, dass ich mir selbst beim Gehen unter den Rock gucken konnte, drei Türen, die ins Badezimmer führen, und und und... Wahnsinn! Da es bereits spät war und uns der Huner quälte, beschlossen wir noch einen "kleinen" Rundgang durch das Anwesen zu machen. Ha, und ich fand es schon dekadent beim Botschafter zu flanieren! Aber DAS hat es echt nochmal getoppt! Aus Spaß schauten wir uns die Speisekarte der Lounge an und gingen an den insgesamt 5 im Hotel integrierten Restaurants vorbei. Wohlbemerkt, wir gingen nur vorbei! Wir hatten zwar richtig Hunger, aber das günstigste Menü in dem japanischen Restaurant sollte grad mal schlappe 150 Euro (!!!) kosten!! In einer der Cocktailbars bekam man die günstigsten Drinks schon für angenehme 15 Euro! "Ach, tut einfach so als würdet ihr jeden Tag drei Scheiben Toastbrot für 14 Euro essen!" (Antje beim Blick auf die Angebotskarte der Lounge). Aus lauter Verzweiflung verließen wir das Resort-Areal, jedoch fanden wir nur einen einzigen Getränkeautomaten, an dem wir uns mit Abendessen in Form von Wasser, Cola, Calpis, ... naja Getränken halt, eindeckten. Und im Souvenirshop holte sich noch jeder eine 2 Euro Chips im Miniformat. Das zusammen mit den 4 Schokoladenstückchen, die in unserer Suite auf den Kopfkissen lagen, mussten als Abendessen ausreichen T_T  Während wir völlig unbeholfen und sichtlich fehl am Platze durch die endlosen Gänge des Hotels wanderten, kam ich mir schon ein klein wenig wie in Pretty Woman vor. Wo sie dann unten in der Lobby in ihrer "Arbeitskleidung" aufwartet und die Gepäckboten komisch gucken und so weiter. So in etwa muss man sich das bei uns vorstellen, nur dass wir nicht ganz sooo nuttig gekleidet waren ^.~ Im Zimmer zurück wurde einer der vier Fernseher eingeschaltet - der größte von allen *höhö* - und es lief Pretty Woman! Wie das mal wieder passte, wo ich es 10 Minuten vorher gesagt hatte xD Manchmal finde ich solche Zufälle schon etwas unheimlich...

Die restlichen drei Weiber verblieben vor der Glotze mit den Chips und ich machte mich auf den Weg zum Spa =))) Bin ja mittlerweile total der Bade-Fan geworden und der Spa war halt so ne Mischung aus japanischer Badetradition (Gemeinschaftsbad) mit dem deutschen Verständnis für Thermalbäder^^ Ich kam zum Eingang des Spa-Bereiches, als mir direkt zwei Handtücher verabreicht wurden. In dem Umkleideraum wurde sich schnell der Straßenklamotten entledigt und ab zum Duschen/Waschen. Ziemlich dekadenter Waschbereich mit schwarzen Fliesen und nicht einfache Plastikschüsseln (man füllt Schüsseln mit Wasser und kippt sich das dann über den Körper) sondern alles fein aus schickem Holz. Eine Vielzahl von Seifen, Shampoos, Conditioner, Gesichtswaschzeugs, ach so alles, mit dem man sich reinigen kann, stand bereit. Natürlich musste alles ausprobiert werden^^ Glaub so feine Poren im Gesicht hatte ich in meinem ganzen Leben noch net *möp* Dann - nachdem jeder Schaumrest auch gründlich abgespült wurde, mit dem Bottich *hihi* - gings in das riesige Badebecken, alles in piekfeinem Schwarz gehalten. Irgendwann bemerkte ich auch, dass es draußen noch weiterging. Staunend betrat ich die Außenanlage. Es gab nämlich noch weitere Becken, Whirpools, Massagebecken und alle draußen! Überdacht zwar, dennoch draußen, wo man sich von unten die Wasserfälle des Hotels, die hübsch beleuchteten Fächerahorne und die Landschaft angucken konnte. Wunderschön! Weiß gar nicht, wie lange ich dort drin gesessen habe, aber es muss schon locker ne Stunde gewesen sein. Dann gings noch zweimal in die Sauna, ins kalte Becken, wiedermal duschen, Hautreinigungsgels ausprobieren *hihi* und wieder zur Massage usw. Also richtig Wellness im Spa-Bereich. Es war wirklich toll! Ich hab es total genossen! Okay, ich wurde schon begutachtet, weil ich schon recht auffiel. Aber als Ausländer in Japan wird man eigentlich immer angegafft, aber das ist ein anderes Thema. Mit einer Frau kam ich sogar ins Gespräch, sie erklärte mir, wie man den Massagestrahl reguliert. Mir hats im Wellness-Bereich einfach riesen Spaß gemacht, vielleicht lass ich mich in Deutschland auch wieder mal in den Thermen blicken. Mag jemand mit? ,-)

Feeling: Gut =)

Drinking: Calpis Water

Eating: Schokoladentäfelchen

Listening: Eines der Mädels duscht scheinbar grade

Watching: Anleitung zum Yukata-Gürtel binden

Thinking: OMG! Das bekomme ich nie alleine hin

Hatte nen kurzen (okay, nen langen) Break. Hab heut morgen mit dem Verfassen angefangen und nu isses gleich schon Mitternacht. Nein, ich hab nicht so lange geschrieben, sondern war heute in der Stadt unterwegs und dann gabs ja auch noch Besuch ,-)

Nach über zwei Stunden, völlig kaputt, aber happy und mit nem halben Dutzend Bodylotions, Feuchtigkeitscremes, Gels usw. (alles gratis^^) eingeschmiert, kam ich aufs Zimmer und genoss den wohlverdienten Schlaf.  Ahja, als wir am Vorabend noch draußen rumliefen, wollten wir den Haupteingang wieder benutzen, wo wir mit dem Taxi einfuhren, um ins Hotal zu gelangen. Erstmal wurden wir komisch angeschaut, da wir zu Fuß angelatscht kamen, dann wollten uns die Bediensteten nicht reinlassen, sicher haben sie uns für Personal gehalten. Auch als wir sagten, wir hätten schon eingecheckt, waren sie skeptisch. Erst als ich aus Meikes Tasche unseren Zimerschlüssel hervorkramte, machten sie große Augen und entschuldigten sich hundertmal und geleiteten uns noch bis zur Lobby. Wie in diesen "Plötzlich Prinzessin" Filmen und Konsorten ,-)  Auch geil war das Auschecken am nächsten Morgen. Wir bekamen die Rechnung vorgelegt auf Japanisch, also erklärte uns die Dame, wie sich die Rechnung zusammensetzte. Die eigentlich Rechnung für die Miete des Zimmers bekamen wir nicht zu Gesicht, denn die ging direkt an Herrn Osaka. Will gar nicht wissen, wieviel dieses Suite gekostet hat. Jedenfalls zeigte sie uns die Sonderrechnung für alle zusätzlich entstandenen Kosten. Einmal Nutzung des Telefons für 3 Euro, okay, hatten Ineke ja angerufen, passte also. Dann der nächste Punkt: Frühstück. Kosten 8400 Yen. Irgendwas zwischen 60 und 70 Euro! Sichtlich geschockt, griff jede von uns automatisch zum Gedbeutel. Verzweifelte Blicke und "wievel Geld hast du noch dabei?" Getuschel kamen auf. Dann versuchte ich der Frau zu erklären, dass wir noch gar kein Frühstück hatten. Also telefonierte sie ein paarmal und entschuldigte sich bei uns und cancellte das Frühstück. Glück gehabt! Für 2100 Yen pro Person Frühstücken! Das sind 16 Euro oder so. Dafür kann man schon einiges erwarten, aber wenn ich mir das Hotel so angucke, wirds wohl auch nur nen Schüsselchen Reis und nen Croissant dafür gegeben haben. Tja, werden wir wohl nie erfahren ,-) Aber wenn das Frühstück allein soviel kostet, kommen mir die Tränen wenn ich dran denke, was Herr Osaka einfach mal eben für das Zimmer ausgegeben haben muss! Warum macht ein Mensch sowas? Denn im Grunde genommen sind wir ja einfach nicht anderes als wildfremde Menschen! Warum ist jemand so nett zu fremden Menschen? Das kostet den Mann ein Vermögen! Wir wohnen gratis, wir verbrauchen seinen Strom, fahren auf seine Kosten mit Taxis und und und... Ich weiß nicht, wie ich das jemals gutmachen kann! Ferner weiß ich nicht, ob ich jemals in meinem Leben nochmal in einem solchen Luxus schwelgen kann. Wobei wir uns schon recht unwohl fühlten in dem riesen Ding, weil wir einfach so fehl am Platze waren. Aber ein einmaliges Erlebnis war es schon und der Gedanke vielleicht doch einen Millionär zu heiraten, wird mir auch etwas sympathischer *gg*

 

- Wakarimasen (Ich verstehe nicht) -

In Kyoto selbst besuchten wir noch den Silberen Pavillon, der zwar grade renoviert wird, aber der tolle Garten hats doch wieder entschädigt. Eigentlich wollten wir noch nach Gion, aber da wir bereits wieder für die Fahrt mit der Bahn und dem Bus latzen mussten, weil es außerhalb des All-City-Tarifs ist, wurde uns das zu teuer. Kleinvieh macht auch Mist. Es summiert sich alles total, wenn man mal hier hundert Yen, mal dort 150 Yen usw. ausgiebt. Aber immerhin hab ich nun nen schönes Mitbringsel für den Kanzler gefunden^^ Danach hab ich voll lange gesucht, weil ich das schön finde. Also ich hoffe, du freust dich drüber, auch wenns nur ne kleine Kleinigkeit ist. Ahja und nen Yukata hab ich mir gekauft^^ Den hatte ich sogar eben an, hatten Besuch von zwei Japanerinnen, die eine hat mir den Gürtel gebunden =) Naja, ich wäre gerne noch länger in "Anjas Stadt" geblieben, aber schließlich wollten wir ja noch Osaka sehen. Ein Tag für Kyoto ist viel zu wenig, aber das wusste ich ja bereits vorher. Hab eh eingeplant irgendwann mal wiederzukommen. Hey Anja, wieviel Platz für Couch-Surfing-Gäste hast du noch gleich? *grins*

Mit JR pilgerten wir nach Osaka. Ziemlich ziellos um genau zu sein, da wir uns planungstechnisch gesehen, voll auf Kyoto eingeschossen hatten und plötzlich in Osaka standen und gar nicht so wirklich wussten, was es in der Stadt denn zu sehen gibt xDD Peinlich, gerade für ne Japanologin *seufz* So fuhren wir zum Fluß (Namen vergessen) und latschten über ein paar der bekanntesten Brücken. Osaka hat sehr sehr viele Brücken. 808 Stück um genau zu sein! 4 Stück davon haben wir zu Fuß überquert, bis wir die Shoppingmeile entdeckten *hehe* Da niemand mehr Lust auf Kultur hatte und ich die berühmten Brücken gar nicht mal so spannend fand (hätte sie mir viel größer und spektakulärer vorgestellt), schlenderten wir durch die Shoppingpassagen. Mäcces gibts übrigens ziemlich viele. Dort bekommt man ne tolle Version des McFlurrys mit Oreo-Stückchen (ich liebe Oreos) und Minze. Klingt bissi merkwürdig, aber es schmeckt ganz gut und hat zumal ne richtig chemisch giftige Farbe^^ Und da ich ja Softeis toll finde, kommt es mir sehr gelegen, dass man an jeder Straßenecke Softeis kaufen kann *hehe* Osaka ist auch wieder so ne Touristenhochburg. Das besondere an der Stadt ist, dass sie den sogenannten Osaka-ben (Osaka-Dialekt) sprechen, den niemand von uns auch nur ansatzweise verstanden hat. Als wir Crepe kaufen wollten (die Crepes hier sind so göttlich!) hatten wir total die Verständigungprobleme, wo wir teilweise nichtmal genau wussten, welche Sprache der Typ da grade mit uns redet! Lustig war es jedoch, dass uns zwei Japanerinnen zu Hilfe kamen, die zum Glück gutes Englisch sprachen. Mit ihnen saßen wir noch ne ganze Weile rum und redeten über Host Clubs. Die beiden hatten nämlich Werbefächer (ist wohl üblich, dass man Werbung auf Fächer aufklebt) von nem Host Club. Das ist nen Club, in dem man sich für 1000 Yen eine Stunde lang nen Typen mieten kann, der dann eben diese Zeit über bei einem sitzt, einem die Getränke eingießt und einem ständig sagt (aus vollster Überzeugung versteht sich *gg*) wie toll er dich findet! Normalerweise kosten die Männer mehr, aber diese - deren Bilder auf dem Fächer aufgedruckt waren - waren im Sonderangebot *whoohoo* Ahja, man muss seinem Typen natürlich die Getränke usw. kaufen, was einen dann auch recht schnell recht viel Geld kostet. Und das Mieten beinhaltet übrigens keinerlei körperliche Angelegenheiten. Es gibt sogar ne Art Charts in den jeweiligen Clubs, wo dann die beliebtesten Männer auch begehrter sind und auch mehr kosten. Schon bissi irre, aber immerhin sitze ich grade in einem Land, in dem sogar Ampeln (!) mit einem Reden!

Ansonsten fällt mir zu Osaka nicht mehr viel ein. Ich war nicht so angetan, aber die schönen Seiten hab ich auch nicht gesehen. Denke schon, dass mein Sensei in der Uni zu Recht so begeistert von der Stadt ist. Nur hab ich leider keine Zeit gehabt, mich näher umzuschauen. Nach der grade mal vierstündigen Heimfahrt *hüstel* mit dem Zug (bzw. den Zügen), gings endlich ins Bett. Heute konnten mer so richtig schön ausschlafen^^ Hab auch gepennt bis 10 Uhr oder so. Das war echt mal nötig =) Morgen wollen wir auf die Teufelsinsel, Dämoneninsel - so ne richtige Übersetzung gibts da nicht. Angeblich soll der Teufel dort ein Mädchen gefangen gehalten haben, dessen Schreie man am Berg hin und wieder hören kann. Wir fahren mit der Fähre hin, die kostet grade mal lächerliche 100 Yen (80 Cent), also störts mich nichtmal, wenns unspektakulär wird.

Ach übrigens Danke Benni für die Informationen zur derzeitigen deutschen Wahlkampagne. Ich wähle dann mal Homer Simpson^^

Auch Dank an Micha für den Antrag auf den 26-Stunden-Tag. Schade, dass es nicht klappt, aber ich hab mir überlegt, einfach nach ner Möglichkeit zu suchen, wie man dauerhaft mit 5 Stunden Schlaf die Nacht auskommt! Ohne, dass es zu körperlichen Schäden führt. Oder aber ich brauch nen Gerät, welches Gedankengänge direkt Wort für Wort digitalisiert bzw. zu Papier bringt, egal wo ich bin. So dass ich das was ich schreibe nicht mehr schreiben muss, sondern nur noch denken muss... Ach^^ Hab grad wieder so wirre Gedankengänge *hihi*

Und Anja, ich mag Kyoto^^ Bis auf die Busse! Da hätteste mich echt mal drauf hinweisen können *loool* Wann kann ich dich in Kyoto besuchen kommen? Ich will die Berge brennen sehen^^

 

2009/09/08, 23:57

1 Kommentar 8.9.09 03:46, kommentieren

Wieso sich Antje so aus der Bahn werfen lässt...

Feeling: Aufgeregt! Übelst aufgedreht!

Drinking: Calpis

Eating: Ein Stückchen Meiji Schokolade

Thinking: WTF??? Warum bin ich auf der Homepage vom Dojo??

Listening: Das übliche Klimaanlagengebrumme

 

Ich habe heute eines der genialsten Fundstücke ever im Internet entdeckt! Okay, für alle Nicht-Teilnehmer ists total uninteressant wahrscheinlich, aber ich bin seit nem halben Tag einfach nur noch aufgedreht! Seit wir im Kappa Dojo waren, gibt es bei uns wirklich kein anderes Gesprächsthema mehr! Glaub, selten hat mich etwas so geprägt bzw. beeindruckt wie die paar Tage dort. Was in meinem Fall jedoch wahrscheinlich an den dort anwesenden Person liegen dürfte ,-) Dabei hab ich nichtmal alles vom Dojo erzählt! Hachja^^ Ich krieg mich echt kaum ein. Hab grade so nen richtigen Rückfall ins Teeny-Alter, als man so dolle von etwas oder jemandem geschwärmt hat, dass jegliches logisches Denkvermögen total aussetzt xD

Und grade fällt es mir voll schwer was zu schreiben, weil das Kopfkino Überhand nimmt. Versinke so schön in den Erinnerungen und Tagträumen und so weiter^^"

Wurde soeben zur Weiberdiskussion gerufen. Natürlich ging es mal wieder nur um das eine: Männer! Oder besser gesagt bei jeder der Damen hier um einen anderen gewissen bestimmten Mann. Mel hat sich wohl in Tokyo in einen Japaner verguckt, der aber dort ne andere abgeschleppt hat und nun aber eingesehen hat, dass es nen Fehler war. Nun wird munter diskutiert, was sie ihm im Chat antworten soll. Ich halte mich daraus. Es gab zwar die ein oder andere deutsch-japanische Pärchenbildung, jedoch bin ich in der Hinsicht glücklicherweise etwas realistischer geblieben. Ich weiß, dass es sich um ne Ausnahmesituation handelt. Genau wie bei den vielen Urlaubsflirts, da ist man einfach ganz anders drauf, als im Alltag. Ist bei mir ja grade nicht anders. Ich schwärme ja auch zutiefst von den Mönchen, so richtig pubertierend. Aber wenigstens bereitet es mir ne echt gute Laune. Kennt das jemand, dass man innerlich total augewühlt ist und einfach Kreischen könnte, wenn man zum Beispiel nen neues Foto des eigenen Schwarms entdeckt? Dieses Herzklopfen und der Zustand des aufgeregt seins? So hab ich mich heute auch gefühlt, als ich die Homepage gefunden habe und die Blogeinträge übersetzte. Kurz vorm Ausflippen^^ Ist in dem Fall nur blöd, wo ich genau weiß, dass wir uns sicher nie wiedersehen. Und nein, selbstverständlich rechnet sich niemand unserer Mädels dort auch nur ansatzweise realistische Chancen aus. Glaub, das würde auch keine von uns wirklich wollen. Aber es ist einfach spaßig und irgendwie gut zu wissen, dass die große Natur bei allen Weibern so begehrt ist und wir uns stundenlang über ihn und die Zeit im Dojo unterhalten. Aber ganz ehrlich: Wir waren jetzt zwei Wochen lang 24 Stunden am Tag nur mit Weibern (und einem sehr sehr schweigsamen Kerl) unterwegs, hingen den ganzen Tag regelrecht aufeinander. Und dann werden auf so nen Trupp regelrecht ausgehungerter lechzender Weiber ein paar gutaussehende gleichaltrige Mönche losgelassen? Das ist echt richtig richtig unfair ,-) War klar, dass sich plötzlich alle Mädels wie im Kindergarten benehmen und versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen, was natürlich viel zu oft in peinlichen Sitautionen ausartet. Wer erinnert sich nicht, dass wenn man versucht jemandem zu imponieren, alles irgendwie "leicht" ins lächerliche abdriftet. Aber ich will mich nicht beschweren. Gehöre ja schließlich auch zu den besagten lechzenden Weibern, die die hübschen Mönche nicht aus den Augen lassen konnten *grins* Mit dem einen hab ich aus lauter Angst nichtmal ein Wort geredet! Hätte ihn so gerne irgendwie beeindruckt, aber aus Angst mich lächerlich zu machen, hab ich dann lieber gar nichts geredet... Zumindest mit ihm nicht... Bevor hier irgendjemand auf falsche Gedanken kommt: Nein, ich bin nicht verliebt! Ich hab mich nicht in einen der glatzköpfigen Schnuckis verknallt. Ich schwärme jedoch regelrecht von ihnen und naja... von dieser ganzen Ausnahmesituation, die ich im Dojo erlebte. Mag das auch nicht näher beschreiben, denn nach dem stundenlangen Gekreische und Gequietsche von Fatma und mir, merk ich grade wie müde ich doch bin. Drum ziehe ich mich dann mal mit meinen Tagträumereien und dem nicht enden wollenden Kopfkino zufrieden ins Bettchen =)

Musste auch grad an die Email von Noriko denken. Das ist grade so, als wenn man sich bissi verguckt hat und ne Nachricht bekommt, dass derjenige welche einen auch mag. Dieses verflixte (aber auch schöne) innere Unruhe. Und ich komm aus dem Grinsen einfach nicht mehr raus =)))

2009/09/10, 00:38

1 Kommentar 9.9.09 17:42, kommentieren

Grüße aus der Zukunft

Chatting: Mit Dennis (dem ich auch die Überschrift zu verdanken habe, denn bei mir ist ja bereits der nächste Tag angebrochen, ergo befinde ich mich in der Zukunft *grins*)

Listening: MiChi - Kiss Kiss xxx (das schöne Lied, was ich auf dem Hinflug gehört habe)

Drinking: Blendy (wie man am Namen erahnen kann, handelt es sich um Kaffee - kalten schwarzen Kaffee, aber mit ner Menge Milch und Zucker kann sich was mixen, was durchaus an den Geschmack der Müller- und Ehrmann-Kaffeegetränke aus dem Kühlregal erinnert)

Feeling: Müde und ich merke, wie sich schon wieder so ne Emo-Phase nähert, allein wenn ich dran denke, dass der letzte Tag hier in Takamatsu vorhin angebrochen hat, werd ich traurig und sentimental

Thinking: I have to go to bed

 

Vorhin waren wir mit Yumi und Masako im Izakaya. Zuvor haben wir noch Emiko getroffen. Izakaya ist .. äh... naja, ne Art Pub. Jedoch sitzt man in Separees, zieht selbstverständlich die Schuhe am Eingang aus und sitzt nicht auf Stühlen sondern auf dem Boden, in leicht gedämmter Atmosphäre. Super schön eigentlich, man ist unter sich und es gibt Essen und Getränke. Wir haben uns jeder mehrere kleine Tellerchen und Cocktails bestellt, die alle so nach und nach an den Tisch gebracht wurden, wo sich jeder mit seinen Stäbchen bedienen konnte. Da die beide Japanerinnen gut Deutsch und Englisch sprechen, ist die Kommunikation mit ihnen nie ein Problem gewesen. Im Gegenteil, wir sind nur am Schnattern und am Lachen. Ich habe so viel Spaß mit denen =) Woher wir die Japanerinnen alle kennen? Also hier in der Stadt gibt es - wie in Deutschland auch - eine Art japanisch-deutsche Gesellschaft, zu der von Osaka-san netterweise der Kontakt aufgebaut wurde. Fast jeden Abend, bis auf wenige Ausnahmen, hatten wir immer Besuch von einigen der weiblichen Mitglieder. Sind halt fast nur Frauen in der Gesellschaft und einige von ihnen waren fast jeden Tag bei uns. Ich hab die alle so sehr ins Herz geschlossen! Die sind so verdammt nett zu uns! Ich bin es wirklich nicht gewohnt, dass man sich wegen mir so viel Umstände macht und mir so große Freundlichkeit entgegengebracht wird! Ich wollte gerne nen Yukata (Sommerkimono) haben und Masako ist extra in ihrer schon nicht allzu langen Mittagspause in die Läden in der Nähe ihrer Arbeitsstelle gefahren, um für mich nach Yukata zu schauen. Sie hat mir dann direkt von der Arbeit aus eine Email geschrieben. Allein so kleine Gesten finde ich so lieb und zuvorkommend, dass ich sie alle schon jetzt so sehr vermisse =(

 

Listening: Melanie wie sie hustet... und hustet... und hustet...

Feeling: Grade doch leicht genervt von der Husterei, aber bei dem Kind is ja echt immer was...

 

Finds schon komisch, wie schnell man sich an alles gewöhnt. Wo es doch heißt, dass Krebse (Sternzeichen) eher so heimatverbunden bzw. heimelich sind und vorsichtig, wenig risikofreudig. Aber ich hab mich sehr schnell eingelebt und auch sofort total wohlgefühlt. Die anderen meinen, dass sie sich auf zuhause freuen, nur ich nicht. Ich könnte noch länger bleiben. Obwohl das vielleicht etwas optimistisch klingt. Denn im Grunde genommen gibts in der Stadt, in der ich mich aufhalte, nicht so viel zu sehen. Die bekannten Orte haben wir schon abgeklappert und wenn wir abends nicht immer Besuch bekämen oder ich in ner WG (je nachdem wie man es definiert, ist das hier eine Art WG) wohnen würde, wo ich täglich mit anderen Charakteren konfrontiert wäre, würde ich mich sicher recht schnell langweilen. Ne Discoszene scheint es nicht zu geben, wobei ich darauf nicht unbedingt ausbin. Das ist mir ja selbst in Deutschland relativ egal geworden. Viele Touristen gibt es auch nicht und selbst wenn, dann eher aus Japan selbst. Ausländer trifft man keine. Hab drüber nachgedacht, wie es wohl wäre ein Auslandssemester einzulegen. Die anderen meinen, dass ich sogar Chancen hätte, eine Uni hier zu besuchen. Wenn ich drüber nachdenke, haben sie eigentlich recht. Die bekannten Unis wie die Todai zu Beispiel (das sind so die ganz bekannten, in amerikanischen Filmen wäre sicher immer von Harvard oder Yale die Rede) kann ich vergessen, denn da wollen sie alle hin und das Bewerbungsverfahren wird hart und ohne Stipendium läuft eh nichts. Aber in so "kleineren" Städten wie Takamatsu (420.000 Einwohner) sind die Chancen vielleicht ganz gut, weil ja keiner der Ausländer auf die Idee kommt, sich in so ner kleinen Präfektur zu bewerben. Und wie der Bürgermeister höchstersönlich meinte, sind die Einwohner froh oder stolz, wenn sich Deutsche in die Präfektur "verirren". Morgen Mittag treffen wir Yumi ein letztes Mal und wollen Udon essen gehen. Diese Nudelart ist eine Spezialität in dieser Gegend und scheinbar ziemlich berühmt. Vielleicht schaffe ich es vorher nochmal in das Exchange Center zu gehen, wo sich die "Ausländer" tummeln, in der Hoffnung ein paar Infos zu der Uni und einem Stipendium zu bekommen. Und wenn alles nicht klappt, rasiere ich mir die Haare vom Kopf, schmeiße mein Studium und lebe fortan autark zusammen mit den hübschen Buddhisten vom Dojo =))))

 

2009/09/10, 02:02

3 Kommentare 10.9.09 19:13, kommentieren

Wie Antje mit dem buddhistischen Alltag kämpfte...

Singing: Why are you running away from this? - You should be true to your feelings - I say I don't want to fall No way - But is it already too late? (Ohrwurm - Kiss Kiss xxx von MiChi)

Drinking: Calpis Water

Feeling: Müde, bin erst sehr spät eingeschlafen

Thinking: An die Tage und an die Zeit im Dojo

Reading: Meinen Blogeintrag vom ersten Tag im Dojo

Watching: Website bzw. Blog vom Dojo

 

Tja, man merkt, dass ich sehr oft dran denke, was? ,-) Aber allein der zweite Sohn des Meisters ist seitdem DAS Gesprächsthema. Auch Noriko hat mir heute Nacht eine Email geschrieben und den Blogeintrag übersetzt, den ich nicht so ganz entschlüsseln konnte und meinte, dass sie gerne zurückmöchte. Ich schließe mich an... Es folgt nun der langersehnte zweite Tag bei den Mönchen:

 

- Nächtliches Aufstehen -

Recht kaputt vom Lemongras in Ordnung bringen und aufgeregt von der völlig neuen Situation, saßen wir mit unserer Mädelstruppe noch lange in den Massagestühlen des extra für Gäste des Dojo eingerichteten Hotels mit wunderschönen japanischen Zimmern. Da niemand so richtig wusste, wie der nächste Tag ablaufen würde, waren alle recht nervös. Ich hab auch nicht so gut geschlafen, es wer eine Umstellung auf dem Boden auf Futons zu liegen und einem Kissen so hart, dass ich auch gleich nen Stein hätte nehmen können. Um kurz nach fünf Uhr in der Nacht, wurde dieh Tür des Zimmers aufgeschoben und ein lautes "Wake Up!" riss uns aus dem Schlaf. Es war die weibliche Mönchen, die uns auf englisch erklärte, dass wir nun 10 Minuten Zeit hätten, um uns fertig zu machen und am Eingang zu versammeln, damit wir zur Meditation gehen können. Und wir kämen den Tag nicht mehr zurück ins Hotel. Also war die Hektik groß und ganz ehrlich: Das waren nie im Leben 10 Minuten! 5 maximal! Noch fast im Tiefschlaf wartete die Mönchen unten auf die 8 gähnenden Deutschen, um mit uns durch den Wald zum Dojo zu laufen. Die komplette Anlage des Dojo liegen hoch oben auf einem Berg, von wo aus man die See sehen kann und ich muss sagen, dass dieser Sonnenaufgang das frühe Aufstehe durchaus wert war!

 

- Ommmmmmm -

Um halb 6 waren wir vor dem Meditations-Raum. Wie wir es am Abend zuvor kurz erklärt bekommen hatten, betraten wir den Raum, wo alle anderen Mitglieder bereits seit einer Viertelstunde meditierten. Für uns hieß es: Schuhe aus, vor dem kleinen Altar verbeugen, den eigentlich Raum betreten, Verbeugung, dann mit der linken Hand, die von der rechten Hand fest umschlossen wird und etwas unter Brusthöhe an den Körper gedrückt wird, langsam durch den Raum, wieder stehen bleiben, Hände zusammenfalten, verbeugen, mit links weitergehen zu einer freien Tatami-Matte, das kleine Kissen um 180° nach rechts drehen, verbeugen, sich nach rechts umdrehen, verbeugen, rückwärts auf das Kissen setzen, Beine zum Lotossitz falten, sich 20 cm auf der Tatami zurückschieben, um 180° im Sitzen - rechtsrum - drehen, linke Handfläche in die rechte Handfläche, die Daumen gegeneinanderlegen, Hände auf die Beine, aber über die Füße, Augen auf, der Blick ca. einen Meter nach unten geneigt und so dann eine halbe Stunde schweigend ausharren. Yepp, schweigend und die Augen sind auch geöffnet. Also kein so klischeehaftes "Ommmmmmmm". Bein Erklingen des Gong fingen die Mönche an zu singen, mehrere Male ihre fünf Weisheiten oder Regeln. Man merkte uns allen an, dass niemand genau wusste, wie er bzw. sie sich zu verhalten hatte. Aber diese Art Gesang hat sich mal echt geil angehört ,-) Dann das gleiche Prozedere in umgedrehter Reihenfolge. Dutzend Mal drehen, Kissen in Ordnung bringen, immer wieder verbeugen usw.

Im Anschluss ging es in äh... wie nennt man das eigentlich? Also in das Tempelinnerste mit einem Altar, Opfergaben usw. Die Mönche waren alle übrigens recht nett gekleidet mit langen Roben, von denen ich zu gerne ein Bild gehabt hätte. Im Tempel hatten wir die Ehre ihrer buddhistischen Morgenzeremonie zuschauen zu dürfen. Ich hab wirklich gar nichts gerafft, was da nun grade so abging, aber ich fands interessant! Erst wurden immer immer immer wieder einzelne Silben gesummt. So ein langgezogenes "Shiiiiiiiii" und "Meeeeeeeee" und so weiter. Hatte fast was kanonmäßiges, da keiner gleichmäßig sang, aber mit den verschiedenen Tonlagen, hörte es sich echt gut an. Blöd nur, dass es 40 Minuten (!) dauerte und ich es um alles in der Welt nicht so lange in dieser Sitzposition aushalte. Das japanische Sitzen direkt auf den Füßen, wo man sich sowieso nach ner Minute schon das Blut abklemmt xD Im Anschluss wurde gesungen, mehrmals auf diverse Glocken und Trommeln geschlagen und wieder irgendwas aufgesagt. Ich bin mir sicher, dass ich Namen wie Shakamuni und hanya param ita rausgehört habe. Also der Begründer des Buddhismus, oder besser gesagt Buddha! Und das Herzsutra! War voll stolz auf mich, dass ich es wiedererkannt habe oder halt diese Wörter rausgehört habe und noch was damit anfangen konnte, da der Unterricht in dem wir das behandelten auch schon ne Weile zurückliegt. Es war wirklich wirklich sehr interessant zuzuschauen. Die Große Natur (hach, wie lange wird es dauern, bis der Wortwitz mal ausgelutscht ist?) saß in der Mitte und durfte immer nach vorne zum Altar usw. War schon etwas merkwürdig, den jungen Kerl (wir vermuten, dass er so in meinem Alter ist), der sich am Tag zuvor beim Lemongras jäten mit einem Handtuch um die Glatze gewickelt noch einen zurechtgegrinst hat, zu sehen, wie er in diesem Gewand und eine dreiviertel Stunde in einer Sitzposition ausharrend und irgendein Relikt (so ein Stöckchen^^) haltend, diese religiöse Hauptaufgabe übernahm. Die anderen Mönche blieben nämlich sitzen, nur er lief immer wieder vorwärts und rückwärts zum Altar und kniete nieder, die Hände hochgestreckt. Das waren schon sehr viele Eindrücke auf einmal... Nach dieser Zeremonie mussten die Deutschen und die 4 Schüler, die sich zu dem Zeitpunkt im Dojo befanden, noch mit der Großen Natur im Tempel bleiben. Aber nur, um gemeinschaftlich den Tag zu begrüßen. Dazu genügte ein "Ohayou gozaimasu" und ein paar weitere Sätze, wie "möge der Tag uns wasweißich bescheren" oder was in der Art.

 

- first the others -

Die nächste Herausforderung nahte! Das Frühstück! Ein paar schwarze lange Tische standen u-förmig im Speiseraum. Selbstverständlich wurde wieder auf dem Boden gesessen. Etwas sehr unbeholfen - da einfach keiner ne Ahnung hatte, was zu tun ist - dauerte es ne Weile, bis jeder einen Platz einnahm. Vor mir auf dem Tischlein stand ein kleines braunes Bündel. Erst wurde aber mal wieder kurz gebetet oder was aufgesagt oder beides, ich weiß es nicht. Dann meinte übersetzte Noriko kurz die Sätze Daizens, dass wir am besten alles den Japanern nachmachen. Gesagt, getan! Mir gegenüber saß Kabayashi, ein 72jähriger alter Mann, der aber so lustig und irgendwie total puztig ist. Beim Barbeque am Vorabend stand er schon als bei mir und fragte mich auf japanisch aus. Und er hatte viele - zugegeben recht blödsinnige, aber amüsante - Fragen. Bei jeder neuen Zutat, die auf die Platte gelegt wurde, fragte er mich, wie das auf Deutsch heißt und ob wir das in Deutschland kennen.

Aber zurück zum Frühstück. Er grinste mich an und machte mir und den anderen gaaanz langsam vor, wie wir dieses besagte Bündel falten müssen. Das ist nämlich gar nicht so einfach!  Zuerst muss der Knoten gelöst werden, dass das weißte Tuch samt der Stäbchen direkt vor sich nah an die Tischkante gelegt werden, parallel zur Tischkante verlaufend. Dann wird das Bündel geöffnet und ich merkte, dass sich Ess-Schälchen darin befanden. Dieses Bündel (oh, das musste vorher im gebundenen Zustand noch in die Luft gestreckt werden) bestand aus den schwarzen Schälchen und einem braunen Tuch, dieses Tuch war um die Schälchen gewickelt. Jedenfalls wurde der Knoten des Tuchs gelöst und jede Ecke flach auf den Tisch gelegt und dann einmal rumgeknickt, so dass das Tuch ein Viereck bildete. Die große Schale muss dann nach links unten gestellt werden, in dieser großen Schale befinden sich vier weitere, immer etwas kleiner. Die kleinste wird aus der größten genommen und in die Mitte des Tuchs gestellt, dann die restlichen immer größer werdenden Schälchen in jede Ecke des Tuchs positioniert. Das war aber noch nicht alles, denn noch hatte niemand was zu essen! Es gingen weitere Schalen und Töpfe rum mit den Zutaten. Jeder musste den anderen etwas geben. First the others! Erst wenn man jedem etwas gegeben hatte (natürlich jede Zutat in ein bestimmtes Schälchen und in einer bestimmten Menge), durfte man sich selbst nehmen. Aber was das für Zutaten waren! OMG!

In die große Schüssel kam Reis, jedoch in Form von Brei bzw. Grütze. Also sehr wässrig, sehr sehr wässrig. Und der Brei wohlbemerkt mit Wasser gemacht. Die zweitgrößte blieb leer, in die mittelgroße Schale kam ein klein wenig Gemüse, kalt und leicht säuerlich eingelegt, das lieben Japaner scheinbar echt. Die nächstkleinere bekam ein kleines Löffelchen Pulver ab. Ich vermute es handelte sich um schwarzen Sesam. In die kleinste Schale kamen eine Umeboshi (eine Pflaume, aber so derbst sauer, dass selbst ich die eklig finde), ein paar kleine Scheibchen Gurke sowie zwei Fische. Wie nennt man die? Sardine, Sardelle, ... Ich weiß es nicht. War nur leicht geschockt, als mir zwei wenige Zentimeter große getrocknete Fischlein ins Schälchen gelegt wurden. Sobald jeder alle Sachen in der richtigen Schale hatte, wurde nochmal gebetet und für das Essen gedankt.

 

Eating: Teuren Joghurt von der Milchfarm

Thinking: Das ist nun wirklich Zufall, dass ich mir grade was zu Essen geholt habe, wo ich doch übers buddhistische Frühstück schreibe

 

- Wie wichtig eine Gurke doch sein kann -


Das Pulver, die Pflaume und die Fische wurden in die Reisgrütze getunkt. Die Fische zu essen war wirklich eine Herausforderung. Denn die Köpfe samt Augen usw. waren ja noch dran! Hab lange mit mir gerungen, doch dann am Stück in den Mund gesteckt, gekaut und einfach runtergeschluckt. Ich war überrascht, denn die waren sogar recht lecker. Wenn man denn die Tatsache ausblendet, dass man soeben einen Fisch-Schädel zerkaut hat xD Ineke neben mir wollte die Gurken aufessen, als ihr gesagt wurde, dass sie bitte eine übrig lassen sollte. Dummerweise fanden wir auch bald raus, wieso... Das Ende des Essens verläuft nämlich wie folgt. Alles wurde aufgegessen, bis auf das Stückchen Gurke. Dann ging ein Topf mit warmem Wasser rum, von dem sich jeder etwas in die eigene große Schale kippte, in der zuvor noch die Fischlein im Reiswasser schwammen. Mit den Stäbchen nahm man die verbliebene Gurke, tunkte sie ins Wasser der großen Schale und began mit eben dieser Gurke die Schale selbst zu säubern! Die Reisreste damit abwischen. Dieses Wasser samt Gurke wurde in die noch saubere Schale gekippt. Die kleineren Schälchen mussten mit Hilfe der Gurke und der Stäbchen gesäubert werden. Jedes Schälchen nach und nach leicht ins Wasser getunkt und ordentlich sauber gemacht - mit der Gurke! Wie man sich denken kann, schwammen nun jegliche Essensrestchen und die Gurke in einer Schüssel. Nun - man mag es bereits ahnen - wurde das Wasser getrunken und die letzte Gurke gegessen, so dass alles sauber wurde. Mit dem weißen Tuch wurde alles getrocknet, ineinandergestapelt und auf eine ganz bestimmte und komplizierte Art das braune Tuch wieder drumgebunden und geknotet. Sobald das jeder hatte, wurde sich wieder gemeinschaftlich für das Essen bedankt. Welch ein Akt! Und das alles noch im recht müden Zustand. Ich kam mir zudem zusätzlich recht blöd vor, weil die Große Natur direkt hinter mir saß. Okay, warum sollte so ein Kerl mich beobachten? Aber allein die Tatsache beobachtet zu werden, kann ich schon nicht ausstehen. Und dann auch noch ausgerechnet vom zweiten Sohn des Meisters... xD

 

- ichi ni san shi –

Nach einer kurzen Pause für uns, die die Mönchlein zum umziehen nutzten, durften wir die Zeit nutzen, um an der Straße Unkraut zu zupfen. Kein Problem, denn schließlich waren ja alle von dem reichlichen Frühstück *hüstel räusper* gestärkt. Die Ruhe (es war erstaunlich still beim Unkraut Entfernen) wurde schließlich durch die Große Natur gestört, der uns was von wegen Joggen erzählte! Ach du Scheiße! Darauf war natürlich keine Sau vorbereitet, was sich auch im Schuhwerk bemerkbar machte. Den Damen, die schön mit feinen Ballerinas (wie kann man für sowas eigentlich Geld ausgeben?) bestückt waren, wurden Turnschuhe organisiert. Will gar nicht wissen, welchen Schülern die weggenommen wurden. Nun, da jeder mit festem Schuhwerk versehen war, versammelten wir uns im Hof und schauten noch der hübschen Großen Natur auf den nicht vorhandenen Ar… ich meine natürlich ihm dabei zu, wie der halb auf dem Geländer kletternd eine Lautsprecherbox gerade rückte, die an der Außenseite eines Gebäudes hing. Was dann passierte, bringt mich immer noch zum schmunzeln. Wir nahmen an japanischer Morgengymnastik teil! Wie ich später von Yumi erfahren habe, werden an allen Schulen von Klein auf alle Japaner drauf getrimmt, sich zu einem bestimmten Lied in einer bestimmten Stretchingreihenfolge zu bewegen. An und für sich kein Problem, finde es sogar witzig, wenn überall in Japan dieses Gymnastikprogramm bekannt ist. Wenn das Lied nur nicht so peinlich wäre! Eine dermaßen alberne Musik mit einem Kerl, der völlig enthusiastisch immer von 1 bis 4 zählt. Ich verlink das später mal, die Japanerinnen haben mir den Namen davon aufgeschrieben. Verzweifelt, da mal wieder völlig ahnungslos, versuchten wir, die Bewegungen nachzumachen. Aber lies uns dieses peinliche Liedchen jedesmal in schallendes Gelächter ausbrechen, was das Nachmachen doch nur geringfügig erschwerte. Hinzu kam, dass wir mitten beim Stretching waren und die olle Natur mit nem Fotoapparat ankam und Bilder machte! Wie kann er es wagen? Dieser Dreckskerl hat uns beim Blamieren fotografiert. Ein Haufen Deutsche mit hochrotem Kopf, die zu nem Kinderlied auf und ab hüpfen… Wenn die japanischen Frauen nicht alle gesagt hätten, dass man dieses Lied in Japan kennt und dass es völlig normal sei, ich hätte schwören können, die hätten den Song nur gespielt im Dojo um sich über uns lustig zu machen. Aber sowas würden Zen-Buddhisten natürlich nieeee tun ô.O

 

- Walking –

Immer noch kichernd machten wir uns im Trupp mit allen Ausländern, den vier Schülern und den Mönchen auf den Weg durch den Wald. Dainen (die Große Natur) schritt voran und wir hinkten mit den restlichen Insassen des Dojo etwas hinterher, denn wir joggten nicht, sondern kletterten einen steilen Berg hinab. Mitten durch den Wald, einen kleinen Pfad entlang über wackelnde Steine, verwachsene noch ansatzweise erkennbare Treppenstufen und durch kleine Bächlein hindurch. Wie ein Wanderweg, nur etwas gefährlicher, da es wirklich steil bergab ging und wir zickzack dem schmalen Pfad folgend langsam hinabstiegen. Aber wohin gingen wir? Immer tiefer ins Tal hinein, wo doch tiefster Wald war. Endlich unten angekommen, fanden wir uns an einem kleinen Wasserfall wieder, in dessen verschiedene buddhistische Figuren gestellt bzw. eingearbeitet waren. Es brannten bereits Räucherkerzen und verbreiteten einen angenehmen Duft und ein paar frisch gepflückte Blümlein lagen neben den brennenden Kerzen. Ich war fasziniert von dem Anblick, der Abstieg hatte sich gelohnt, denn die mit Moos bewachsenen Steine und das Plätschern des Wassers bewirkten eine sehr eigenartige Atmosphäre, die ich gar nicht näher in Worte fassen kann. Nach den obligatorischen Gruppenfotos, wurden wieder Gebete gesungen. In dem Felsen und dem Wasser wohnt angeblich ein Drachen. Ein heiliger Ort. Nach diesem Prozedere musste der ganze Weg natürlich wieder hinaufgeklettert werden. Das war so übelst anstrengend, aber ich hab nur eine einzige Pause gemacht. Dass sogar die ganzen alten Leute so fit sind, war beeindruckend! Und Daizen hätte ich auch gerne erschlagen, denn auf dem Weg nach unten, meinte er als, dass wir dann im Tal joggen würden. Aber mit „Wir gehen laufen!“ war halt dieser Gewaltmarsch gemeint. Hat der Mistkerl uns schon wieder verarscht. Die haben sich eh köstlich über uns amüsiert wie es mir schien. Und dennoch hab ich echt nen Narren an denen gefressen 8D


- Lemongras –

Am Vortag befreiten wir bereits die Lemongrasbeete vom Unkraut. Nun hieß es ernten! Einer packte sich ein ganzes Büschel der Gräser, der andere schnitt es unten ab. Nicht wirklich schwierig, aber dennoch schienen einige echt Probleme zu haben. Ja, auch ich gehörte einmal dazu, aber das hatte andere Gründe *möp* Denn ausgerechnet die Große Natur hatte so ein Mega-Büschel und meinte, ich solle das schneiden. Nun stand der Jung aber so ungünstig, dass ich ihm entweder die kleine Handsense gegen das Bein gehauen hätte, da der Winkel um Absägen nunmal sehr ungünstig war, oder – und so geschah es – ich bekam das blöde Gras nicht durch! Ich säbelte vor mich hin, da kam Armin ganz gelegen, dem ich mit hochrotem Kopf das Messer in die Hand drückte und woanders hinging. Mensch, wie peinlich! Am nächsten Büschel stand auch schon Daizen, der übrigens auch mal nen verdammt Hübscher ist =))) Bei ihm hab ich das Gras mit einem Cut komplett weggeschnitten. Er war sehr überrascht, freute sich und sagte mir noch, dass ich begabt sei und ne gute Technik hätte. Tjaja… Nach dem Umnieten, musste aussortiert werden. Dainen versuchte in seinem grottigen Englisch zu erläutern (naja, eher anhand von Beispielen zu zeigen), welche wir aussortieren sollten. „Good“ und „bad“ waren um genau zu sein, die einzigen Worte, die er verwendete, wobei der „bad“ so geil ausspricht, dass es immer noch ein Running Gag bei uns ist. Tjoa, so verbrachten wir dann die nächsten Stunden bis zum Mittag mit „good“ und „bad“ Halmen Lemongras. Übrigens muss jeder einzelne Halm extra geprüft werden! Danach werden die übrigens gewaschen und getrocknet und man macht Tee draus. Die dufteten auch schon so schön nach Zitrus. Das viele Stehen war zwar ätzend, aber mir macht so Arbeit Spaß. Ich hab kein Problem damit stundenlang einzelne Grashalme anzugucken. Da kriegt man nämlich den Kopf frei, weil man irgendwann einfach an gar nichts mehr denkt. Diesen Flow genannten Zustand mag ich einfach. Drum hätte ich am Vortag auch noch locker ein zwei Stunden mit Unkraut jäten verbringen können, obwohls anstrengend war.

Drinking: Blendy – kalter schwarzer Kaffee aus dem Kühlschrank
Thinking: … der letzte Abend bricht an…
Feeling: *seufz*
Reading: Die Nachricht von Osaka-san, sollen gleich zum Geschäftsessen kommen

Okay, ich schaffs grad nicht mehr, den Eintrag zu vervollständigen. Habe heute morgen damit angefangen und während des Saubermachens, Packens und Putzens immer mal wieder nen Abschnitt getippt. Aber gleich müssen wir zum Essen. Find ich gut, da ich Hunger habe. Nur wird die Zeit mal wieder knapp, waren noch mit Yumi Udon-Nudeln essen und grad eben noch in der Shopping Mal und paar Tausend Yen für Geschenke bzw. Mitbringsel (ja, Kitsch!) ausgegeben. Und innerlich die Stadt hier verabschiedet *seufz* Nun zieh ich mich mal um und hoffe, dass ich zumindest die Dojo-Einträge mal vervollständigen kann.

2009/09/11, 18:26

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