Wie Antje in ein buddhistisches Kloster gelangte...

Feeling: Müde

Watching: Pictures

Feeling: *höhöhöhö*

Drinking: Gemüsesaft in dem aber auch Beeren mit geschreddert sind - jedenfalls ist die Verpackung pink!

Eating: Schokolaaade und übelst teure Kekse

Thinking: Ach könnte ich doch nur schneller tippen

Listening: Die restlichen Weiber (+ Armin *g*)

 

Schon nach Mitternacht, die Sayonara-Party hat doch länger gedauert und Yumi sitzt auch noch in der Küche mit den anderen Weibern (+ Armin^^). Luisa und Johanna stehen in 4 bis 5 Stunden wieder auf, weil sie das Land leider verlassen. Find ich echt schade, mir wäre es in einer anderen Kombination doch lieber gewesen... Bin auch total müde, war ein anstrengender Tag. Hatten mal wieder recht volles Programm, aber schön wars! Nur leider müssen wir immer so viel spontan ausfallen lassen, weil wir sonst mit der Zeit nicht hinkommen. Sehr ärgerlich, wäre gerne ins Aquarium gegangen, aber das war mit 12 Euro umgerechnet doch zu teuer für ne halbe Stunde...

 

Thinking: Ob ich mich grade noch zum wachbleiben zwingen kann, damit ich vom Kappa-Dojo schreiben kann?

Watching: Pictures - Special Pictures - Very Special Pictures

Feeling: ^__________^ 

Thinking: Is ja witzig - ich bekomm auf der Seite hier japanische Werbung im Banner oben und rechts eingeblendet

 

- Der zweite Sohn des Meisters -

Naja, ich fang mal an vom Dojo zu erzählen. Auf der Welcome-Party war ja bereits der besagte zweite Sohn seines Vaters anwesend und hat uns kurz berichtet, was uns im Dojo erwartet. Von wegen der Tag im Dojo beginnt um 5 Uhr morgens, er kümmert sich um den Kräutergarten und so weiter. Wir waren alle unheimlich gespannt, weil die Japanerinnen uns so Angst gemacht haben, da es anstrengend wird und wir auf die Schultern gehauen werden (was laut Gesa entspannend wirken soll *ja klar*) und so weiter. Ich hatte fast schon Angst davor. Oh und grade höre ich, wie die anderen in der Küche vom Dojo erzählen *hihi* Naja, jedenfalls warteten wir auf den Bus, der uns zum Dojo bringt und waren etwas überrascht als der junge Kerl von der Feier im Bus am Steuer saß. Ich hab die ganze Fahrt über nicht aufhören können zu grinsen, weil in der ersten Sekunde schon (da hat der Bruchteil einer Sekunde gelangt) in seinem Gesicht dieses leicht gehässige Grinsen zu erkennen war. Er war auf der Welcome-Feier kein Freund großer Worte, er hat ja nichtmal seinen Namen genannt! Wir kannten ihn alle nur unter "der zweite Sohn seines Vaters"... xD Jedenfalls ein doch recht knuffiges Kerlchen, wenn mans mal genau nimmt *g* Ich hab auf der Welcome-Party kein Wort mit ihm gewechselt, sondern nur ab und zu mal in die Runde geschaut und gesehen, wie er uns musterte und dann dieses gewisse Grinsen im Gesicht hatte. Natürlich ohne was dazu zu sagen, aber ich fand seine Blicke recht offensichtlich, da er für einen Japaner wirklich sehr stark gebräunt ist von der Sonne und Glatze hat und somit die weißen Augen (nein, nicht die Pupillen) doch recht verräterisch sind. Also man merkt schon, dass er beobachtete...

Nunja, ich würde ja jetzt schreiben, dass ich schon genug über ihn geschrieben habe, aber so gesehen, war er fast ständig DAS Gesprächsthema Nummer 1, also müsst ihr das Geschwätz über ihn noch eine ganze Weile ertragen^^

 

- Ankunft im Dojo -

Wir kamen in einem wunderschönen Hotel an, hoch oben auf einem Berg von wo aus man einen atemberaubenden Blick auf die Inlandssee hatte. Ich war kurz vorm Ausflippen, als ich die Zimmer gesehen habe! Traditionelle alte japanische Zimmer! Tatami-Zimmer!! Diese Zimmer mit den Strohmatten, wo man auf dem Boden schläft und die zig Schiebetüren überall. Allein von diesem Zimmer war ich so begeistert! Ja, ich habe selbstverständlich Fotos gemacht =) Diese Freude hielt leider nicht so lange, wir legten nur kurz unser Gepäck ab und liefen dann bereits mit dem zweiten Sohn des Meisters zum Dojo selbst, welcher nur wenige Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt liegt. Der Dojo entpuppte sich nicht als Kampfsport-Epizentrum, sondern es war die andere Art Dojo gemeint. Denn dieser Name steht nicht nur wie man es aus Karate Kid oder Ranma kennt für eine Art Halle in der man übt, sondern bezeichnet auch eine Art Gemeinschaft. Einen Ort des gemeinsamen Lebens, Arbeitens usw. für eine Gruppe von Menschen. In diesem Fall erwies sich der Dojo als zen-buddhistischer Tempel ô.O Also nix Kampfsport sondern Glaubensgemeinschaft! Gemeinsam mit dem großen Meister saßen wir in einer Runde und bekamen etwas zum Tempel und der Anlage bzw. dem Grundstück selbst erklärt. So der typische Tagesablauf usw. Noch bevor man fertig war mit Fragen, wurden wir auch schon raus aufs Feld gerufen in einen der Kräutergärten.

 

- Der erste Arbeitseinsatz und die Große Natur -

In glühender Nachmittagshitze kletterten wir ein Stück den Berg hinauf zu einigen Feldern, auf denen Lemongras angepflanzt wurde. Die nächsten Stunden verbrachten wir damit Etappenweise jegliche Lemongras-Beete von Unkraut zu befreien. Der zweite Sohn des Meisters half uns, aber ich tat mein Bestes immer irgendwie am anderen Ende des Beetes zu arbeiten. Naja, einmal hab ich ihm nen Büschel Unkraut versehentlich voll vor die Füße geworfen und als er dann lachte, hab ich mich schnell aus dem Staub gemacht. Ich hab eigentlich kein einziges Wort mit ihm geredet. Gut, er spricht kein Deutsch und fast kein Englisch, aber mit meinen sporadischen Japanischkenntnissen bin ich bislang ganz gut zurechtgekommen. Doch bei ihm hab ich mich echt nicht getraut oder vielleicht auch kein Wort rausbekommen, ich kanns nicht genau sagen.. Nachdem wir eifrig alles außer dem Lemongras aus dem knochenharten weil trockenen Boden gezupft bzw. gehackt hatte, wurden wir zur Pause gerufen. Zu unserer großen Freude gabs auch Eis =) Naja, Eis ist gut gesagt, das besteht hier nämlich aus ner Menge an Eiswürfeln, die klein geschreddert oder gehobelt werden, dass man lauter Spähne (schreibt man das so?) hat, worauf man anschließend nach Belieben diverse Sirup-Sorten in vielen kinderfreundlichen knalligen Farben und Geschmäckern dazuschütten kann. Auch die Mönche erfreuten sich an dem Eis. So kam es spontan zu einer kurzen Vorstellungsrunde, in der jeder Deutsche kurz was zu sich sagte (ich war die Einzige, die das auf Japanisch gemacht hat) und alle Mitarbeiter des Dojo in einem Satz kurz was zu sich sagten. Bis auf den zweiten Sohn des Meisters. Die Vorstellung war längst beendet, aber der Junge hatte noch kein Wort sonst gesagt, also nervten wir (also die Weiber^^ Wir haben uns nämlich schon seit der Welcome-Party Gedanken um den Namen des hübschen Kerls gemacht) unsere Dolmetscherin so lange, bis diese zu ihm hinging und ihn aufforderte, er solle seinen Namen auch mal nennen. Und diese kleine Hexe musste dem Jungen natürlich erzählen, dass die deutschen Weiber alle unbedingt den Namen erfahren wollten. Schließlich antwortete er etwas überrascht, dass er Dai-Nen hieße (der Name wurde ihm im Tempel gegeben), was übersetzt soviel wie die "Große Natur" hieß. Und somit hatte er seinen Spitznamen weg! Er war irritiert, als die Mädels spontan in Gelächter ausbrachen, denn dieser Name eignet sich natürlich hervorragend für Wortverunstaltungen, Wortspielchen und Verballhornungen. Nun wird auch der geneigte Leser, der den Eintrag hiervor verfolgt hat bzw. das nochmal nachholt *g*, merken, was genau ich mit "ich fühle mich: naturverbunden" meinte =P

 

- BBQ -

Abends hatten die Mönche ein Barbeque vorbereitet, um uns eine Freude zu bereiten. Wenn die wüssten, dass wir schon zweimal BBQ hatten und eines direkt am Vorabend... Aber es war trotzdem schön. Fatma und ich sind eh die selbsternannten Grillmeisterinnen, da wir auf der Spargelfarm fast alles im Alleingang gebrutzelt haben. Also gingen wir zur heißen Platte über der Feuerstelle, schnappten uns unaufgefordert ein paar Wekrzeuge und begannen aufmerksam beobachtet die Zutaten zu brutzeln. Einer der Mönche, der mir so sympathisch war, den ich sehr ins Herz geschlossen habe, stand auch noch dabei und fragte mich (ich versteh besser Japanisch als Fatma) zu allen Zutaten aus. Wie Süßkartoffeln in Deutschland heißen, ob wir auch Kürbis in Deutschland haben, ob wir Barbeque mögen, ... Der alte Mann (Kobayashi - der Kleine Wald) ist bereits 72 Jahre als, aber so putzig^^ Ich war eine der letzten, die sich Essen holte, weil ich noch mit von uns liebevoll Koba-chan genannten Opa plauderte und mich warum auch immer dazu zuständig fühlte (vielleicht weil ich die Grillzange in der Hand hielt *möp*) den anderen Mega-Portionen in ihre Schüsselchen zu scheppen. Und Koba-chan hat bei jeder Kelle immer "San Kyuuu" (= Thank you, aber in nem einfach niedlichen Tonfall) gesagt, dass ich ihm am liebsten pausenlos was neues auf den Teller gelegt hätte *hehe* Das

 

- Erster Tag geschafft -

Grillen hat mir viel Spaß gemacht und zog sich auch bis 8 Uhr abends. Im Dunkeln liefen wir von der Großen Natur *harhar* begleitet zurück ins Hotel, wo wir mit drei Weibern im Flur die Massagestühle entdeckten. Kostenlos *ding ding ding*! Die mussten selbstverständlich getestet werden! Übrigens war in jedem Zimmer für jeden ein eigener Yukata (so ne Art leichter Sommer-Kimono, auch wenn diese wohl eher die männliche Ausführung waren - trägt man aber auch wie bei uns nen Bademantel) hinterlegt, der natürlich auch getragen werden wollte. Somit lagen wir vergnügt in den Massagestühlen (die Teile habens echt in sich - das ist mit den deutschen Stühlchen nicht !!!! zu vergleichen), kicherten über dieses und jenes (besonders über die Große Natur), als einer der Mönche (mein zweiter Liebling) die Treppe hochkam und sich scheinbar köstlich über uns amüsierte. Tjaja, so sind se halt, die ausländischen Weiber. Laut, aufgedreht, anstrengend... Nachdem der Schnuffi verschwand, setzte ich mich mit den Mädels in die schöne große gemeinschaftliche Badewanne (ich mag die japanischen Bäder^^) und stellte fest, dass scheinbar alle (ja, alle) von uns Damen die Große Natur unglaublich knuffig, attraktiv, niedlich, interessant, putzig, (Liste beliebig erweiterbar) finden!! Und klar, dass ich auch dazugehöre! Somit war schonmal klar, dass die folgenden zwei Tage im Dojo echt interessant sein würden... Warum auch immer, ich war furchtbar müde an dem Abend, obwohl es grade mal 21 Uhr war. Aber da wir ja um 5 Uhr morgens aufstehen würden, ich von dem heißen Bad viel zu entspannt war, legte ich mich ins Bett...

 

2009/09/05, 01:41

4.9.09 18:47

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen