Wie Antje mit dem buddhistischen Alltag kämpfte...

Singing: Why are you running away from this? - You should be true to your feelings - I say I don't want to fall No way - But is it already too late? (Ohrwurm - Kiss Kiss xxx von MiChi)

Drinking: Calpis Water

Feeling: Müde, bin erst sehr spät eingeschlafen

Thinking: An die Tage und an die Zeit im Dojo

Reading: Meinen Blogeintrag vom ersten Tag im Dojo

Watching: Website bzw. Blog vom Dojo

 

Tja, man merkt, dass ich sehr oft dran denke, was? ,-) Aber allein der zweite Sohn des Meisters ist seitdem DAS Gesprächsthema. Auch Noriko hat mir heute Nacht eine Email geschrieben und den Blogeintrag übersetzt, den ich nicht so ganz entschlüsseln konnte und meinte, dass sie gerne zurückmöchte. Ich schließe mich an... Es folgt nun der langersehnte zweite Tag bei den Mönchen:

 

- Nächtliches Aufstehen -

Recht kaputt vom Lemongras in Ordnung bringen und aufgeregt von der völlig neuen Situation, saßen wir mit unserer Mädelstruppe noch lange in den Massagestühlen des extra für Gäste des Dojo eingerichteten Hotels mit wunderschönen japanischen Zimmern. Da niemand so richtig wusste, wie der nächste Tag ablaufen würde, waren alle recht nervös. Ich hab auch nicht so gut geschlafen, es wer eine Umstellung auf dem Boden auf Futons zu liegen und einem Kissen so hart, dass ich auch gleich nen Stein hätte nehmen können. Um kurz nach fünf Uhr in der Nacht, wurde dieh Tür des Zimmers aufgeschoben und ein lautes "Wake Up!" riss uns aus dem Schlaf. Es war die weibliche Mönchen, die uns auf englisch erklärte, dass wir nun 10 Minuten Zeit hätten, um uns fertig zu machen und am Eingang zu versammeln, damit wir zur Meditation gehen können. Und wir kämen den Tag nicht mehr zurück ins Hotel. Also war die Hektik groß und ganz ehrlich: Das waren nie im Leben 10 Minuten! 5 maximal! Noch fast im Tiefschlaf wartete die Mönchen unten auf die 8 gähnenden Deutschen, um mit uns durch den Wald zum Dojo zu laufen. Die komplette Anlage des Dojo liegen hoch oben auf einem Berg, von wo aus man die See sehen kann und ich muss sagen, dass dieser Sonnenaufgang das frühe Aufstehe durchaus wert war!

 

- Ommmmmmm -

Um halb 6 waren wir vor dem Meditations-Raum. Wie wir es am Abend zuvor kurz erklärt bekommen hatten, betraten wir den Raum, wo alle anderen Mitglieder bereits seit einer Viertelstunde meditierten. Für uns hieß es: Schuhe aus, vor dem kleinen Altar verbeugen, den eigentlich Raum betreten, Verbeugung, dann mit der linken Hand, die von der rechten Hand fest umschlossen wird und etwas unter Brusthöhe an den Körper gedrückt wird, langsam durch den Raum, wieder stehen bleiben, Hände zusammenfalten, verbeugen, mit links weitergehen zu einer freien Tatami-Matte, das kleine Kissen um 180° nach rechts drehen, verbeugen, sich nach rechts umdrehen, verbeugen, rückwärts auf das Kissen setzen, Beine zum Lotossitz falten, sich 20 cm auf der Tatami zurückschieben, um 180° im Sitzen - rechtsrum - drehen, linke Handfläche in die rechte Handfläche, die Daumen gegeneinanderlegen, Hände auf die Beine, aber über die Füße, Augen auf, der Blick ca. einen Meter nach unten geneigt und so dann eine halbe Stunde schweigend ausharren. Yepp, schweigend und die Augen sind auch geöffnet. Also kein so klischeehaftes "Ommmmmmmm". Bein Erklingen des Gong fingen die Mönche an zu singen, mehrere Male ihre fünf Weisheiten oder Regeln. Man merkte uns allen an, dass niemand genau wusste, wie er bzw. sie sich zu verhalten hatte. Aber diese Art Gesang hat sich mal echt geil angehört ,-) Dann das gleiche Prozedere in umgedrehter Reihenfolge. Dutzend Mal drehen, Kissen in Ordnung bringen, immer wieder verbeugen usw.

Im Anschluss ging es in äh... wie nennt man das eigentlich? Also in das Tempelinnerste mit einem Altar, Opfergaben usw. Die Mönche waren alle übrigens recht nett gekleidet mit langen Roben, von denen ich zu gerne ein Bild gehabt hätte. Im Tempel hatten wir die Ehre ihrer buddhistischen Morgenzeremonie zuschauen zu dürfen. Ich hab wirklich gar nichts gerafft, was da nun grade so abging, aber ich fands interessant! Erst wurden immer immer immer wieder einzelne Silben gesummt. So ein langgezogenes "Shiiiiiiiii" und "Meeeeeeeee" und so weiter. Hatte fast was kanonmäßiges, da keiner gleichmäßig sang, aber mit den verschiedenen Tonlagen, hörte es sich echt gut an. Blöd nur, dass es 40 Minuten (!) dauerte und ich es um alles in der Welt nicht so lange in dieser Sitzposition aushalte. Das japanische Sitzen direkt auf den Füßen, wo man sich sowieso nach ner Minute schon das Blut abklemmt xD Im Anschluss wurde gesungen, mehrmals auf diverse Glocken und Trommeln geschlagen und wieder irgendwas aufgesagt. Ich bin mir sicher, dass ich Namen wie Shakamuni und hanya param ita rausgehört habe. Also der Begründer des Buddhismus, oder besser gesagt Buddha! Und das Herzsutra! War voll stolz auf mich, dass ich es wiedererkannt habe oder halt diese Wörter rausgehört habe und noch was damit anfangen konnte, da der Unterricht in dem wir das behandelten auch schon ne Weile zurückliegt. Es war wirklich wirklich sehr interessant zuzuschauen. Die Große Natur (hach, wie lange wird es dauern, bis der Wortwitz mal ausgelutscht ist?) saß in der Mitte und durfte immer nach vorne zum Altar usw. War schon etwas merkwürdig, den jungen Kerl (wir vermuten, dass er so in meinem Alter ist), der sich am Tag zuvor beim Lemongras jäten mit einem Handtuch um die Glatze gewickelt noch einen zurechtgegrinst hat, zu sehen, wie er in diesem Gewand und eine dreiviertel Stunde in einer Sitzposition ausharrend und irgendein Relikt (so ein Stöckchen^^) haltend, diese religiöse Hauptaufgabe übernahm. Die anderen Mönche blieben nämlich sitzen, nur er lief immer wieder vorwärts und rückwärts zum Altar und kniete nieder, die Hände hochgestreckt. Das waren schon sehr viele Eindrücke auf einmal... Nach dieser Zeremonie mussten die Deutschen und die 4 Schüler, die sich zu dem Zeitpunkt im Dojo befanden, noch mit der Großen Natur im Tempel bleiben. Aber nur, um gemeinschaftlich den Tag zu begrüßen. Dazu genügte ein "Ohayou gozaimasu" und ein paar weitere Sätze, wie "möge der Tag uns wasweißich bescheren" oder was in der Art.

 

- first the others -

Die nächste Herausforderung nahte! Das Frühstück! Ein paar schwarze lange Tische standen u-förmig im Speiseraum. Selbstverständlich wurde wieder auf dem Boden gesessen. Etwas sehr unbeholfen - da einfach keiner ne Ahnung hatte, was zu tun ist - dauerte es ne Weile, bis jeder einen Platz einnahm. Vor mir auf dem Tischlein stand ein kleines braunes Bündel. Erst wurde aber mal wieder kurz gebetet oder was aufgesagt oder beides, ich weiß es nicht. Dann meinte übersetzte Noriko kurz die Sätze Daizens, dass wir am besten alles den Japanern nachmachen. Gesagt, getan! Mir gegenüber saß Kabayashi, ein 72jähriger alter Mann, der aber so lustig und irgendwie total puztig ist. Beim Barbeque am Vorabend stand er schon als bei mir und fragte mich auf japanisch aus. Und er hatte viele - zugegeben recht blödsinnige, aber amüsante - Fragen. Bei jeder neuen Zutat, die auf die Platte gelegt wurde, fragte er mich, wie das auf Deutsch heißt und ob wir das in Deutschland kennen.

Aber zurück zum Frühstück. Er grinste mich an und machte mir und den anderen gaaanz langsam vor, wie wir dieses besagte Bündel falten müssen. Das ist nämlich gar nicht so einfach!  Zuerst muss der Knoten gelöst werden, dass das weißte Tuch samt der Stäbchen direkt vor sich nah an die Tischkante gelegt werden, parallel zur Tischkante verlaufend. Dann wird das Bündel geöffnet und ich merkte, dass sich Ess-Schälchen darin befanden. Dieses Bündel (oh, das musste vorher im gebundenen Zustand noch in die Luft gestreckt werden) bestand aus den schwarzen Schälchen und einem braunen Tuch, dieses Tuch war um die Schälchen gewickelt. Jedenfalls wurde der Knoten des Tuchs gelöst und jede Ecke flach auf den Tisch gelegt und dann einmal rumgeknickt, so dass das Tuch ein Viereck bildete. Die große Schale muss dann nach links unten gestellt werden, in dieser großen Schale befinden sich vier weitere, immer etwas kleiner. Die kleinste wird aus der größten genommen und in die Mitte des Tuchs gestellt, dann die restlichen immer größer werdenden Schälchen in jede Ecke des Tuchs positioniert. Das war aber noch nicht alles, denn noch hatte niemand was zu essen! Es gingen weitere Schalen und Töpfe rum mit den Zutaten. Jeder musste den anderen etwas geben. First the others! Erst wenn man jedem etwas gegeben hatte (natürlich jede Zutat in ein bestimmtes Schälchen und in einer bestimmten Menge), durfte man sich selbst nehmen. Aber was das für Zutaten waren! OMG!

In die große Schüssel kam Reis, jedoch in Form von Brei bzw. Grütze. Also sehr wässrig, sehr sehr wässrig. Und der Brei wohlbemerkt mit Wasser gemacht. Die zweitgrößte blieb leer, in die mittelgroße Schale kam ein klein wenig Gemüse, kalt und leicht säuerlich eingelegt, das lieben Japaner scheinbar echt. Die nächstkleinere bekam ein kleines Löffelchen Pulver ab. Ich vermute es handelte sich um schwarzen Sesam. In die kleinste Schale kamen eine Umeboshi (eine Pflaume, aber so derbst sauer, dass selbst ich die eklig finde), ein paar kleine Scheibchen Gurke sowie zwei Fische. Wie nennt man die? Sardine, Sardelle, ... Ich weiß es nicht. War nur leicht geschockt, als mir zwei wenige Zentimeter große getrocknete Fischlein ins Schälchen gelegt wurden. Sobald jeder alle Sachen in der richtigen Schale hatte, wurde nochmal gebetet und für das Essen gedankt.

 

Eating: Teuren Joghurt von der Milchfarm

Thinking: Das ist nun wirklich Zufall, dass ich mir grade was zu Essen geholt habe, wo ich doch übers buddhistische Frühstück schreibe

 

- Wie wichtig eine Gurke doch sein kann -


Das Pulver, die Pflaume und die Fische wurden in die Reisgrütze getunkt. Die Fische zu essen war wirklich eine Herausforderung. Denn die Köpfe samt Augen usw. waren ja noch dran! Hab lange mit mir gerungen, doch dann am Stück in den Mund gesteckt, gekaut und einfach runtergeschluckt. Ich war überrascht, denn die waren sogar recht lecker. Wenn man denn die Tatsache ausblendet, dass man soeben einen Fisch-Schädel zerkaut hat xD Ineke neben mir wollte die Gurken aufessen, als ihr gesagt wurde, dass sie bitte eine übrig lassen sollte. Dummerweise fanden wir auch bald raus, wieso... Das Ende des Essens verläuft nämlich wie folgt. Alles wurde aufgegessen, bis auf das Stückchen Gurke. Dann ging ein Topf mit warmem Wasser rum, von dem sich jeder etwas in die eigene große Schale kippte, in der zuvor noch die Fischlein im Reiswasser schwammen. Mit den Stäbchen nahm man die verbliebene Gurke, tunkte sie ins Wasser der großen Schale und began mit eben dieser Gurke die Schale selbst zu säubern! Die Reisreste damit abwischen. Dieses Wasser samt Gurke wurde in die noch saubere Schale gekippt. Die kleineren Schälchen mussten mit Hilfe der Gurke und der Stäbchen gesäubert werden. Jedes Schälchen nach und nach leicht ins Wasser getunkt und ordentlich sauber gemacht - mit der Gurke! Wie man sich denken kann, schwammen nun jegliche Essensrestchen und die Gurke in einer Schüssel. Nun - man mag es bereits ahnen - wurde das Wasser getrunken und die letzte Gurke gegessen, so dass alles sauber wurde. Mit dem weißen Tuch wurde alles getrocknet, ineinandergestapelt und auf eine ganz bestimmte und komplizierte Art das braune Tuch wieder drumgebunden und geknotet. Sobald das jeder hatte, wurde sich wieder gemeinschaftlich für das Essen bedankt. Welch ein Akt! Und das alles noch im recht müden Zustand. Ich kam mir zudem zusätzlich recht blöd vor, weil die Große Natur direkt hinter mir saß. Okay, warum sollte so ein Kerl mich beobachten? Aber allein die Tatsache beobachtet zu werden, kann ich schon nicht ausstehen. Und dann auch noch ausgerechnet vom zweiten Sohn des Meisters... xD

 

- ichi ni san shi –

Nach einer kurzen Pause für uns, die die Mönchlein zum umziehen nutzten, durften wir die Zeit nutzen, um an der Straße Unkraut zu zupfen. Kein Problem, denn schließlich waren ja alle von dem reichlichen Frühstück *hüstel räusper* gestärkt. Die Ruhe (es war erstaunlich still beim Unkraut Entfernen) wurde schließlich durch die Große Natur gestört, der uns was von wegen Joggen erzählte! Ach du Scheiße! Darauf war natürlich keine Sau vorbereitet, was sich auch im Schuhwerk bemerkbar machte. Den Damen, die schön mit feinen Ballerinas (wie kann man für sowas eigentlich Geld ausgeben?) bestückt waren, wurden Turnschuhe organisiert. Will gar nicht wissen, welchen Schülern die weggenommen wurden. Nun, da jeder mit festem Schuhwerk versehen war, versammelten wir uns im Hof und schauten noch der hübschen Großen Natur auf den nicht vorhandenen Ar… ich meine natürlich ihm dabei zu, wie der halb auf dem Geländer kletternd eine Lautsprecherbox gerade rückte, die an der Außenseite eines Gebäudes hing. Was dann passierte, bringt mich immer noch zum schmunzeln. Wir nahmen an japanischer Morgengymnastik teil! Wie ich später von Yumi erfahren habe, werden an allen Schulen von Klein auf alle Japaner drauf getrimmt, sich zu einem bestimmten Lied in einer bestimmten Stretchingreihenfolge zu bewegen. An und für sich kein Problem, finde es sogar witzig, wenn überall in Japan dieses Gymnastikprogramm bekannt ist. Wenn das Lied nur nicht so peinlich wäre! Eine dermaßen alberne Musik mit einem Kerl, der völlig enthusiastisch immer von 1 bis 4 zählt. Ich verlink das später mal, die Japanerinnen haben mir den Namen davon aufgeschrieben. Verzweifelt, da mal wieder völlig ahnungslos, versuchten wir, die Bewegungen nachzumachen. Aber lies uns dieses peinliche Liedchen jedesmal in schallendes Gelächter ausbrechen, was das Nachmachen doch nur geringfügig erschwerte. Hinzu kam, dass wir mitten beim Stretching waren und die olle Natur mit nem Fotoapparat ankam und Bilder machte! Wie kann er es wagen? Dieser Dreckskerl hat uns beim Blamieren fotografiert. Ein Haufen Deutsche mit hochrotem Kopf, die zu nem Kinderlied auf und ab hüpfen… Wenn die japanischen Frauen nicht alle gesagt hätten, dass man dieses Lied in Japan kennt und dass es völlig normal sei, ich hätte schwören können, die hätten den Song nur gespielt im Dojo um sich über uns lustig zu machen. Aber sowas würden Zen-Buddhisten natürlich nieeee tun ô.O

 

- Walking –

Immer noch kichernd machten wir uns im Trupp mit allen Ausländern, den vier Schülern und den Mönchen auf den Weg durch den Wald. Dainen (die Große Natur) schritt voran und wir hinkten mit den restlichen Insassen des Dojo etwas hinterher, denn wir joggten nicht, sondern kletterten einen steilen Berg hinab. Mitten durch den Wald, einen kleinen Pfad entlang über wackelnde Steine, verwachsene noch ansatzweise erkennbare Treppenstufen und durch kleine Bächlein hindurch. Wie ein Wanderweg, nur etwas gefährlicher, da es wirklich steil bergab ging und wir zickzack dem schmalen Pfad folgend langsam hinabstiegen. Aber wohin gingen wir? Immer tiefer ins Tal hinein, wo doch tiefster Wald war. Endlich unten angekommen, fanden wir uns an einem kleinen Wasserfall wieder, in dessen verschiedene buddhistische Figuren gestellt bzw. eingearbeitet waren. Es brannten bereits Räucherkerzen und verbreiteten einen angenehmen Duft und ein paar frisch gepflückte Blümlein lagen neben den brennenden Kerzen. Ich war fasziniert von dem Anblick, der Abstieg hatte sich gelohnt, denn die mit Moos bewachsenen Steine und das Plätschern des Wassers bewirkten eine sehr eigenartige Atmosphäre, die ich gar nicht näher in Worte fassen kann. Nach den obligatorischen Gruppenfotos, wurden wieder Gebete gesungen. In dem Felsen und dem Wasser wohnt angeblich ein Drachen. Ein heiliger Ort. Nach diesem Prozedere musste der ganze Weg natürlich wieder hinaufgeklettert werden. Das war so übelst anstrengend, aber ich hab nur eine einzige Pause gemacht. Dass sogar die ganzen alten Leute so fit sind, war beeindruckend! Und Daizen hätte ich auch gerne erschlagen, denn auf dem Weg nach unten, meinte er als, dass wir dann im Tal joggen würden. Aber mit „Wir gehen laufen!“ war halt dieser Gewaltmarsch gemeint. Hat der Mistkerl uns schon wieder verarscht. Die haben sich eh köstlich über uns amüsiert wie es mir schien. Und dennoch hab ich echt nen Narren an denen gefressen 8D


- Lemongras –

Am Vortag befreiten wir bereits die Lemongrasbeete vom Unkraut. Nun hieß es ernten! Einer packte sich ein ganzes Büschel der Gräser, der andere schnitt es unten ab. Nicht wirklich schwierig, aber dennoch schienen einige echt Probleme zu haben. Ja, auch ich gehörte einmal dazu, aber das hatte andere Gründe *möp* Denn ausgerechnet die Große Natur hatte so ein Mega-Büschel und meinte, ich solle das schneiden. Nun stand der Jung aber so ungünstig, dass ich ihm entweder die kleine Handsense gegen das Bein gehauen hätte, da der Winkel um Absägen nunmal sehr ungünstig war, oder – und so geschah es – ich bekam das blöde Gras nicht durch! Ich säbelte vor mich hin, da kam Armin ganz gelegen, dem ich mit hochrotem Kopf das Messer in die Hand drückte und woanders hinging. Mensch, wie peinlich! Am nächsten Büschel stand auch schon Daizen, der übrigens auch mal nen verdammt Hübscher ist =))) Bei ihm hab ich das Gras mit einem Cut komplett weggeschnitten. Er war sehr überrascht, freute sich und sagte mir noch, dass ich begabt sei und ne gute Technik hätte. Tjaja… Nach dem Umnieten, musste aussortiert werden. Dainen versuchte in seinem grottigen Englisch zu erläutern (naja, eher anhand von Beispielen zu zeigen), welche wir aussortieren sollten. „Good“ und „bad“ waren um genau zu sein, die einzigen Worte, die er verwendete, wobei der „bad“ so geil ausspricht, dass es immer noch ein Running Gag bei uns ist. Tjoa, so verbrachten wir dann die nächsten Stunden bis zum Mittag mit „good“ und „bad“ Halmen Lemongras. Übrigens muss jeder einzelne Halm extra geprüft werden! Danach werden die übrigens gewaschen und getrocknet und man macht Tee draus. Die dufteten auch schon so schön nach Zitrus. Das viele Stehen war zwar ätzend, aber mir macht so Arbeit Spaß. Ich hab kein Problem damit stundenlang einzelne Grashalme anzugucken. Da kriegt man nämlich den Kopf frei, weil man irgendwann einfach an gar nichts mehr denkt. Diesen Flow genannten Zustand mag ich einfach. Drum hätte ich am Vortag auch noch locker ein zwei Stunden mit Unkraut jäten verbringen können, obwohls anstrengend war.

Drinking: Blendy – kalter schwarzer Kaffee aus dem Kühlschrank
Thinking: … der letzte Abend bricht an…
Feeling: *seufz*
Reading: Die Nachricht von Osaka-san, sollen gleich zum Geschäftsessen kommen

Okay, ich schaffs grad nicht mehr, den Eintrag zu vervollständigen. Habe heute morgen damit angefangen und während des Saubermachens, Packens und Putzens immer mal wieder nen Abschnitt getippt. Aber gleich müssen wir zum Essen. Find ich gut, da ich Hunger habe. Nur wird die Zeit mal wieder knapp, waren noch mit Yumi Udon-Nudeln essen und grad eben noch in der Shopping Mal und paar Tausend Yen für Geschenke bzw. Mitbringsel (ja, Kitsch!) ausgegeben. Und innerlich die Stadt hier verabschiedet *seufz* Nun zieh ich mich mal um und hoffe, dass ich zumindest die Dojo-Einträge mal vervollständigen kann.

2009/09/11, 18:26

11.9.09 11:24

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Cornelius (14.9.09 01:27)
http://www.youtube.com/watch?v=7GmuL9QWtiI&feature=related

ist das das Gymnastik lied?

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen