Unterwegs auf der Hauptinsel

Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Antje in Japan"! Heute mit folgenden Themen:

 

Wie jetzte? - Busfahrwirrwarr in Kyoto

Pretty Woman - Dorfkinder im Luxushotel

Osaka - Was gibts denn hier eigentlich tolles?

 

Das und noch vieles mehr erleben Sie jetzt!

 

Drinking: Milk Tea - jaja, das Land hier möchte umweltbewusst sein und dennoch werden Millionen PET-Flaschen aus den Automaten gezogen

Eating: Sandwich - zumindest was hier so als Sandwich bezeichnet wird xD Richtiges Brot gibbet nüscht sondern man findet fast nur süßes Brot in allen Varianten oder Weißbrot bzw. Toastbrot

Feeling: Zufrieden, bissi mit Tagträumereien beschäftigt, trotz der Rückenschmerzen und dem Kratzen im Hals

Chatting: Mit Daniel - Jung, in Deutschland isses 3 Uhr nachts, ab ins Bett ,-)

Listening: Meine Playlist bestehend aus Alice Cooper, Aestethic Perfection, Jesus on Extasy, Deine Lakaien, Blind Guardian, Amorphis, SAM, AC/DC, Psychic Force, WASP, ...

Thinking: Hungeeeeer

 

- Lost in Kyoto -

Wie bereits erwähnt, verschlug es mich die letzten beiden Tage auf die Hauptinsel in zwei der größten und bekanntesten Städte Japans Kyoto und Osaka. Unser vier Weiber starker Trupp hatte das Glück ein Sonderangebot der JR (Japan Railway) zu ergattern und für 20 Euro ca. pro Person an einem Tag alle JR-Verbindungen nutzen zu können. Will gar nicht wissen, wieviel die Strecke sonst gekostet hätte, wo wir allein für die einstündige Fahrt zum Kompira-Schrein schon rund 60 Euro (für EINE Fahrt) bezahlt hätten, wenn die Kosten denn nicht Osaka-san übernommen hätte! Sonntag um halb 6 in der Früh stapften wir zum Bahnhof, in der Hoffnung dort was zum Futtern kaufen zu können, aber leider hatten noch alle Läden zu. So fuhren wir dann mit der Bahn nach Okayama, direkt über die große Brücke, die die beiden Inseln Shikoku und Honshu miteinander verbindet. Ewig lang mit dem Zug über die Inlandsee, das war schon schwer beeindruckend! In Okayama hatten wir drei Minuten Zeit zum Umsteigen, also wieder nichts mit Frühstück und nach zwei Stunden endlich in Himeji angekommen ganze acht Minuten Zeit für den nächsten Zug. Dennoch reichte es, um sich mal eben mit paar Reisbällchen und Brot (dem süßen Zeugs da) einzudecken. Die Hinfahrt nach Kyoto verlief also recht problemlos, wir schafftes es sogar im riesigen Bahnhof relativ schnell Ineke zu treffen, mit der wir verabredet waren und die schon einen Tag vorher in die Stadt gereist ist.

Nächstes Problem: Busfahren! Gut, ich weiß, wie man in einen Bus einsteigt usw. Dumm war nur, dass wir drei verschiedene Pläne an, die alle nicht so richtig miteinander harmonierten. Aber scheinbar ist das in Kyoto Gang und Gebe, denn wir standen keine Minute mit unseren Plänen und Ausdrucken vor dem Busbahnhof als auch schon ein kleiner Mann mittleren Alters vor uns stand und fragte, ob er uns helfen könne. Er riet uns vehement davon ab, einen Blick auf die Fahrtzeiten und die Busfahrpläne an den Stationen zu werfen, denn die wären angeblich so kompliziert, dass sie selbst die Japaner aus Kyoto selbst nicht richtig raffen würden xD Vereint schafften wir es, uns ein Tagesticket für 500 Yen zu kaufen und zumindest in den richtigen Bus zum Kaiserpalast einzusteigen. Wie der Palast nun war, kann ich nicht sagen, denn der ist wohl nur an wenigen Tagen im Jahr überhaupt der Öffentlichkeit zugänglich. Okay, beeindruckend wars schon, vor allem die gigantischen Ausmaße der Bauten, aber so angetan war ich nun nicht. Zum Chillen, wenn man denn Zeit hat, mag es ja ganz nett sein, aber die hatten wir nunmal nicht. Also beschlossen wir, uns DEM Touristenziel Nummer 1 zu widmen: Der Goldene Pavillon! Die Fahrt (mit dem Bus natürlich) war gar nicht so kompliziert, die Anzeigetafel im Bus war sehr zu meiner großen Verwunderung sogar mal auf Romaji (also in unseren Buchstaben^^" ) .Wahrscheinlich, weil der Goldene Pavillon echt eine der großen Touristenattraktionen ist. Übrigens war er schon sehr beeindruckend, aber die Menschenmassen sind mir schon etwas auf die Nerven gegangen. Bin nicht so der Fan touristischer Aktivitäten, aber ein wenig Sightseeing muss schon sein. Das sind für mich so Sachen, die man echt anschauen muss, wenn man denn mal in Japan ist. Was ich besonders genial fande: Wir saßen vor dem Eingang des Parks am Goldpavillon, als ich auf der anderen Straßenseite zwei Teilnehmer des Youth Summits entdeckte! Ich mein, wie geil ist das denn? Mitten in Kyoto!! Und auf einmal steht Jens vor mir! Den Namen des anderen weiß ich nicht, ist aber nicht so tragisch, denn den mag ich nicht so besonders. Aber mit Jens hab ich mich prima verstanden, da werd ich den Kontakt auch sicher halten, zumal er aus Mühlheim (Offenbach) kommt *grins* Von dort kenn ich zufällig noch jemand anderen ,-) Wir waren dann noch Takoyaki essen, das sind Tintenfischbällchen. Für wirklich nen Appel und nen Ei, wie man so schön sagt. Auf der Nippon Connection blecht man für 4 Stück rund 5 Euro und hier haben wir 6 Takoyaki für 2,60 gefuttert. Saulecker die Dinger^^ Im Anschluss schauten wir uns noch den... ähm... den... ... Wir schauten uns noch einen Tempel an, der scheinbar im zen-buddistischen Stil gehalten ist, bevor wir uns von Ineke verabschiedeten, die in einem anderen Hotel untergebracht war. Nun standen wir vor der nächsten Herausforderung: Finde das Hotel!

Die Broschüre des 5-Sterne-Hotels ist komplett japanisch. An und für sich kein Problem, wenn denn wenigstens die Haltestellen übereingestimmt hätten! In der japanischen Broschüre konnte ich zumindest die Wegbeschreibung etwas lesen *stolz* Also welche Station und wie weit man zu Fuß noch gehen muss und so. Dummerweise gab es diese Stationen auf unseren Busfahrplänen nicht. Auf der groben und sehr stilisierten Karte der Broschüre war das Hotel nichtmal eingezeichnet. Herr Osaka hat lediglich eingekringelt, wo es denn ungefährt liegt... Ergo: Wir waren nur leicht aufgeschmissen... Es war auch schon 18 Uhr, die Dämmerung brach bereits ein, als wir mit einem der Busse (dem Namen nach wohl eine, die im Norden der Stadt im Kreis fährt, Norden 8) zur Haltestelle fuhren, von wo aus wir uns erhofften, in den Bus Nummer 5 einzusteigen. Laut Plan waren die Haltestellen identisch, doch gab es dort keinen fünfer Bus.. Ahso, in diesem geilen Nord-Bus galten auch scheinbar unsere All-City-Tickets nicht, was den Namen der Tickets wiederum lächerlich erscheinen lässt... Drum dort nochmal 160 Yen (Kindertarif, warum auch immer xD) nachblechen. Jedenfalls fanden wir die Haltestelle des einen Busses nicht, mit dem wir weiter nördlich fahren wollten, also marschierten wir grob in die Richtung, die wir für richtig hielten. Bis wir dann die Schnauze voll hatten und ein Taxi anhielten. Zumal es auch schon abends war...

Lost in Kyoto passt übrigens auch deshalb recht gut, weil Meike ihre Kamera irgendwo hat liegen lassen und sich - als wir im Goldenen Pavillon waren - nochmal alleine auf den Weg zum Kaiserpalast begeben hat, um die Orte nochmal abzuklappern, wo wir waren, in der Hoffnung die Cam zu finden. Leider vergebens. Und wir warteten ewig vor dem Pavillon, weil Meike sich verfahren (mit dem Bus übrigens) hat. Sehr ärgerlich, ich war echt sauer, weil ich gerne noch mehr von Kyoto gesehen hätte und ich es echt nicht abhaben kann, lange auf jemanden zu warten! Zeitverschwendung! Sowas mag ich gar nicht. Dennoch war ich froh, dass Meike wieder da war, denn ohne sie hätten wir das Hotel nicht gefunden. Denn ausgerechnet die, die sich ohne denkbar gute Japanischkenntnisse alleine auf den Weg in die Stadt gemacht hat, hatte die Hotelbroschüre einstecken. Und wir saßen beim Takoyaki-Futtern und überlegten, wie wir ins Hotel kommen sollten, wo wir nichtmal den Namen wussten!! Sondern nur mehr als grob den selbst gezeichneten Kreis mit der ungefähren Lage im Stadtplan... Gut, dass Meike wieder aufgetaucht, zwar ohne die nagelneue Kamera ihrer Eltern, aber materielle Dinge sind in solchen Fällen nicht ganz so wichtig, wie ich finde.

 

- Genießt es, so eine Chance bekommt ihr nie wieder -

Wie gesagt, wir stiegen ins Taxi ein und hielten dem Fahrer die Broschüre des Hotels vor die Nase, der doch sichtlich verwundert zweimal nachfragte, ob wir dorthin wollen. Gut, dass wir das Taxi genommen hatten, denn unsere Unterkunft lag sehr sehr weit außerhalb (das hätten wir alleine nie gefunden!) einen Berg hoch, wo es sonst ausschließlich Ferienresorts gab. Also nix mit Wohngegend sondern ein Luxushotel neben dem anderen. Der Taxifahrer bog in die Hoteleinfahrt ab mit vier staunenden Weibern im Auto. Vorne am Eingang warteten drei Pagen mit Gepäckwagen, ein paar andere trugen grade Gepäck eines anderen Taxis davon. Ich bezahlte den Fahrer, als mir auch schon von einem der Bediensteten die Tür geöffnet wurde. Die müssen sicher blöd geguckt haben, als da vier Tussis mit ihren Rucksäcken ausstiegen ,-) Der Page ging voraus, vorbei an Springbrunnen, beleuchtetem Wasser bis wir endlich mal in der gigantischen Lobby angelangt waren. Überall buckelten sich die Angestellten, grüßten und wollten unsere miefenden Rucksäcke abnehmen... An der Rezeption angelangt, mussten wir nichmal ein Wort sagen, da nahm die Frau schon ein Telefon in die Hand und sagte, dass Herr Osaka mit uns sprechen möchte. Vielleicht sollte ich erstmal erzählen, wie es dazu kam, dass wir in diesem Bonzen-Ding gelandet sind. Wir wollten eigentlich in einem Hostel übernachten. Herr Osaka (dieser reiche Kerl, dessen Ferienwohnung wir nutzen dürfen und der alles aus eigener Tasche bezahlt) interessierte sich, wo wir denn in unserer freien Woche hinfahren und bot uns an, einen Freund anzurufen, dass wir die Nacht in Kyoto in einem der Tempel übernachten dürfen. Daraus wurde aber leider nichts, drum organisierte Osaka-san uns diese mega Hotel-Suite, in dem sonst hin und wieder Geschäftskunden von ihm absteigen. Ein Page führte die staunenden Mädels mehrere nicht enden wollende mit Musik beschallten Gänge des Hotels hinab zum Zimmer. Ich sags euch, ich habe noch nie in einem solchen Luxus gelebt! 4 Fernseher, Kamin im Wohnzimmer, eigene Pyjamas für jeden Hotelgast, eigene Slipper, Whirlpool mit integiertem Fernseher in der Wand in einem der beiden Badezimmer, eine Minibar so groß wie mein Schreibtisch daheim, Kronleuchter, der schwarze Marmorboden so glänzend geputzt, dass ich mir selbst beim Gehen unter den Rock gucken konnte, drei Türen, die ins Badezimmer führen, und und und... Wahnsinn! Da es bereits spät war und uns der Huner quälte, beschlossen wir noch einen "kleinen" Rundgang durch das Anwesen zu machen. Ha, und ich fand es schon dekadent beim Botschafter zu flanieren! Aber DAS hat es echt nochmal getoppt! Aus Spaß schauten wir uns die Speisekarte der Lounge an und gingen an den insgesamt 5 im Hotel integrierten Restaurants vorbei. Wohlbemerkt, wir gingen nur vorbei! Wir hatten zwar richtig Hunger, aber das günstigste Menü in dem japanischen Restaurant sollte grad mal schlappe 150 Euro (!!!) kosten!! In einer der Cocktailbars bekam man die günstigsten Drinks schon für angenehme 15 Euro! "Ach, tut einfach so als würdet ihr jeden Tag drei Scheiben Toastbrot für 14 Euro essen!" (Antje beim Blick auf die Angebotskarte der Lounge). Aus lauter Verzweiflung verließen wir das Resort-Areal, jedoch fanden wir nur einen einzigen Getränkeautomaten, an dem wir uns mit Abendessen in Form von Wasser, Cola, Calpis, ... naja Getränken halt, eindeckten. Und im Souvenirshop holte sich noch jeder eine 2 Euro Chips im Miniformat. Das zusammen mit den 4 Schokoladenstückchen, die in unserer Suite auf den Kopfkissen lagen, mussten als Abendessen ausreichen T_T  Während wir völlig unbeholfen und sichtlich fehl am Platze durch die endlosen Gänge des Hotels wanderten, kam ich mir schon ein klein wenig wie in Pretty Woman vor. Wo sie dann unten in der Lobby in ihrer "Arbeitskleidung" aufwartet und die Gepäckboten komisch gucken und so weiter. So in etwa muss man sich das bei uns vorstellen, nur dass wir nicht ganz sooo nuttig gekleidet waren ^.~ Im Zimmer zurück wurde einer der vier Fernseher eingeschaltet - der größte von allen *höhö* - und es lief Pretty Woman! Wie das mal wieder passte, wo ich es 10 Minuten vorher gesagt hatte xD Manchmal finde ich solche Zufälle schon etwas unheimlich...

Die restlichen drei Weiber verblieben vor der Glotze mit den Chips und ich machte mich auf den Weg zum Spa =))) Bin ja mittlerweile total der Bade-Fan geworden und der Spa war halt so ne Mischung aus japanischer Badetradition (Gemeinschaftsbad) mit dem deutschen Verständnis für Thermalbäder^^ Ich kam zum Eingang des Spa-Bereiches, als mir direkt zwei Handtücher verabreicht wurden. In dem Umkleideraum wurde sich schnell der Straßenklamotten entledigt und ab zum Duschen/Waschen. Ziemlich dekadenter Waschbereich mit schwarzen Fliesen und nicht einfache Plastikschüsseln (man füllt Schüsseln mit Wasser und kippt sich das dann über den Körper) sondern alles fein aus schickem Holz. Eine Vielzahl von Seifen, Shampoos, Conditioner, Gesichtswaschzeugs, ach so alles, mit dem man sich reinigen kann, stand bereit. Natürlich musste alles ausprobiert werden^^ Glaub so feine Poren im Gesicht hatte ich in meinem ganzen Leben noch net *möp* Dann - nachdem jeder Schaumrest auch gründlich abgespült wurde, mit dem Bottich *hihi* - gings in das riesige Badebecken, alles in piekfeinem Schwarz gehalten. Irgendwann bemerkte ich auch, dass es draußen noch weiterging. Staunend betrat ich die Außenanlage. Es gab nämlich noch weitere Becken, Whirpools, Massagebecken und alle draußen! Überdacht zwar, dennoch draußen, wo man sich von unten die Wasserfälle des Hotels, die hübsch beleuchteten Fächerahorne und die Landschaft angucken konnte. Wunderschön! Weiß gar nicht, wie lange ich dort drin gesessen habe, aber es muss schon locker ne Stunde gewesen sein. Dann gings noch zweimal in die Sauna, ins kalte Becken, wiedermal duschen, Hautreinigungsgels ausprobieren *hihi* und wieder zur Massage usw. Also richtig Wellness im Spa-Bereich. Es war wirklich toll! Ich hab es total genossen! Okay, ich wurde schon begutachtet, weil ich schon recht auffiel. Aber als Ausländer in Japan wird man eigentlich immer angegafft, aber das ist ein anderes Thema. Mit einer Frau kam ich sogar ins Gespräch, sie erklärte mir, wie man den Massagestrahl reguliert. Mir hats im Wellness-Bereich einfach riesen Spaß gemacht, vielleicht lass ich mich in Deutschland auch wieder mal in den Thermen blicken. Mag jemand mit? ,-)

Feeling: Gut =)

Drinking: Calpis Water

Eating: Schokoladentäfelchen

Listening: Eines der Mädels duscht scheinbar grade

Watching: Anleitung zum Yukata-Gürtel binden

Thinking: OMG! Das bekomme ich nie alleine hin

Hatte nen kurzen (okay, nen langen) Break. Hab heut morgen mit dem Verfassen angefangen und nu isses gleich schon Mitternacht. Nein, ich hab nicht so lange geschrieben, sondern war heute in der Stadt unterwegs und dann gabs ja auch noch Besuch ,-)

Nach über zwei Stunden, völlig kaputt, aber happy und mit nem halben Dutzend Bodylotions, Feuchtigkeitscremes, Gels usw. (alles gratis^^) eingeschmiert, kam ich aufs Zimmer und genoss den wohlverdienten Schlaf.  Ahja, als wir am Vorabend noch draußen rumliefen, wollten wir den Haupteingang wieder benutzen, wo wir mit dem Taxi einfuhren, um ins Hotal zu gelangen. Erstmal wurden wir komisch angeschaut, da wir zu Fuß angelatscht kamen, dann wollten uns die Bediensteten nicht reinlassen, sicher haben sie uns für Personal gehalten. Auch als wir sagten, wir hätten schon eingecheckt, waren sie skeptisch. Erst als ich aus Meikes Tasche unseren Zimerschlüssel hervorkramte, machten sie große Augen und entschuldigten sich hundertmal und geleiteten uns noch bis zur Lobby. Wie in diesen "Plötzlich Prinzessin" Filmen und Konsorten ,-)  Auch geil war das Auschecken am nächsten Morgen. Wir bekamen die Rechnung vorgelegt auf Japanisch, also erklärte uns die Dame, wie sich die Rechnung zusammensetzte. Die eigentlich Rechnung für die Miete des Zimmers bekamen wir nicht zu Gesicht, denn die ging direkt an Herrn Osaka. Will gar nicht wissen, wieviel dieses Suite gekostet hat. Jedenfalls zeigte sie uns die Sonderrechnung für alle zusätzlich entstandenen Kosten. Einmal Nutzung des Telefons für 3 Euro, okay, hatten Ineke ja angerufen, passte also. Dann der nächste Punkt: Frühstück. Kosten 8400 Yen. Irgendwas zwischen 60 und 70 Euro! Sichtlich geschockt, griff jede von uns automatisch zum Gedbeutel. Verzweifelte Blicke und "wievel Geld hast du noch dabei?" Getuschel kamen auf. Dann versuchte ich der Frau zu erklären, dass wir noch gar kein Frühstück hatten. Also telefonierte sie ein paarmal und entschuldigte sich bei uns und cancellte das Frühstück. Glück gehabt! Für 2100 Yen pro Person Frühstücken! Das sind 16 Euro oder so. Dafür kann man schon einiges erwarten, aber wenn ich mir das Hotel so angucke, wirds wohl auch nur nen Schüsselchen Reis und nen Croissant dafür gegeben haben. Tja, werden wir wohl nie erfahren ,-) Aber wenn das Frühstück allein soviel kostet, kommen mir die Tränen wenn ich dran denke, was Herr Osaka einfach mal eben für das Zimmer ausgegeben haben muss! Warum macht ein Mensch sowas? Denn im Grunde genommen sind wir ja einfach nicht anderes als wildfremde Menschen! Warum ist jemand so nett zu fremden Menschen? Das kostet den Mann ein Vermögen! Wir wohnen gratis, wir verbrauchen seinen Strom, fahren auf seine Kosten mit Taxis und und und... Ich weiß nicht, wie ich das jemals gutmachen kann! Ferner weiß ich nicht, ob ich jemals in meinem Leben nochmal in einem solchen Luxus schwelgen kann. Wobei wir uns schon recht unwohl fühlten in dem riesen Ding, weil wir einfach so fehl am Platze waren. Aber ein einmaliges Erlebnis war es schon und der Gedanke vielleicht doch einen Millionär zu heiraten, wird mir auch etwas sympathischer *gg*

 

- Wakarimasen (Ich verstehe nicht) -

In Kyoto selbst besuchten wir noch den Silberen Pavillon, der zwar grade renoviert wird, aber der tolle Garten hats doch wieder entschädigt. Eigentlich wollten wir noch nach Gion, aber da wir bereits wieder für die Fahrt mit der Bahn und dem Bus latzen mussten, weil es außerhalb des All-City-Tarifs ist, wurde uns das zu teuer. Kleinvieh macht auch Mist. Es summiert sich alles total, wenn man mal hier hundert Yen, mal dort 150 Yen usw. ausgiebt. Aber immerhin hab ich nun nen schönes Mitbringsel für den Kanzler gefunden^^ Danach hab ich voll lange gesucht, weil ich das schön finde. Also ich hoffe, du freust dich drüber, auch wenns nur ne kleine Kleinigkeit ist. Ahja und nen Yukata hab ich mir gekauft^^ Den hatte ich sogar eben an, hatten Besuch von zwei Japanerinnen, die eine hat mir den Gürtel gebunden =) Naja, ich wäre gerne noch länger in "Anjas Stadt" geblieben, aber schließlich wollten wir ja noch Osaka sehen. Ein Tag für Kyoto ist viel zu wenig, aber das wusste ich ja bereits vorher. Hab eh eingeplant irgendwann mal wiederzukommen. Hey Anja, wieviel Platz für Couch-Surfing-Gäste hast du noch gleich? *grins*

Mit JR pilgerten wir nach Osaka. Ziemlich ziellos um genau zu sein, da wir uns planungstechnisch gesehen, voll auf Kyoto eingeschossen hatten und plötzlich in Osaka standen und gar nicht so wirklich wussten, was es in der Stadt denn zu sehen gibt xDD Peinlich, gerade für ne Japanologin *seufz* So fuhren wir zum Fluß (Namen vergessen) und latschten über ein paar der bekanntesten Brücken. Osaka hat sehr sehr viele Brücken. 808 Stück um genau zu sein! 4 Stück davon haben wir zu Fuß überquert, bis wir die Shoppingmeile entdeckten *hehe* Da niemand mehr Lust auf Kultur hatte und ich die berühmten Brücken gar nicht mal so spannend fand (hätte sie mir viel größer und spektakulärer vorgestellt), schlenderten wir durch die Shoppingpassagen. Mäcces gibts übrigens ziemlich viele. Dort bekommt man ne tolle Version des McFlurrys mit Oreo-Stückchen (ich liebe Oreos) und Minze. Klingt bissi merkwürdig, aber es schmeckt ganz gut und hat zumal ne richtig chemisch giftige Farbe^^ Und da ich ja Softeis toll finde, kommt es mir sehr gelegen, dass man an jeder Straßenecke Softeis kaufen kann *hehe* Osaka ist auch wieder so ne Touristenhochburg. Das besondere an der Stadt ist, dass sie den sogenannten Osaka-ben (Osaka-Dialekt) sprechen, den niemand von uns auch nur ansatzweise verstanden hat. Als wir Crepe kaufen wollten (die Crepes hier sind so göttlich!) hatten wir total die Verständigungprobleme, wo wir teilweise nichtmal genau wussten, welche Sprache der Typ da grade mit uns redet! Lustig war es jedoch, dass uns zwei Japanerinnen zu Hilfe kamen, die zum Glück gutes Englisch sprachen. Mit ihnen saßen wir noch ne ganze Weile rum und redeten über Host Clubs. Die beiden hatten nämlich Werbefächer (ist wohl üblich, dass man Werbung auf Fächer aufklebt) von nem Host Club. Das ist nen Club, in dem man sich für 1000 Yen eine Stunde lang nen Typen mieten kann, der dann eben diese Zeit über bei einem sitzt, einem die Getränke eingießt und einem ständig sagt (aus vollster Überzeugung versteht sich *gg*) wie toll er dich findet! Normalerweise kosten die Männer mehr, aber diese - deren Bilder auf dem Fächer aufgedruckt waren - waren im Sonderangebot *whoohoo* Ahja, man muss seinem Typen natürlich die Getränke usw. kaufen, was einen dann auch recht schnell recht viel Geld kostet. Und das Mieten beinhaltet übrigens keinerlei körperliche Angelegenheiten. Es gibt sogar ne Art Charts in den jeweiligen Clubs, wo dann die beliebtesten Männer auch begehrter sind und auch mehr kosten. Schon bissi irre, aber immerhin sitze ich grade in einem Land, in dem sogar Ampeln (!) mit einem Reden!

Ansonsten fällt mir zu Osaka nicht mehr viel ein. Ich war nicht so angetan, aber die schönen Seiten hab ich auch nicht gesehen. Denke schon, dass mein Sensei in der Uni zu Recht so begeistert von der Stadt ist. Nur hab ich leider keine Zeit gehabt, mich näher umzuschauen. Nach der grade mal vierstündigen Heimfahrt *hüstel* mit dem Zug (bzw. den Zügen), gings endlich ins Bett. Heute konnten mer so richtig schön ausschlafen^^ Hab auch gepennt bis 10 Uhr oder so. Das war echt mal nötig =) Morgen wollen wir auf die Teufelsinsel, Dämoneninsel - so ne richtige Übersetzung gibts da nicht. Angeblich soll der Teufel dort ein Mädchen gefangen gehalten haben, dessen Schreie man am Berg hin und wieder hören kann. Wir fahren mit der Fähre hin, die kostet grade mal lächerliche 100 Yen (80 Cent), also störts mich nichtmal, wenns unspektakulär wird.

Ach übrigens Danke Benni für die Informationen zur derzeitigen deutschen Wahlkampagne. Ich wähle dann mal Homer Simpson^^

Auch Dank an Micha für den Antrag auf den 26-Stunden-Tag. Schade, dass es nicht klappt, aber ich hab mir überlegt, einfach nach ner Möglichkeit zu suchen, wie man dauerhaft mit 5 Stunden Schlaf die Nacht auskommt! Ohne, dass es zu körperlichen Schäden führt. Oder aber ich brauch nen Gerät, welches Gedankengänge direkt Wort für Wort digitalisiert bzw. zu Papier bringt, egal wo ich bin. So dass ich das was ich schreibe nicht mehr schreiben muss, sondern nur noch denken muss... Ach^^ Hab grad wieder so wirre Gedankengänge *hihi*

Und Anja, ich mag Kyoto^^ Bis auf die Busse! Da hätteste mich echt mal drauf hinweisen können *loool* Wann kann ich dich in Kyoto besuchen kommen? Ich will die Berge brennen sehen^^

 

2009/09/08, 23:57

8.9.09 03:46

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