Grüße aus der Zukunft

Chatting: Mit Dennis (dem ich auch die Überschrift zu verdanken habe, denn bei mir ist ja bereits der nächste Tag angebrochen, ergo befinde ich mich in der Zukunft *grins*)

Listening: MiChi - Kiss Kiss xxx (das schöne Lied, was ich auf dem Hinflug gehört habe)

Drinking: Blendy (wie man am Namen erahnen kann, handelt es sich um Kaffee - kalten schwarzen Kaffee, aber mit ner Menge Milch und Zucker kann sich was mixen, was durchaus an den Geschmack der Müller- und Ehrmann-Kaffeegetränke aus dem Kühlregal erinnert)

Feeling: Müde und ich merke, wie sich schon wieder so ne Emo-Phase nähert, allein wenn ich dran denke, dass der letzte Tag hier in Takamatsu vorhin angebrochen hat, werd ich traurig und sentimental

Thinking: I have to go to bed

 

Vorhin waren wir mit Yumi und Masako im Izakaya. Zuvor haben wir noch Emiko getroffen. Izakaya ist .. äh... naja, ne Art Pub. Jedoch sitzt man in Separees, zieht selbstverständlich die Schuhe am Eingang aus und sitzt nicht auf Stühlen sondern auf dem Boden, in leicht gedämmter Atmosphäre. Super schön eigentlich, man ist unter sich und es gibt Essen und Getränke. Wir haben uns jeder mehrere kleine Tellerchen und Cocktails bestellt, die alle so nach und nach an den Tisch gebracht wurden, wo sich jeder mit seinen Stäbchen bedienen konnte. Da die beide Japanerinnen gut Deutsch und Englisch sprechen, ist die Kommunikation mit ihnen nie ein Problem gewesen. Im Gegenteil, wir sind nur am Schnattern und am Lachen. Ich habe so viel Spaß mit denen =) Woher wir die Japanerinnen alle kennen? Also hier in der Stadt gibt es - wie in Deutschland auch - eine Art japanisch-deutsche Gesellschaft, zu der von Osaka-san netterweise der Kontakt aufgebaut wurde. Fast jeden Abend, bis auf wenige Ausnahmen, hatten wir immer Besuch von einigen der weiblichen Mitglieder. Sind halt fast nur Frauen in der Gesellschaft und einige von ihnen waren fast jeden Tag bei uns. Ich hab die alle so sehr ins Herz geschlossen! Die sind so verdammt nett zu uns! Ich bin es wirklich nicht gewohnt, dass man sich wegen mir so viel Umstände macht und mir so große Freundlichkeit entgegengebracht wird! Ich wollte gerne nen Yukata (Sommerkimono) haben und Masako ist extra in ihrer schon nicht allzu langen Mittagspause in die Läden in der Nähe ihrer Arbeitsstelle gefahren, um für mich nach Yukata zu schauen. Sie hat mir dann direkt von der Arbeit aus eine Email geschrieben. Allein so kleine Gesten finde ich so lieb und zuvorkommend, dass ich sie alle schon jetzt so sehr vermisse =(

 

Listening: Melanie wie sie hustet... und hustet... und hustet...

Feeling: Grade doch leicht genervt von der Husterei, aber bei dem Kind is ja echt immer was...

 

Finds schon komisch, wie schnell man sich an alles gewöhnt. Wo es doch heißt, dass Krebse (Sternzeichen) eher so heimatverbunden bzw. heimelich sind und vorsichtig, wenig risikofreudig. Aber ich hab mich sehr schnell eingelebt und auch sofort total wohlgefühlt. Die anderen meinen, dass sie sich auf zuhause freuen, nur ich nicht. Ich könnte noch länger bleiben. Obwohl das vielleicht etwas optimistisch klingt. Denn im Grunde genommen gibts in der Stadt, in der ich mich aufhalte, nicht so viel zu sehen. Die bekannten Orte haben wir schon abgeklappert und wenn wir abends nicht immer Besuch bekämen oder ich in ner WG (je nachdem wie man es definiert, ist das hier eine Art WG) wohnen würde, wo ich täglich mit anderen Charakteren konfrontiert wäre, würde ich mich sicher recht schnell langweilen. Ne Discoszene scheint es nicht zu geben, wobei ich darauf nicht unbedingt ausbin. Das ist mir ja selbst in Deutschland relativ egal geworden. Viele Touristen gibt es auch nicht und selbst wenn, dann eher aus Japan selbst. Ausländer trifft man keine. Hab drüber nachgedacht, wie es wohl wäre ein Auslandssemester einzulegen. Die anderen meinen, dass ich sogar Chancen hätte, eine Uni hier zu besuchen. Wenn ich drüber nachdenke, haben sie eigentlich recht. Die bekannten Unis wie die Todai zu Beispiel (das sind so die ganz bekannten, in amerikanischen Filmen wäre sicher immer von Harvard oder Yale die Rede) kann ich vergessen, denn da wollen sie alle hin und das Bewerbungsverfahren wird hart und ohne Stipendium läuft eh nichts. Aber in so "kleineren" Städten wie Takamatsu (420.000 Einwohner) sind die Chancen vielleicht ganz gut, weil ja keiner der Ausländer auf die Idee kommt, sich in so ner kleinen Präfektur zu bewerben. Und wie der Bürgermeister höchstersönlich meinte, sind die Einwohner froh oder stolz, wenn sich Deutsche in die Präfektur "verirren". Morgen Mittag treffen wir Yumi ein letztes Mal und wollen Udon essen gehen. Diese Nudelart ist eine Spezialität in dieser Gegend und scheinbar ziemlich berühmt. Vielleicht schaffe ich es vorher nochmal in das Exchange Center zu gehen, wo sich die "Ausländer" tummeln, in der Hoffnung ein paar Infos zu der Uni und einem Stipendium zu bekommen. Und wenn alles nicht klappt, rasiere ich mir die Haare vom Kopf, schmeiße mein Studium und lebe fortan autark zusammen mit den hübschen Buddhisten vom Dojo =))))

 

2009/09/10, 02:02

10.9.09 19:13

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kanzler (10.9.09 21:02)
Hi Antje!

Wenn du dir ne Glatze rasiert, kann ich dann was von deinen Haaren abhaben? ;-)

VLG vom Micha


Cornelius (10.9.09 22:31)
wenn es soweit ist, sag bescheid, dann besuch ich das land meiner herkunft und such mit dir die erleuchtung :-)

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